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Softwareaktien Softwareaktien - auf Erholung programmiert? |
Ein Gastbeitrag von Manfred Jaisfeld, CFA, WGZ-Bank Düsseldorf
Die Softwarebranche befindet sich in ihrer bislang schwersten Krise. Die Kurse der Branchenvorreiter - einst die Zugpferde der Märkte - streben seit nunmehr drei Jahren gen Süden. Investoren stellt sich die Frage nach den Triebfedern dieser Entwicklung. Kann die Talfahrt noch weiter gehen oder ist diese vergleichsweise junge Branche schon auf Erholung programmiert? |
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Der weltweite Softwaremarkt befindet sich seit Mitte des Jahres 2001 in einer schweren Krise, ausgelöst durch massive Investitionsrückgänge und -aufschübe. Neben der konjunkturellen Delle lasten die Nachwirkungen der geplatzten Hightech-Euphorie auf der Investitionsbereitschaft weiter Wirtschaftszweige. Die restriktiven IT-Budgets in den Bereichen Technologie, Telekom, Medien und im Finanzsektor sowie der Mangel an Investmentthemen wie dem Jahr 2000-Problem oder der Euroeinführung und fehlende neue "Killer-Applikationen" belasten dabei besonders die Geschäftsentwicklung der Softwareanbieter. Aus dem Verkäufer-Markt der 90er Jahre wurde ein Käufer-Markt.
Die Wende wurde bereits mehrfach verschoben
Die erwartete durchgreifende Wende zum Besseren wurde in den zurückliegenden Quartalen bereits mehrfach verschoben und wird nun frühestens für das Jahr 2004 avisiert. Für das laufende Jahr prognostizieren wir eine moderate Erholung des europäischen Softwaresektors, die, nach einem klassischen Fehlstart im ersten Quartal, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte greifen sollte. Der Boden hierfür kann nur durch gesamtwirtschaftliche Impulse bereitet werden, die ein Ende des Investitionsstaus im gesamten IT-Sektor bewirken würden. Ein Fortdauern der makroökonomischen Schwächeperiode könnte hingegen dazu führen, dass sich die unterstellten Erwartungen letztlich doch als zu optimistisch erweisen.
Abschied von zweistelligen Wachstumsraten
Ab Mitte der laufenden Dekade erwarten wir mittlere bis hohe einstellige Zuwächse für den europäischen Softwaremarkt. Eine Rückkehr zu den teilweise zweistelligen Wachstumsraten der 90er Jahre halten wir mittel- bis langfristig jedoch nicht für möglich. Zum einen lassen sich derzeit keine Sondereffekte - wie während des Technologie-Booms - erkennen. Zum anderen hat sich der Anteil der Informationstechnologie an der Gesamtwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht, das Potenzial eines überdurchschnittlichen Wachstums ist daher begrenzt.
Aussichtsreiche Sektoren nach wie vor vorhanden
Zu den aussichtsreichsten Bereichen innerhalb des Softwaresektors zählen wir webbasierte Dienstleistungen, Lösungen, die eine firmenübergreifende Zusammenarbeit auf Geschäftsprozessebene unterstützen, sowie Entscheidungsunterstützungs- und Optimierungsprodukte, die der momentanen Fokussierung auf den Return on Investment Rechnung tragen.
Auf dem Gebiet der Unternehmensanwendungssoftware gehen wir von einer fortgesetzten Verlagerung des Marktvolumens von der klassischen ERP-Software zu CRM und SCM aus. Neben der Sättigung insbesondere großer Konzerne mit ERP ist die zunehmende Integration von Geschäftsabläufen entlang der Wertschöpfungskette als Ursache hierfür anzusehen. Das Wettbewerbsumfeld für die kleineren Teilnehmer des Softwaremarktes wird sich in den nächsten Jahren weiter verschlechtern und die Branchenkonsolidierung unvermindert anhalten. Die Gartner Group rechnet damit, dass in 2003 und 2004 zusammen fünfzig Prozent der weltweiten Softwareanbieter durch Insolvenz oder Fusion vom Markt verschwinden werden.
Als Reaktion auf die teilweise dramatischen Einbußen bei den Lizenzerlösen haben die führenden Softwareanbieter verstärkt Initiativen zur Erschließung des bislang noch recht fragmentierten Marktsegments mittlerer und kleinerer Unternehmen gestartet. Zudem sitzen einige Branchenriesen des IT-Sektors auf beachtlichen Cashbeständen.
Desillusionierung als Hauptgrund für den Kursverfall
Die Softwareaktien gehörten in den vergangenen beiden Jahren zu den Underperformern der europäischen Börsen. Die historisch zu beobachtende Wachstumsprämie ist in dieser Zeit aufgrund der Desillusionierung bezüglich künftiger Wachstumsaussichten und der drastisch gesunkenen Risikoneigung der Investoren deutlich zurückgekommen.
Mit dem vorübergehenden Auslaufen der Abwärtsrevisionen bei den Branchenperspektiven sowie den Umsatz- und Gewinnsituationen wichtiger Softwarefirmen im Oktober 2002 markierte der europäische Branchenindex DJ Euro Stoxx Software sowohl absolut als auch relativ zum Gesamtmarkt seinen Tiefpunkt. Seitdem entwickelte sich der Sektorindex wesentlich besser ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 13/2003 (pdf, 59 kB), erschienen am 23.5.2003.
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