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Neuemission Schmack Biogas
So sieht eine echte Erfolgsgeschichte aus

170.000 Jobs hat die Branche der erneuerbaren Energien geschaffen. Und mit Solarworld & Co. manch' einem Anleger "einen Platz an der Sonne" verschafft. Nun startet wieder ein Pionier seine Börsenkarriere: Schmack Biogas.
Geldanlage-Brief − Schmack Biogas ist die Geschichte eines technikbegeisterten Mannes. Im Alter von 21 Jahren schraubt Ulrich Schmack auf dem Hof seiner Eltern eine Anlage zusammen, die aus Landwirtschaftsabfällen Energie gewinnen soll. Rasch gewinnt er erste Kunden und gründet noch im selben Jahr sein Unternehmen.
Heute, elf Jahre später, beschäftigt Schmack (WKN SBGS11) schon 140 Mitarbeiter. Als Komplettanbieter projektieren die Bayern die Anlagen nicht nur, sie organisieren auch die Finanzierung, besorgen Genehmigungen und übernehmen auf Wunsch Wartung und Betrieb. 145 Anlagen mit einer Leistung von 29 Megawatt hat Schmack schon installiert. Zu den Kunden der bis zu 2 Mio. Euro teuren Anlagen zählen inzwischen nicht mehr nur Landwirte, sondern auch die Stadtwerke Aachen und Schwerin. Daneben ist Schmack mit E.On und einer Tochter des französichen Stromriesen EdF im Geschäft.

Fundamentales: Dank des 2004 novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das die Stromkonzerne zwingt, Biogas-Strom mit bis zu 11,5 Cent je Kilowattstunde zu vergüten, brummen die Geschäfte in Schwandorf: In 2005 stieg der Umsatz auf 34,1 Mio. Euro (+107%). Das Ebit sprang von 0,5 auf 2,8 Mio. Euro, der Überschuss deutlich von 0,9 auf 2,5 Mio. Euro. In diesem Jahr sollen bereits 75 Mio. Euro durch die Bücher laufen und vor Steuern 3,6 Mio. Euro (+29%) verdient werden. Beeindruckend: Die Erlöse 2006 hat Schmack schon als Aufträge in den Büchern stehen. Für 2007 erwarten die Analysten einen Erlössprung von 65 Prozent, wobei sich das Ebit auf 8 Mio. Euro fast verdoppeln soll.

Börsengang: Die Bayern haben inklusive Mehrzuteilungsoption 2,3 Millionen Aktien im Gepäck, davon 1,2 Millionen Stücke aus einer Kapitalerhöhung. Ihr Ziel ist der hoch reglementierte Prime Standard. Auf Basis des Ausgabepreises von 31 Euro fließen dem Unternehmen gut 37 Mio. Euro an Eigenkapital zu - der Umsatz des gesamten Vorjahres. Wichtigstes Vorhaben nach dem IPO: Schmack will künftig auch auf eigene Rechnung Strom erzeugen. Mittelfristig ist eine Kapazität von 50 Megawatt im Gespräch. Daneben möchte man auch im Ausland Fuß fassen, vorrangig in Italien und den Niederlanden.

Wertung: Die Branche fristet noch ein Nischendasein. Sie ist stark zersplittert, ihr Volumen beträgt knapp 500 Mio. Euro. 2.700 Anlagen mit einer Leistung von 2,9 Milliarden Kilowatt-Stunden (KWh) decken kaum 0,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Und das, obwohl Biogas anders als Solar- und Wind-Energie witterungsunabhängig erzeugt und zudem problemlos gespeichert werden kann. Die Tendenz weist allerdings zügig aus der Nische heraus: Bis 2020, so die Prognosen, werde die Produktion auf 79 Milliarden KWh steigen und damit einen Beitrag von 17 Prozent am Strombedarf leisten.
Berechnungen wie diese fallen zudem in ein günstiges Klima. Deutschland will künftig unabhängig vom launigen Russland werden, die Bundesregierung strebt für die Zukunft einen breiteren Energie-Mix an. Da trifft es sich gut, dass Ulrich Schmack gute Polit-Kontakte unterhält: Als Berater gestaltete er die EEG-Novelle mit und nahm auf Einladung der Kanzlerin am Energiegipfel teil. Denken Sie bitte an Frank Asbeck. Der Mitbegründer der Grünen hielt sich stets in der Nähe des damaligen Umweltministers Trittin auf. Heute ist er wichtigster Aktionär bei Solarworld.
Mit einem KGV von unter 20 für 2007 ist das Biogas-Papier nicht zu teuer. Ihr Hauptrisiko ist der Ölpreis: Sackt er ab, sinkt die Wettbewerbsfähigkeit von Biogas. Ein weiteres Risiko ist die für 2007 anstehende Novellierung des EEGs. Kippt die üppige Förderung, wankt auch das Geschäft der Bayern - sehr unwahrscheinlich zwar, aber nicht ganz auszuschließen.

Fazit: "Es war schon immer etwas risikoreicher, auf Pioniere zu setzen", könnte man meinen. Tatsächlich ist die Aktie ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 10/2006 (pdf, 243 kB), erschienen am 24.05.2006.

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