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Heidelberger Druck
Heideldruck unter Druck - Wie lange noch?

Eine Krise kommt selten allein. Erst recht, wenn ihr Epizentrum in der Medienindustrie liegt. Dann schliddern auch Druckereien gleich reihenweise in die Insolvenz. Mindestens umsteuern müssen auch deren Ausstatter. Heidelberger Druck hat genau das getan, mit allem, was es zu einer Trendwende braucht..
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Geldanlage-BriefZum Unternehmen: Heidelberger Druck (WKN 731400) ist mit einem Marktanteil von vierzig Prozent der weltweit größte Ausstatter von Druckereibetrieben. Der 18.800 Mitarbeiter große Konzern bietet seinen 200.000 Kunden von Produkten zur Druckvorstufe über das Druckverfahren bis zur Nachbearbeitung alles, was diese zur Anfertigung ihrer Print-Publikationen benötigen. Wichtiger Unterschied zur Konkurrenz: Die Heidelberger setzen bei der Fertigung ihrer nicht selten mehrere Millionen Euro teuren Maschinen vielfach auf Eigenentwicklungen. Folgen: weniger Logistik, weniger und weniger Prozessprobleme beim Kunden, eine bessere Produktqualität.
Die vergangenen Jahre standen in Heidelberg unter keinem guten Zeichen. Ausgelöst durch die Krise in der Medienbranche, in deren Folge in den USA jede zehnte und in Deutschland mehr als jede dritte Druckerei schließen musste, brachen Heideldruck erhebliche Teile der Kundenbasis weg.

Fundamentales: Im Geschäftsjahr 2003/04 (31. März) färbte sich die Bilanz mit einem Verlust von 695 Mio. Euro bzw. 8,16 Euro je Aktie tief rot; das schlechteste Jahr in der mehr als 150jährigen Firmengeschichte. Reaktion des Managements: Streichung von 4.200 Stellen, Verkauf der Sparten Rollenoffset und Digitaldruck sowie ein Kostensenkungsprogramm, das die Personalausgaben in Deutschland bis 2008 um jährlich 100 Mio. Euro reduzieren soll. Die ersten Früchte dieser Anstrengungen finden Sie bereits in der kürzlich vorgelegten Bilanz zum Geschäftsjahr 2004/05. Während der Umsatz in Folge der Verkäufe um zehn Prozent auf 3,36 Mrd. Euro sank, erwirtschaftete der Konzern beim Überschuss ein sattes Plus von 756 auf 61 Mio. Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zog um 87 auf 167 Mio. Euro an und die Auftragsbücher füllten sich um acht Prozent auf 3,51 Mrd. Euro. Nach zweijähriger Durststrecke bekommen die Aktionäre nun wieder eine Dividende von 0,30 Euro.

Bewertung: Die Trendwende ist fürs Erste geschafft. Doch wird sie nachhaltig sein? Es gibt Indizien, die dafür sprechen. Das erste: Das Branchenumfeld hat sich insgesamt aufgehellt. Kai Büntemeyer, Vorsitzender des Fachverbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), rechnet in 2005 mit einem Auftragsplus von 14 Prozent. Das zweite, mehr qualitative Indiz: Die Nachfrage kommt vornehmlich aus dem Ausland. Das wiederum trifft sich gut mit dem Geschäftsmodell von Heidelberger Druck. Indem der Konzern weltweit 250 Vertriebsniederlassungen unterhält, akquiriert er rund 85 Prozent des Umsatzes im Ausland, davon knapp die Hälfte in stark wachsenden Schwellenländern. Mit dem neuen, für 2006 geplanten Werk in Shanghai, in dem zunächst kleinere Maschinen gefertigt werden sollen, dürfte sich dieser Trend weiter verfestigen.
An der Börse ist von all' dem jedoch bisher wenig zu spüren. Mit einem Kursgewinnverhältnis von 12,5 auf Basis der Schätzungen für 2006 kostet der Marktführer derzeit sogar weniger als König & Bauer und auch weniger als die entfernt zur Peer-Group gehörende MAN mit ihrer Druckmaschinen-Tochter MAN Rohland.

Fazit: Die Erben Gutenbergs sind unterwegs zur ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 12/2005 (pdf, 293 kB), erschienen am 01.07.2005.

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