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Archiv > Börse > Aktien > C.A.T. oil |
C.A.T. oil Mit C.A.T. oil bohrt der erste Öl-Service-Anbieter die Frankfurter Börse an |
| Hahn auf für den ersten Ölwert an der deutschen Börse: Noch bis zum 3. Mai können Sie die Papiere der österreichisch-russischen C.A.T. oil zeichnen. Der Geldanlage-Brief hat sich das Unternehmen genauer angeschaut - und gleich zwei Merkwürdigkeiten zutage gefördert. |
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Geldanlage-Brief −
Ziehen Sie bitte einen feinen Strich zwischen Öl-Konzernen und Unternehmen wie C.A.T. oil. C.A.T. oil (WKN A0JKWU) fördert kein eigenes Öl. Das Unternehmen ist ein reiner Service-Anbieter. Die seit 1993 im Kurort Baden bei Wien residierende Gesellschaft hilft ihren Kunden beim Anbohren schwer erschließbarer Ölfelder. "Hydraulic Fracturing" heißt die Methode: Starke Pumpen pressen chemische Verbindungen ins Erdreich, brechen das Gestein auf und im Idealfall sprudelt das Öl selbst dort, wo Geologen zuvor nur abgewinkt haben.
Auf C.A.T. oils Kundenliste finden Sie das Who is Who der russischen Öl-Wirtschaft: Gazprom, Lukoil, Rosneft, aber auch die BP-Tochter TNK-BP - sie alle setzen bei schwer förderbaren Vorkommen auf die als führend geltende C.A.T. oil-Technik.
Fundamentales: C.A.T. oil weist eine stramme Entwicklung auf. In 2005 verbuchte Finanzvorstand Egbert Diehl Erlöse von gut 157 Mio. Euro - ein Plus zum Vorjahr von 40 Prozent. Das Ergebnis stieg überproportional um mehr als das Doppelte auf gut 28 Mio. Euro. Die Studien der am Börsengang beteiligten Banken verheißen auch für die kommenden Jahre sprudelnde Einnahmen: Laut Dresdner Kleinwort Wasserstein sollte C.A.T. oil in 2006 222 Mio. Euro und in 2007 339 Mio. Euro erlösen, wobei in diesem Jahr 31 und in 2007 schon 58 Mio. Euro hängen bleiben könnten.
Börsengang: C.A.T. oils Gang an den Prime Standard mit wahrscheinlicher Aufnahme in den Mdax birgt eine Überraschung. Von den 19,6 Millionen Aktien, die Sie noch bis zum 3. Mai von 12,50 bis 15 Euro zeichnen können, stammen nicht weniger als 10,7 Millionen Stücke aus dem Besitz der Altaktionäre. Die Kapitalerhöhung umfasst dagegen kaum 8,9 Millionen Anteile. Mit den frischen Mitteln von bis zu 133 Mio. Euro will Vorstandschef Manfred Kastner neue Ausrüstung erwerben und die Fracturing-Flotte um vier auf zwölf Fahrzeuge aufstocken. Daneben möchte er das Geschäft in Kasachstan ausbauen und die Angebotspalette erweitern. Auch Zukäufe schließt er nicht aus. Bevorzugtes Revier: Osteuropa.
Wertung: C.A.T. oil profitiert vom Trend zum Outsourcing der Öl-Konzerne. Die Verträge mit Lukoil & Co. haben zwar nur kurze Laufzeiten von etwa einem Jahr. Da C.A.T. oil aber aus der Region stammt, genießt das Unternehmen bei der Auftragsvergabe einen Heimvorteil gegenüber Branchengrößen wie Schlumberger und Halliburton. Die Abhängigkeit von Einzelkunden (43 Prozent der Umsätze entfallen auf Lukoil und Rosneft) sehen wir daher weniger kritisch.
Pikant ist vielmehr ein anderer Punkt: der Firmenkonstrukt. Dazu müssen Sie wissen: C.A.T. oil befand sich bislang im Besitz der Cat-Holding mit Sitz auf Zypern. Diese wiederum kontrolliert die russischen Töchter Catobneft und Catkoneft, die das eigentliche Geschäft betreiben. Ein Teil der zypriotischen Holding gehört Anna Brinkmann, ehemals Assistentin des Vorstands, inzwischen selbst Vorstandsmitglied. Wem allerdings der (vermutlich) größere Teil gehört, will Ihnen C.A.T. oil jetzt und künftig nicht verraten. Sie als Anteilseigner haben folglich nur bedingt Einblick - eine Intransparenz, die es in dieser Ausprägung bei einem IPO wohl noch nicht gegeben hat. Bedenken Sie ferner: Ursprünglich wollte auch UBS den Börsengang begleiten. Die Schweizer zogen sich jedoch überraschend zurück. Umso frappierender deshalb: Kommt C.A.T. oil zu 15 Euro an die Börse und gehen die - sehr ambitionierten - Bank-Prognosen auf, bezahlen Sie die Aktie mit dem 23-fachen der für 2006 geschätzten Gewinne. Die kanadische Trican Well Services, C.A.T. oils Vergleichskandidat, bekommen Sie dagegen für weniger als die Hälfte. Auch beim Primus Halliburton sind Sie mit einem KGV von 20 dabei.
Fazit: Aus fundamentaler Sicht drängt sich ein Kauf nicht auf - ungeachtet des derzeit guten Öl-Klimas. Als spekulativer Anleger sollten Sie ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 08/2006 (pdf, 168 kB), erschienen am 28.04.2006.
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