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Dividendenstrategie
Hochkonjunktur für Kuponschneider: Mit Dividendentiteln Renditepunkte sammeln

Nach dem Kursrückgang der letzten Monate kommen Dividendenjäger nun voll auf ihre Kosten. Allein in Deutschland stehen gut 14 Mrd. EUR als Dividende zur Ausschüttung bereit. Der Geldanlagebrief benennt die Zahlmeister und erläutert die Strategie erfolgreicher Kuponschneider.
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Geldanlage-Brief − Es ist eine spannende Konstellation: Die Renditen der Festverzinslichen schrumpfen und schrumpfen. Wer vor nicht einmal zehn Jahren gut neun Prozent für seine langlaufende Bundesanleihe einstrich, muss sich heute mit kläglichen 3,8 Prozent zufrieden geben. Umgekehrt die Situation bei den Aktien: Die Kursschmelze der letzten Jahre hat die Dividendenrenditen in luftige Höhen getrieben. Auf Basis der für dieses Jahr geschätzten Ausschüttungen errechnen Analysten für den DAX eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3,7 Prozent.

Erfahrene Börsianer wissen: Näherten sich in der Vergangenheit die Renditen von Aktien und Anleihen einander an, war dies nicht selten der Startschuss für einen Bullenmarkt. Ob sich der Indikator auch diesmal bewährt, weiß freilich niemand mit letzter Gewissheit zu prognostizieren. Sicher ist aber ein netter Nebeneffekt: Anders als sonst kommt die Deckungsgleiche von Aktien und Anleihen zu einem günstigen Zeitpunkt, der eine bewährte Aktienstrategie umso lohnender erscheinen lässt: die Dividendenstrategie.

Mit der Dividendenstrategie den Index schlagen

Sie ist eine der ältesten Anlagestrategien, vielfach bewährt und im Gegensatz zu den in jüngster Zeit angebotenen, immer komplexer werdenden Anlagestrategien, denkbar einfach. Die Überlegung: Tief gefallene Aktien weisen häufig ansehnliche Dividendenrenditen auf. Mit näher rückendem Ausschüttungstermin rücken die Hochprozenter wieder stärker ins Interesse der Anleger. Der Kurs kommt daher nicht selten im Vorfeld der Dividendenzahlung auf Trab.

Eine Rückrechnung beim Dow Jones ergab, dass Anleger, die jeweils zu Jahresbeginn die zehn Titel mit der höchsten Dividendenrendite gekauft haben, von 1973 bis 2002 eine jährliche Rendite von 17 Prozent erwirtschaften konnten. Damit lagen sie deutlich über der durchschnittlichen Jahresrendite des Gesamtindex' (zwölf Prozent).

Im Dax residieren attraktive Zahlmeister

Auch hierzulande findet der aus den USA stammende Handelsansatz neue Anhänger. Im Dax locken zahlreiche Gesellschaften mit satten Dividendenrenditen. Schätzungen zufolge stehen in Deutschland derzeit zwischen 14 und 15 Mrd. EUR zur Ausschüttung bereit. Die diesjährige Dividendenperle im DAX ist DaimlerChrysler. Mit geschätzten 1,5 Mrd. EUR rangieren die Autobauer noch vor E.ON (1,1 Mrd. EUR), Siemens (890 Mio. EUR) und BASF (820 Mio. EUR). Erfreulich: Bei zwölf Dax-Gesellschaften gibt es im Vorjahresvergleich ein Dividendenplus. Nur wenige haben angekündigt, ihre Ausschüttung zugunsten der Schuldentilgung ausfallen zu lassen.

Die Münchener HypoVereinsbank beispielsweise setzt ihre Anteilseigner in diesem Jahr auf Diät. Das Institut nutzt das Geld lieber, um Kreditrisiken abzusichern. Auch auf die Deutsche Telekom braucht in diesem Jahr nicht zu schielen, wer Dividenden einstreichen möchte. Der Ex-Monopolist ist ohnehin gut beraten, zunächst die Bilanzfurchen zu glätten.

Ausreißer verlangen eine genauere Inspektion

Geht es jedoch nicht nach der absoluten Ausschüttungshöhe, sondern nach der Höhe der Dividendenrendite, hat ein anderer Dax-Wert die Nase vorn: Der nach dem Kauf der britischen Thomson Travel mit 5,4 Mrd. EUR hoch verschuldete Reisekonzern TUI wird seine Anteilseigner in diesem Jahr, so die Markterwartung, mit einer Dividende von einem Euro verwöhnen. Das ergibt eine stattliche Rendite von 8,5 Prozent.

Solche Dividendenausreißer allein mit Blick auf die Ausschüttung ins Depot zu nehmen, ist allerdings ein riskantes Unterfangen. Denn ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 12/2003 (pdf, 107 kB), erschienen am 16.5.2003.

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