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Archiv > Börse > Aktien > Eon |
Eon Lukratives muss nicht immer spannend sein |
| Versorger gelten bei Aktionären gemeinhin als träge und verschlafen. Kein Wunder: Da sie eher stetige statt schnelle Gewinne generieren, tauchen deren Aktien nur selten in den Gewinner- und Verliererlisten auf. Darum sind sie bei Privatanlegern oft verpönt. Zu Unrecht, wie das Beispiel Eon zeigt. |
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Geldanlage-Brief −
Unternehmen: Eon ist das Resultat einer Großfusion. Der Konzern entstand vor vier Jahren durch Verschmelzung von Veba und Viag - zwei in den 20er Jahren als Holdings für staatliche Industriebeteiligungen gegründeten Unternehmen. Um den neuen Konzern für die Liberalisierung der Energiemärkte zu rüsten, haben ihn Eon-CEO Wolf Bernotat und seine Vorgänger radikal umgebaut. Randbeteiligungen wie die an VAW Aluminium, Stinnes und Veba Oel wurden abgestoßen, mit den Erlösen von 89 Mrd. Euro ging die Konzerleitung auf Einkaufstour. Haupteinkaufsmeilen nach dem Erwerb von Ruhrgas, Powergen und der schwedischen Sydkraft: die EU-Beitrittsländer und -kandidaten. So haben die Düsseldorfer im Oktober vom rumänischen Staat die Mehrheit am Gasversorger Ditrigaz Nord mit einer Million Kunden erworben, sich die Mehrheit an den tschechischen Stromerzeugern JME und JCE gesichert und sich in Bulgarien 67 Prozent an zwei Regionalversorgern ins Portfolio gebucht. Bernotats bislang größter Deal: Im November erwarb er für 2,1 Mrd. Euro 75 Prozent am ungarischen Gasunternehmen MOL. Grund: Erdgas hat in Ungarn, dem Drehkreuz in punkto Gastransport, einen doppelt so hohen Marktanteil wie in anderen EU-Ländern.
Summa summarum: Eon erreicht in Rumänien, Bulgarien und Tschechien Marktanteile von 24 Prozent. In der Slowakei sind es sogar 37 Prozent.
Und damit der Nachschub gesichert ist, schloss Eon im Juli mit der russischen Gazprom einen Vertrag über ein Gasfeld in Sibirien. Folge von beidem, Absatzförderung und Einkaufssicherung: Eon ist im Osten nun besser aufgestellt als RWE.
Fundamentales: Ungeachtet der strammen Expansion ist es dem Konzern gelungen, seine Nettofinanzverbindlichkeiten binnen zwei Jahren um 61 Prozent auf nun rund 6 Mrd. Euro zurückzuführen. Eon-Anleihen genießen darum in der Branche mit A3 bis Aa3 Spitzenwertungen seitens der Kreditagenturen.
In 2003 stieg der Umsatz um 27 Prozent auf gut 46 Mrd. Euro, das EBIT zog überproportional um 34 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro an, wobei das Kerngeschäft Strom und Gas schon mehr als neunzig Prozent beisteuerte. Nach ebenso festen, über den Analystenschätzungen liegenden Neunmonatszahlen (Umsatz +35%, EBITDA +17%) will Eon dieses Jahr mit einem zweistelligen Plus abschließen.
Bewertung: Mit einem Gewinnmultiple von zwölf (2004) bzw. elf (2005) ist Aktie etwas günstiger als Iberdrola (14/12) und Endesa (13/11). Mit RWE (12/11) liegt sie trotz ihres Osteuropa-Vorteils etwa gleichauf. Und das, obwohl Eon im internationalen Vergleich über einen der modernsten Kraftwerksparks verfügt. Hinzu kommt ein Heimvorteil: Die Energiepreise sind in Deutschland sehr hoch. Ein deutscher Haushalt zahlt pro Jahr etwa 300 Euro mehr als ein britischer. Dennoch will sich Eon in den nächsten Monaten in vielen Bundesländern Strompreiserhöhungen von sechs Prozent genehmigen lassen (letzte Erhöhung Ende 2003: 2,7%).
Last not least: Eon sieht ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 33/2004 (pdf, 176 kB), erschienen am 17.12.2004.
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