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Archiv > Börse > Aktien > Bechtle |
Bechtle Wachstumswert zum Schwabenpreis |
| Mit Erlösen von gut 1 Mrd. Euro ist Bechtle das größte herstellerunabhängige Systemhaus in Deutschland. Seine Größe verdankt der "Riese", wie ihn Wettbewerber nennen, einer beispiellosen Akquisitionspolitik. Das Besondere an dem IT-Unternehmen: Anders als die Aktie glitt das Geschäft der Schwaben nach dem Jahr 2000 nicht in die Krise. Es ging im Gegenteil eher noch gestärkt aus ihr hervor. |
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Zum Unternehmen: Bechtle (WKN 515870) setzt auf zwei Standbeine: eine E-Commerce-Plattform, über die "der Riese" gut 22.000 Produkte vertreibt, sowie ein Systemhaus, in dem das Unternehmen von Konzeption über Einkauf bis zu Installation, Wartung und Schulung die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, derer der Mittelstand bedarf.
Bechtle bringt zwei Besonderheiten mit: Das Unternehmen setzt im Vertrieb nicht nur auf das Internet, sondern auf regionale Präsenz. Mit sechzig Filialen in Deutschland und in der Schweiz will der Dienstleister dichter als andere am Kunden sein.
Die zweite: Bechtle gilt als ausgesprochen wachstumshungrig. Seit 1990 verleibten sich die Schwaben dreißig Unternehmen ein. Zuletzt schluckten sie die börsennotierte PSB, die Schweizer Systemhäuser ARP-DATACON und ALSO COMSYT sowie die Servicegesellschaft für Geld- und Banksysteme.
Fundamentales: Kein Wunder, dass das Wachstum auch in 2004 wieder üppig ausfiel. Die Umsätze kletterten um 37,5 Prozent und übersprangen mit 1,09 Mrd. Euro erstmals in der 23jährigen Geschichte die Milliardenmauer. Gleichzeitig zog der Vorsteuergewinn auf 37 Mio. Euro an, ebenfalls ein Plus von 35 Prozent. Glanzjahre wie dieses haben Tradition: Seit 2000, dem Beginn der IT-Krise, haben sich Bechtles Erlöse mehr als verdoppelt und die Gewinne mehr als verfünffacht. Dividenden, eher ein Fremdwort in der Branche, gibt es bereits seit 1999. Für 2004 zahlte Bechtle 0,40 Euro je Aktie (2003: 0,30 Euro). Das ergibt eine deutlich über Brosamen-Niveau liegende Rendite von zwei Prozent.
Klar, dass die nur ausschüttet, wer optimistisch in die Zukunft blickt. Bechtle-Boss Ralf Klenk, vor einem Jahr durch Großaktionär Gerhard Schick vom CFO zum CEO geadelt, erwartet für 2005 ein Erlösplus von fast zwanzig Prozent auf 1,3 Mrd. Euro und einen Zuwachs beim Vorsteuer-Gewinn von knapp zwölf Prozent auf "mindestens 42 Mio. Euro". Zum Vergleich: Der IT-Markt wird in 2005 um rund vier Prozent wachsen, prognostizieren Marktforscher. Langfristig, bis 2010, will Klenk den Umsatz auf 2 Mrd. Euro hieven.
Bewertung: Gesetzt den fiktiven Fall, Sie wollten einhundert Prozent der Anteile übernehmen und alle Aktionäre würden Ihnen ihre Stücke zum aktuellen Börsenkurs verkaufen. Dann müssten Sie für den Deal derzeit 411 Mio. Euro aufwenden. Klingt nach viel? Absolut betrachtet, sicher. Doch in Relation zur Größe des Unternehmens ein ungewöhnlich geringer Preis: Es ist kaum ein Drittel dessen, was Bechtle in diesem Jahr umsetzen wird. Das ist ein branchentypisch sehr günstiger Wert. Auch das Kurs/Gewinn-Verhältnis lädt mehr ein, als dass es abschreckt. Auf Basis der Projektionen für 2005 zahlen Sie das Zwölffache des Gewinns je Aktie - ebenfalls branchenuntypisch niedrig. Zumal für ein Unternehmen, an dem noch jede Krise, die den IT-Markt seit 2000 heimgesucht hat, abgeprallt ist.
Fazit: Ein Beispiel langfristig erfolgreicher Akquisitionspolitik. Gleichwohl aber ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 14/2005 (pdf, 269 kB), erschienen am 29.07.2005.
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