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Archiv > Börse > Aktien > Lanxess |
Lanxess "Poison Pill" oder Substanzwert? |
| Bayers Chemiesparte galt Großinvestoren lange als "Poison Pill". Zu schwach die Marge, zu gering das Wachstum und zu konjunkturabhängig das Geschäft. Für Bayer ist damit ab Montag nun Schluss. Der Konzern spaltet die Sparte ab und führt sie als eigenständiges Unternehmen an die Börse. Die Redaktion des Geldanlage-Briefs hat sich die Lanxess-Aktie, deren Chancen und Risiken, einmal genauer angeschaut. |
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Zins-Alternativen für Ihr Erspartes
Geldanlage-Brief −
Unternehmen: Lanxess ist Resultat des größten Umbaus im Hause Bayer. In ihm bündeln die Leverkusener inklusive der Kunststoffsparte fast alle ihrer Chemieaktivitäten. Bayers Übergeordnetes Ziel der Ausgliederung: Rückzug in die lukrativere Pharma- und Pflanzenschutzsparte.
Wenn Sie die Lanxess-Aktie kaufen, erwerben Sie Massenchemie pur: Egal ob PKW-Reifen, Wasserflaschen, Dichtringe oder Sportschuhe - Lanxess' Materialien finden Sie fast überall. Das Portfolio des 20.000 Mitarbeiter zählenden Konzerns (davon die Hälfte in Deutschland) umfasst gut 5.000 Produkte. Produziert wird in 18 Ländern an über fünfzig Standorten. Das macht Lanxess europaweit zur Nummer sechs, in Deutschland zur Nummer drei.
Fundamentales: In den ersten neun Monaten 2003 setzte das Lanxess, noch Teilkonzern von Bayer, 4,4 Mrd. Euro um und erzielte operativ ein Ergebnis von minus 65 Mio. Euro. In den ersten drei Quartalen 2004 zogen die Erlöse leicht um vier Prozent auf 4,5 Mrd. Euro an, das Vorsteuer-Ergebnis drehte auf 91 Mio. Euro. An der Relation von Erlös zum Ergebnis sehen Sie: Die Marge fällt bislang noch mau aus. Das Ziel von Vorstandschefs Axel Claus Heitmann ist es dann auch, sie bis 2006 auf zweistellige Werte zu hieven. Zum Vergleich: BASF bringt es auf 8,6 Prozent.
Lanxess' vordringlichste Aufgabe liegt jedoch woanders: Der Konzern kommt mit einem Finanzschuldenberg von weit mehr als 1 Mrd. Euro an die Börse. Diesen gilt es in den Folgejahren abzutragen. Die ersten Maßnahmen von Heitmann: Er will übertarifliche Leistungen von rund 3.900 Angestellten kappen und Gehälter von Führungskräften einfrieren. Einsparpotenzial: lediglich 25 Mio. Euro. Ziel ferner: Prozesse straffen, Produktportfolio bereinigen und womöglich ganze Produktionszweige an Partner abgeben oder in Kooperation betreiben.
Bewertung: Da Lanxess im Zuge einer Abspaltung an die Börse kommt, gibt es weder Zeichnungsfrist noch Preisspanne, innerhalb derer Sie Ihre Kaufaufträge abgeben können. Was die Aktie wert ist, sehen Sie erst am Montag, dem ersten Handelstag. Verfügbar sind jedoch einige Indikationen, deren Tendenz aufhorchen lässt. Kolportierten Analysten im Oktober noch einen fairen Wert von 25 bis 27,80 Euro je Anteilsschein, so sank die Größe einen Monat später auf 15 bis 20 Euro. Aktuell liegen dem Geldanlage-Brief Schätzungen vor, die den fairen Wert bei 14 bis 18 Euro je Aktie sehen.
Die Zurückhaltung von Analysten (wie auch vom Unternehmen selbst) kommt nicht von ungefähr. Neben den Schulden und der Unsicherheit ihrer zügigen Tilgung, gibt es eine Reihe anderer Risiken. Die Märkte, auf denen Lanxess agiert, sind vielfach gesättigt. Wenige Anbieter stehen vielen Kunden mit entsprechend großer Preismacht gegenüber. Folge: Preise für Chemieprodukte erodieren, Margen geraten unter Druck. Erschwerend: die neue Billigkonkurrenz aus China und Indien.
Ob sich Lanxess dem ein Stück entziehen kann, hängt vornehmlich von zwei Faktoren ab: ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 01/2005 (pdf, 274 kB), erschienen am 28.01.2005.
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