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China-Fonds
Wachstum pur im Reich der Mitte?

China-Investoren stehen derzeit vor der Gretchenfrage: Ist das Riesenreich nun noch attraktiver, nach dem die Wirtschaft in den ersten neun Monaten um überschäumende 9,5 Prozent wuchs? Oder sollte man es mit Kostolany nehmen und die Party verlassen, bevor sie die Währungswächter vermiesen?
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Geldanlage-Brief − An China scheiden sich gegenwärtig die Geister. Die einen verweisen auf das nun schon seit zwanzig Jahren währende Wachstum von gut acht Prozent pro Jahr, auf die Austragung der Olympischen Spiele in 2008 mit geschätzten Mammut-Investitionen von 34 Mrd. US-Dollar sowie auf anhaltend hohe Auslandsinvestitionen (erwartet in 2004: gut 60 Mrd. US-Dollar). Oder auch: auf den weltweit größten Mobiltelefonmarkt, den weltweit größten Rohstoffimporteur und die Verdopplung der PKW-Zulassungen in den letzten fünf Jahren.
Skeptische Anleger dagegen nehmen es dieser Wochen mit Kostolany. "Verlasse die Party, wenn sie am schönsten ist." Ihre Argumente sind auch nicht ohne: Trotzdem die chinesische Zentralbank Ende Oktober erstmals nach neun Jahren den Leitzins anhob, ist der Preisauftrieb ungebrochen. Aktuell galoppiert er mit einer Jahresrate von gut 5,2 Prozent. Das lässt weitere Zinsschritte befürchten. Mögliche Folge, wenn Währungshüter Zhou Xiaochuan die Schraube überdrehen sollte: Die chinesische Wirtschaft könnte "hart landen".

Die nächsten Jahre gehören den "Stockpickern"
Was die Diskussion indes nicht zeigt: China ist beileibe kein monolithischer Block, den Anleger entweder komplett meiden oder vollständig ins Depot hieven sollten. Wer genau hinschaut erkennt etwa, dass ein Großteil der Inflation ausschließlich auf den Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zurückzuführen ist. Oder auch, dass die Gehälter pro Jahr um zehn Prozent wachsen; ergo der Konsum durch höhere Zinsen kaum Schaden nehmen sollte. Allerdings: Unternehmen, die vornehmlich auf Fremdkapital bauen, könnten in die Bredouille geraten. Folge: ein Selektionsprozess, auch am Aktienmarkt. Die nächste Zeit dürfte demnach weniger dem passiven "Indexinvestor", als vielmehr dem aktiven Portfoliomanager gehören.
Kein Wunder, das just mit Bekanntgabe der Leitzinsanhebung auch die Werbemaschinerie der Fondsindustrie angesprungen ist. Zurzeit kräftigst betrommelt: der China Focus Fund von Fidelity. Das Besondere an dem Produkt: Obwohl erst seit August 2003 am Markt, konnte er bereits 188 Mio. US-Dollar einsammeln und in punkto Performance einen Spitzenplatz erringen. Kursplus seit Auflage: stolze 36 Prozent.

China Focus Fund: Top-Performance mit Bottom-Up-Strategie
Die Anlagestrategie von Fondsmanager Patrick Lo, seit 1997 im Haus: Er investiert nach dem so genannten Bottom Up-Prinzip. Sein Augenmerk gilt weniger den Indizes und Branchendaten, sondern dem einzelnen Unternehmen. Wächst es stark, führt es den Markt an und halten hohe Eintrittsbarrieren die Konkurrenten fern, stehen die Chancen zur Aufnahme ins Depot schon mal nicht schlecht. Den Rest klärt ein Gespräch vor Ort. Sowohl mit dem Management, als auch den Mitarbeitern. Allein in 2004 führte Fidelitys Frontmann in China vierhundert solcher Gespräche. Resultat der Sondierungen für Anleger: ein hochkonzentriertes Depot von kaum fünfzig Einzelwerten, in dem allein die zehn größten Positionen fünfzig Prozent auf die Waagschale bringen. Darunter mit China Telecom und China Mobile zwei TK-Werte sowie mit China Petroleum & Chemical und Petrochina zwei Energietitel.
Die Klammer um das gesamte, auf langfristiges Wachstum zielende Depot: Kaufe Werte, deren Entwicklung kaum von Auslandsinvestitionen abhängig ist. Mithin: Versicherer, Elektronikproduzenten, Hafenbetreiber und Flughäfen.
Summa summarum ein Ansatz, der auf die steigende Kaufkraft der Mittelschicht setzt; typisch für (erfolgreiche) Emerging Market-Fonds.

Fazit: Sollen Sie den Fonds kaufen? Unsere Einschätzung ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 32/2004 (pdf, 185 kB), erschienen am 03.12.2004.

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