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Archiv > Börse > Aktien > MTU Aero Engines |
MTU Aero Engines Triebwerke-Hersteller MTU fliegt an die Börse |
| Drei Jahre lang suchte DaimlerChrysler einen Käufer für die Triebwerkssparte. Anfang 2004 war es dann so weit. Kohlberg Kravis Roberts (KKR), prominenter Finanzinvestor und Mitglied in Münteferings "Heuschreckenliste", fiel in München ein und erwarb den Turbinenbauer. Heute, kaum anderthalb Jahre später, versilbert KKR das Gros seiner Beteiligung über die Börse. Etwa zwanzig Prozent der Emission, so die Schätzung, könnte an Privatanleger gehen. Die Analyse des Geldanlage-Briefes klärt, ob das Zeichnen lohnt. |
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Geldanlage-Brief −
Unternehmen: MTU Aero Engines (WKN A0D9PT) ist Deutschlands führender Triebwerke-Hersteller. Das Unternehmen produziert sowohl für die zivile, als auch für die militärische Luftfahrt. Zu den Kunden der Münchener gehören die drei großen Turbinenbauer General Electric (GE), Rolls-Royce sowie Pratt & Whitney, eine Tochter des US-Mischkonzerns United Technologies. Mit ihnen erzielt MTU je etwa 16 bis 18 Prozent des Umsatzes. Paradox: Ausgerechnet der kleine Kunde P&W zählt zu den lukrativsten Partnern in München. Mit der Folge: MTU darf sich für eine Ausschreibung von GE oder Rolls-Royce nur dann bewerben, wenn P&W nicht mitbietet.
Fundamentales: In 2004 lieferte MTU 239 Turbinen aus, erlöste gut 1,9 Mrd. Euro und erzielte ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 214 Mio. Euro. In den ersten drei Monaten 2005 genießen die Münchener einen kräftigen Auswind: Von Januar bis März kletterten die Erlöse um 19 Prozent auf 526 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn zog um fast einhundert Prozent auf 71 Mio. Euro an. Für das Gesamtjahr erwartet Vorstandschef Udo Stark (57), der erst im Januar seinen Dreijahresvertrag unterzeichnete, eine "gute Steigerung beim Umsatz wie auch beim Ergebnis". Beides, Umsatz wie Gewinn, soll in den Folgejahren signifikant zulegen.
Gut zu wissen für konservative Anleger: Stark will vierzig Prozent des Nettoergebnisses als Dividende ausschütten. Experten klalkulieren für das Frühjahr 2006 mit einer Ausschüttungssumme von mindestens 40 Mio. Euro beziehungsweise 0,73 Euro je Aktie. Das ergibt, je nach Ausgabepreis, eine attraktive Dividendenrendite von 3,3 bis 3,8 Prozent.
Jedoch: Noch lagern Altlasten in der Bilanz. Als der Private Equity-Investor KKR vor anderthalb Jahren bei den Münchenern einstieg, bürdete er ihnen fast den gesamten Kaufpreis auf. Folge: per Ende März ein Schuldenberg von 624 Mio. Euro. Oben drauf kommen Pensionsverpflichtungen im Volumen von 365 Mio. Euro.
Börsengang: MTU hat fast 36 Millionen Aktien im Gepäck. Der Aufstieg in den MDax, wo bereits die Branchenkollegen EADS und Fraport notieren, gilt als sicher. Da jedoch mit gut 20 Millionen Stücken das Gros der Aktien aus den Schatullen von Altaktionären kommt, muss sich MTU mit einem Mittelzufluss von 285 bis 330 Mio. Euro begnügen. Die Verwendung steht bereits fest. Der Erlös fließt vollumfänglich in die Abtragung der Schulden.
Nach dem IPO wird KKR noch gut 29 Prozent halten (derzeit 92%). Das Management, das derzeit gut acht Prozent der Anteile hält, gibt während des Börsenganges keine Stücke aus der Hand. Im Gegenteil: Stark will sein Engagement im Zuge des IPOs noch ausbauen.
Bewertung: MTU ist am ehesten mit Rolls Royce vergleichbar. Für die zuletzt stark in den Aufwind geratenen Papiere zahlen Investoren zurzeit etwa das 16-fache des für 2005 erwarteten Gewinns je Aktie. Für 2006 liegt das Gewinnmultiple bei knapp 14. MTU kostet dagegen selbst an der Oberkante der Spanne kaum das 13-fache für 2005.
Noch signifikanter der Unterschied in der Ertragsqualität. MTU's Marge ist mit gut 12,2 Prozent mehr als doppelt so hoch als die der Briten. Kein Wunder, dass Fondsmanager wie Analysten von der Preisspanne positiv überrascht wurden. Denken Sie aber bitte ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 10/2005 (pdf, 262 kB), erschienen am 03.06.2005.
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