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Musterdepots Die Einkaufslisten von Platow, Prior & Co. |
| Der deutsche Aktienindex (DAX) hat im letzten Quartal rund fünfzig Prozent hinzu gewonnen. Doch auf dem Parkett herrscht Rätselraten, kaum jemand kann sich den Höhenflug erklären. Die Wirtschaftsindikatoren geben jedenfalls noch keine Entwarnung. Der Geldanlagebrief hat sich daher umgeschaut, wie die in den Boomjahren vielbeachteten Börsenbriefe mit dem Phänomen umgehen und welche Werte sie in dieser Situation ins Rennen schicken. Lassen Sie uns also einen Blick in die Musterdepots renommierter Börsenbriefe werfen. |
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Geldanlage-Brief −
Zu ihnen gehören die Fuchsbriefe, die Prior Börse sowie die Platow Börse - Ableger des Kapitalinformationsdienstes Platow Brief. Alle drei legen ihren Anlageschwerpunkt derzeit auf Deutschland und investieren vornehmlich in Nebenwerte. Während die Platow Börse und der Fuchsbrief das Investitionsrisiko auf acht bzw. neun Werte streuen, umfasst das Anlageuniversum bei der Prior Börse vier Titel. Ihre Fortsetzung findet die Risikofreude in der Barreserve. Bei den Fuchsbriefen stehen derzeit knapp 23 Prozent, bei Platow fast 50 Prozent und bei der Prior Börse exakt 0,39 Prozent des Gesamtvermögens für neue Investitionen zur Verfügung. Ergo: Die Musterdepots beinhalten höchst unterschiedliche Risiken. Folglich sind die so erzielten Renditen nicht miteinander vergleichbar.
Der DAX-Nachzügler Schering ist gleich in zwei Depots vertreten
Aufschlussreicher ist es vielmehr, anstelle der Aggregate, die einzelnen Depotkandidaten in Augenschein zu nehmen, mit denen sich die Anlagestrategen derzeit an der Börse positionieren. Dabei fällt auf: Gleich zwei der Publikationen setzen auf ein und dasselbe Unternehmen. Es ist der Berliner Pharmakonzern Schering (WKN 717200). Dessen im DAX notierte Aktie konnte sich mittlerweile deutlich von den Tiefstständen lösen. Gut 20 Prozent beträgt das Kursplus seit März.
Und glaubt man den Analysten der SEB, dürfte sich die Genesung weiter fortsetzen. Grund für den Optimismus ist neben dem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 insbesondere das neue Medikament Angeliq. Als Hormonersatzpräparat gehört es zu den Kernaktivitäten der Berliner. Neuen Studien zufolge bietet das Medikament einen zusätzlichen Nutzen: Es senkt nebenbei den Blutdruck und erhöht daher das Marktpotenzial.
Spätestens in zwei Jahren, so die Vorgabe, soll Angeliq, das vor einer Woche EU-weit freigegeben wurde, auch für den US-Markt eine Zulassung erhalten. Und die wiederum passt in den Therapieplan von Hubertus Erlen. Er ist Vorstandschef von Schering und hat seinem Unternehmen ein hehres Ziel verordnet: Bis 2005/06 sollen sich die Umsätze auf dem US-Markt auf 2 Mrd. EUR verdoppeln.
Die Resonanz der Analysten: Die nordeuropäische Investmentbank SEB bescheinigt der Aktie ein Potenzial von 48 EUR. Die Anlagestrategen der Fuchsbriefe sehen Schering gar erst bei 54 EUR fair bewertet. Am 10. Juli notierte das Papier bei 42,90 EUR.
Zapf Creation: Weiteres Kurspotenzial von 20 Prozent?
Ein weiterer Wert, auf den man beim Fuchsbrief große Stücke hält, ist der im MDAX notierte Spielzeughersteller Zapf Creation (WKN 780600). Im Geschäftsjahr 2002 erzielte das Unternehmen ein Gewinnplus (EBIT) von 25 Prozent auf 32,9 Mio. EUR. Der Jahresüberschuss kletterte um 29 Prozent auf 21,2 Mio. EUR, wodurch sich das Ergebnis je Aktie von 2,09 auf 2,70 EUR erhöhte. Die Eigenkapitalquote liegt bei nahezu 50 Prozent. Mit einem Umsatz von zuletzt 222,7 Mio. EUR (+15%) erreichen die Rödentaler in Deutschland einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent. Europaweit haben sie es inzwischen zum führenden Hersteller von Spiel- und Funktionspuppen gebracht. Der Weltmarktanteil beträgt aktuell 14 Prozent. Geht es nach den Plänen von Vorstandschef Thomas Eichhorn, sind es in fünf Jahren 25 Prozent.
Die Expansion gefällt auch den Fondsmanagern. Arnoud Wolf, der den Nebenwertefonds Robeco European MidCaps Equities (WKN 921369) verantwortet, lobt insbesondere das Merchandising-Konzept der Rödentaler: "Zapf Creation verfügt über eine lukrative Verwertungskette. Jeder verkauften Puppe folgt ein oftmals langjähriger Strom margenstarker Accessoires wie beispielsweise Puppenbekleidung", erklärt Wolf.
In das gleiche Horn blasen die Analysten des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt. In ihrer Ersteinschätzung vom 16. Juni des Jahres kommen sie zu dem Ergebnis, dass Zapf Creation aktuell unterbewertet sei. Mögliche Abwärtsrisiken, so heißt es, würden durch Übernahmespekulationen und die solide Dividendenrendite von drei Prozent ausgeglichen. Für das nächste Geschäftsjahr erwarten die HSBC-Analysten einen Gewinn je Aktie von 3,45 EUR, der sich im Folgejahr um 0,35 auf 3,80 EUR erhöhen soll. Das Kursziel ihrer Kaufempfehlung taxieren sie auf 40 EUR (10.07.: 31,90 EUR).
Balda: Gewinnschwelle erreicht und frisches Kapital eingeworben
Die internationale Expansion, solide finanziert, wie sie Zapf Creation derzeit auf vollen Touren betreibt, dürfte Balda (WKN 521510) erst noch bevorstehen. Bislang konnte der Kunststoff-Spezialist seine Expansionspläne nicht aus dem operativen Ergebnis heraus verwirklichen. Doch vor einem Monat gelang ein richtungsweisender Deal: Das Unternehmen platzierte eine Wandelschuldanleihe und erlöste damit 12 Mio. EUR. Wie und wofür die Gesellschaft das Geld konkret einsetzen wird, bleibt nach Ansicht von Analysten jedoch abzuwarten. Fürs erste jedenfalls ist der Turn-around gelungen: Im ersten Quartal schaffte das Unternehmen mit einem Gewinn (EBIT) in Höhe von 4,1 Mio. EUR den Sprung in die Gewinnzone. Im Platow-Musterdepot liegt der SDAX-Wert seitdem mit gut 14 Prozent im Plus.
Leoni: Unternehmen in der Konsolidierung - Aktie auf Höhenflug
"2003 werden wir keine großen Sprünge machen können", teilte Vorstandschef Klaus Probst auf der Hauptversammlung des fränkischen Automobilzulieferers Leoni (WKN 540888) mit. Das war am 27. Mai. Seitdem ist die Aktie im Musterdepot des Fuchsbriefes deutlich gestiegen. Der Grund ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 17/2003 (pdf, 66 kB), erschienen am 11.7.2003.
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