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›› Der DAX-Deckel bei 13.300 Punkten
von Torsten Ewert

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

Torsten Ewert

wie immer nach dem Verfallstag werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die Kursbewegungen des DAX im Vergleich zu unserer Verfallstagsprognose. Diesmal ergeben sich daraus übrigens einige bemerkenswerte Schlussfolgerungen für den weiteren Verlauf.

Eine weitere erfolgreiche Verfallstagsprognose!

Vor einer Woche hatte ich Ihnen an dieser Stelle den Bereich von 12.600 bis 12.700 Punkten als Ziel-Spannbreite für den DAX genannt. Abgerechnet wurde er am Freitag bei 12.606,98 Punkten, also am unteren Ende dieser Spanne – nachdem er am Freitagvormittag immerhin noch die 12.650-Punkte-Marke erreicht hatte.

Damit verbuchen wir ein weiteres Mal eine sehr erfolgreiche Prognose. Und auch die anderen Erkenntnisse der Verfallstagsanalyse sind zumindest ansatzweise eingetroffen: (zunächst) ein leichter, allmählicher Anstieg zu Wochenbeginn, dem tatsächlich noch einige Turbulenzen folgten. Diese führten den DAX zwar nicht bis an das alte Allzeithoch, sondern nur bis knapp unter 12.500 Punkte.

Die Mahnung zur Vorsicht war also angebracht, auch wenn die Kursausschläge insgesamt recht moderat blieben. Immerhin konnten (Intraday-)Trader unsere Verfallstagsprognose für lukrative Trades nach unten und/oder oben nutzen. Und auch wer sich mit einem Abstauberlimit auf die Lauer gelegt hat, kam unter Umständen zum Zug. Es war also für fast jeden etwas dabei – was will man mehr!

Welche beiden Szenarien nun im DAX möglich sind

Die spannende Frage ist natürlich, wie es nun weitergeht. Eine Variante hat Ihnen Sven Weisenhaus am Freitag bereits vorgestellt: den weiteren Kursrückgang in Richtung des alten Allzeithochs entlang der aktuellen Konsolidierungslinie nach der Target-Trend-Methode (siehe blauer Pfeil in folgendem Chart).

DAX-Tageschart (TTM, vereinfacht)

Dies ist der bekannte Target-Trend-Chart, den ich für meine heutige Analyse auf die wichtigsten Elemente beschränkt habe. Aus Sicht der Target-Trend-Methode ist die aktuelle Situation etwas unklar. Nachdem der DAX vor der Mittellinie bei 12.945 Punkten Schwäche zeigte und zurückfiel, ist ein Kursrückgang in Richtung des alten Allzeithoch tatsächlich das wahrscheinlichste Szenario.

Die starke Umkehrkerze vom vergangenen Donnerstag (siehe grüner Pfeil), mit der das obere blaue Rechteck wiedererobert wurde, spricht jedoch für eine Fortsetzung der im April begonnenen Aufwärtsbewegung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der DAX kurzfristig die oberen Begrenzungen des grünen und gelben Trends überwindet, an denen er am Freitag (Verfallstag!) zunächst noch gescheitert war.

Diese Besonderheit des DAX sollten Sie stets beachten

Wenn das gelingt, dann besteht die Möglichkeit, dass der DAX – z.B. innerhalb des steilen grünen Kurzfristtrends – in Richtung der Oberkante des aktuellen Rechtecks bei 13.300 Punkten steigt. Dort trifft er dann aber auf einen massiven Widerstand („Deckel“), an dem die Aufwärtsbewegung zunächst ein Ende finden könnte.

Nun fragen Sie sich sicherlich, warum an dieser Marke ein Widerstand lauert. Sicher, die Target-Trend-Methode gibt z.B. durch die Rechteckkanten „automatisch“ Widerstände vor, die auch im Niemandsland neuer Rekordmarken existieren – wo die klassische Charttechnik keine oder nur sehr wenige Anhaltspunkte liefert. Aber warum sollte ausgerechnet die 13.300er Marke wichtiger sein als andere Rechteckgrenzen?

Der Grund dafür liegt in der Besonderheit begründet, dass der „offizielle“ DAX als Performanceindex, also inklusive der Dividenden der Einzelwerte, angegeben wird. Alle anderen großen Indizes – Euro STOXX 50, Dow Jones, S&P 500, Nikkei 225 usw. – sind Kursindizes und werden ohne Dividenden berechnet. (Von den meisten Indizes gibt es zwar ebenfalls Performanceindizes, aber diese finden im Gegensatz zum DAX medial keine Beachtung.)

Warum der DAX einen Deckel hat

Beim Vergleich mit anderen Indizes nimmt man also besser den Kurs-DAX. Aber auch sonst kann ein Seitenblick auf den Kursindex nicht schaden, denn insbesondere wenn der Kurs-DAX wichtige Widerstände oder Unterstützungen erreicht, hat das auch Rückwirkungen auf den (Performance-)DAX. Und inzwischen steht der Kurs-DAX eben vor einem ganz massiven Widerstand (siehe folgender Chart):

Kurs-DAX ab 2000, monatlich
(Quelle: MarketMaker)

Es geht um das Allzeithoch aus dem Jahr 2000 bei 6.266,15 Punkten (rote Linie). Dieses wurde 2015 getestet und auch kurzzeitig knapp überwunden. Aber danach schloss sich bekanntlich eine größere Korrektur an. Erst durch den Anstieg seit Anfang 2017 nähert sich der Kurs-DAX ein drittes Mal diesem Niveau.

Entgegen der landläufigen Meinung und anders, als es uns der (Performance-)DAX Tag für Tag suggeriert, hat der deutsche Aktienmarkt sein Allzeithoch aus dem Jahr 2000 immer noch nicht überwunden! Diese Tatsache sollten wir nicht unterschätzen, denn nach dem recht dynamischen und anhaltenden Anstieg seit Jahresbeginn wird es für die Bullen schwer, den sofortigen Ausbruch nach oben zu schaffen. Erfahrungsgemäß fehlt ihnen dafür nach einer solchen Rally die Puste. Und dementsprechend ist auch schon längst ein Nachlassen der Auswärtsdynamik zu erkennen. Die rote Linie könnte also ein Deckel für den Kurs-DAX sein – und damit auch für den DAX.

So ergibt sich die Zielmarke für den DAX-Deckel

Mit den Zahlen des Kurs-DAX können wir leicht ausrechnen, wo dieser Deckel für den „richtigen“ DAX liegt: Der Kurs-DAX stand per Freitag bei 6.001,50 Punkten. Bis zur roten Linie beträgt also das Aufwärtspotenzial noch 4,41 %. Hinzu kommt gegebenenfalls noch der Dividendenaufschlag, der im DAX zu Buche schlägt.

Da die Dividendensaison in vollem Gang ist und die meisten Dividenden für 2017 bis Ende Juni gezahlt werden, rechnen wir der Einfachheit halber mit dem Durchschnittsertrag der vergangenen Jahre für die kommenden sechs Wochen (ca. 0,4 %). Daraus ergibt sich für den DAX ein Kurspotenzial bis knapp 13.250 Punkte. Wenn wir das neue Allzeithoch von 2015 bei 6.339,56 Punkten als Zielmarke nehmen (blaue Linie), dann hat der DAX Luft bis rund 13.400 Punkte. Die Rechteckkante bei 13.300 Punkten liegt also genau in diesem Zielbereich und erhält damit zusätzliche Verstärkung als Widerstand!

Der DAX-Deckel und die Target-Trend-Methode

Bemerkenswert ist zudem, dass auch die Target-Trend-Methode einen weiteren Zielwert in diesem Bereich ausweist. Dieser ergibt sich durch die Fibonacci-Projektion nach der Traget-Trend-Methode (siehe folgender Ausschnitt aus dem ersten Chart):

DAX-Tageschart (TTM, kurzfristig)

Dazu wird an das Tief eines markanten Aufwärtstrends die Nullmarke der Fibonacci-Linien angelegt und an das erste Zwischenhoch die 38,2%-Linie. Im Chart sind diese beiden Punkte mit grünen Kreisen markiert. Aufgrund der mathematischen Gesetzmäßigkeit der Fibonacci-Linien ergibt sich daraus bereits ein eindeutiger 100%-Wert, der in diesem Fall bei 13.367,54 Punkten liegt und als Ziel dieser Aufwärtsbewegung angesehen werden kann.

Dieser Zielwert ist natürlich zunächst einmal nur eine Hypothese. Er wird aber umso relevanter, je mehr markante Punkte der weiteren Aufwärtsbewegung mit den so festgelegten Fibonacci-Linien übereinstimmen. Bei der laufenden Aufwärtsbewegung im DAX ist das bislang in nahezu idealer Weise der Fall (siehe gelbe Kreise). Wenn der Anstieg also tatsächlich weitergeht, ist damit die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Zielwert bei 13.367 Punkten erreicht wird – und der Aufwärtstrend dann dort endet.

Wie Sie am DAX-Deckel am besten handeln

Mit vier, zum Teil sehr starken, Widerständen innerhalb eines Kursbands von nur gut einem Prozent wird es für den DAX sehr schwer, nach oben auszubrechen – insbesondere dann, wenn die Kurse auch weiterhin innerhalb des steilen grünen Kurzfristtrends bleiben. Dann herrscht bei 13.300 Punkten eine stark überkaufte Situation, die ihrerseits den weiteren Anstieg bremst.

Oberhalb von 13.000 Punkten wird die Luft für den DAX folglich sehr dünn. Dann sollten Sie Ihre Gewinne mitnehmen oder zumindest enger absichern. Short-Trades sind dann jedoch immer noch sehr riskant. Aber zunächst einmal bleibt abzuwarten, ob sich der DAX überhaupt auf den Weg zu diesem Deckel macht oder ob er zunächst den Weg zurück zu seinem alten Allzeithoch einschlägt.


Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


PS: Sie sehen, die Target-Trend-Methode hat Ihnen viel zu bieten – einen regelrechten Werkzeugkasten! Damit können Sie sowohl neue Erkenntnisse gewinnen (z.B. Targets finden) und, wie Sie sehen, auch Ihre bestehenden Analysen ergänzen. Und das Beste: Ihre bisherigen Tools integrieren Sie ganz automatisch und nahtlos, denn die Target-Trend-Methode baut auf den bekannten Charttechniken auf.

Wenn Sie also auch in die Tiefen der Target-Trend-Methode eintauchen wollen, um Ihr Trading mit einer starken und erprobten Analysemethode weiter zu verbessern, dann melden Sie sich gleich zu unserem bevorstehenden Seminar an. Aber beeilen Sie sich, es ist die letzte Chance: Ein Platz ist kurzfristig frei geworden, der erfahrungsgemäß schnell wieder vergeben ist…

 



›› Trader-Sentiment für 21. KW 2017 (22.05. - 26.05.)
von Sven Weisenhaus

In der vergangenen Woche konnten Sie bereits in der Börse-Intern ausführlich erleben, wie sich der DAX vor dem Hintergrund der Anleger-Stimmung entwickelt hat. Das bearishe Sentiment hielt die Kurse im DAX im Sinne des Kontraindikators zu Wochenbeginn hoch und der Index konnte, wie vor einer Woche hier an dieser Stelle beschrieben, neue Allzeithochs markieren (siehe dunkles Rechteck im folgenden Chart). Mit im Maximum 12.841,66 Punkten brachte es der DAX im Vergleich zum Schlusskurs der Vorwoche (blaue Linie, 12.770,41) auf ein Plus von 0,56 Prozent.

Am Mittwoch übernahmen dann allerdings die Bären das Ruder, weil sich die Stilhalter zum kleinen Verfallstag am Freitag wie erwartet positioniert haben. Zwischenzeitig rutschte der DAX dadurch vom Hoch bei 12.841,66 Punkten bis zum Tief bei 12.489,95 Zählern um 2,74 Prozent ab. Doch am Donnerstag erholte sich der Index wieder und notierte am Freitag exakt in der am Montag aus der Verfallstagsgrafik abgeleiteten Range zwischen 12.700 und 12.600 Punkten. - Sowohl das Sentiment als auch die Verfallstagsgrafik haben damit als (Kontra-)Indikatoren hervorragend funktioniert.

Nun steht nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche natürlich die Frage im Raum, was nach dem Verfallstag kommt. Will der DAX nach wie vor seinen Aufwärtstrend nicht aufgeben und kommt es daher in dieser Woche wieder zu steigenden Kursen oder haben wir bereits den Auftakt zu der längst überfälligen, ausgedehnten Korrektur gesehen?

Funktioniert das Sentiment erneut als Kontraindikator, dann wird der DAX in dieser Woche seine Kurserholung fortsetzen können. Denn auch in der aktuellen Umfrage sind die Bären wieder in der Überzahl.

Zwar hat der Pessimismus zum dritten Mal in Folge leicht abgenommen, doch mit 51,50 Prozent sind die Bären nach wie vor in der Überzahl - zum vierten Mal in Folge und zum 14. Mal in den vergangenen 16 Wochen.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de

Trader Sentiment

 

 

 


 

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