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Archiv > Börse > Aktien > SAP |
SAP Das können Sie von der SAP-Aktie erwarten |
| Kaufen, wenn die Kurse krachen: Wer in den vorigen Jahren nach diesem Grundsatz handelte, dem bescherte die SAP-Aktie üppige Renditen. Auch gegenwärtig stehen über den Walldorfern abermals dunkle Wolken. Frage also: Lohnt es sich jetzt wieder, die Hand aufzuhalten und Stücke einzusammeln? |
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Geldanlage-Brief −
Zum Unternehmen: 1972 hängen fünf Mitarbeiter bei IBM ihren Job an den Nagel und gründen ihr eigenes Unternehmen. Ihr Ziel ist es, Software für betriebliche Abläufe zu implementieren und einen Standard für Unternehmens-Software zu schaffen. Bedeutendster Meilenstein seitdem: die Einführung des R3-Produktes im Jahr 1992. Mit ihm wuchs SAP (WKN 716460) vom Mittelständler zum Konzern heran. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 35.000 Mitarbeiter (davon 10.600 in der Entwicklung), unterhält Niederlassungen in fünfzig Ländern und darf sich mit mehr als 12 Millionen Endanwendern das Label Weltmarkt-Führer im Bereich Unternehmenssoftware ans Revers heften.
Fundamentales: SAP wächst seit Jahren zweistellig. In 2005 schulterte das Unternehmen Umsätze von 8,5 Mrd. Euro (+13%) und verdiente operativ gut 2,3 Mrd. Euro, woraus wir eine Marge von 27 Prozent errechnen.
Das Wachstum können Sie auch auf Quartalsbasis herunter brechen: Im zweiten Quartal steigerte SAP den Umsatz um fast neun Prozent und brachte das Ergebnis trotz deutlich gestiegener F&E-Kosten (+11,7%) um beachtliche 43 Prozent voran. Wichtigste Kennzahl: der Lizenzumsatz. Er erhöhte sich im Zweitquartal um 7,8 Prozent auf 621 Mio. Euro. Die Crux: Analysten hatten 17 Prozent und damit deutlich mehr erwartet.
Wertung: Die Lizenzverkäufe von heute sind das Anschlussgeschäft von morgen: Zwei Drittel ihrer Erlöse generieren die Walldorfer allein mit Wartung, Beratung und Schulung. Hängen Sie die Quartalszahlen aber dennoch nicht zu hoch. Mit einem Abschlag von gut zwanzig Prozent ist der Dämpfer eingepreist. Schauen Sie nach vorn: Fürs Gesamtjahr erwartet das Management einen Anstieg der Lizenzumsätze in einer Spanne von 15 bis 17 Prozent. Unrealistisch? Nein. In der Vergangenheit stellten sich SAP-Prognosen regelmäßig eher noch als zu niedrig heraus. Erst in 2005 revidierte das Management seine Projektionen mehrfach in Folge nach oben.
Hinzu kommt eine Chance anderer Art: SAP durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel. Man verabschiedet sich peu á peu vom (schwerfälligen) Konzept eines Software-Gesamtpaketes und setzt künftig auf schlanke Modullösungen. Mit ihnen will SAP auch kleinere, zuvor nicht erreichte Kunden ansprechen – ein notwendiger und richtiger Schritt mit Blick auf die bei Großkunden erreichte hohe Penetrationsrate. Ein Vorgeschmack auf das Potenzial gibt Ihnen bereits das US-Geschäft: Nachdem SAP in den USA explizit auch auf kleinere Kunden setzte, stiegen die US-Lizenzverkäufe im zweiten Quartal um 16 Prozent. Ein konzernweiter Spitzenwert.
Fazit: Nach den Irritationen um die Quartalszahlen bringt SAP rund 44 Mrd. Euro auf die Waage. In 2006 dürfte man 9,6 Mrd. Euro erlösen und operativ 2,8 Mrd. Euro verdienen. Mit einem Multiple von 25 (2006) beziehungsweise 21 (2007) bekommen Sie den Weltmarktführer aktuell zu einer günstigen Bewertung. Wobei Sie freilich nicht ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 16/2006 (pdf, 226 kB), erschienen am 18.08.2006.
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