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BetOnUSA
"Früher oder später wird der Markt liberalisiert."

Mike Hansch, Vorstandschef von BetOnUSA im Interview

Wettanbieter haben zurzeit einen schweren Stand. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Frühjahr 2006 das Glücksspielmonopol des Staates für verfassungswidrig erklärt, dem Gesetzgeber aber bis Ende 2007 Zeit gegeben, den rechtlichen Rahmen anzupassen. Viele Bundesländer versuchen nun mit allerlei Verboten, ihr Monopol einstweilen zu sichern. Allein im Bereich der Sportwetten laufen derzeit mehr als 2.000 Verfahren. Ungemach gibt es auch für Anbieter in den USA. Präsident Bush segnete Ende 2006 ein Gesetz ab, das den Banken Geschäfte mit Kunden und Initiatoren von Online-Games verbietet. Die Notierungen der Wettaktien gerieten daraufhin massiv unter Druck. Besonders betroffen: Die im Entry Standard notierte Aktie BetOnUSA (WKN A0B921). Der Geldanlage-Brief sprach mit Vorstandschef Mike Hansch über stürzende Kurse, angriffslustige Aktionärsschützer und künftige Wachstumspläne.
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Geldanlage-BriefHerr Hansch, womit verdient BetOnUSA Geld?
Hansch: Mit Internet Gaming. Eine Ausweitung auf "landbased"-Gaming hat gerade stattgefunden. Wir haben hierfür in den heimischen Spielstätten-Markt investiert und halten Ausschau nach weiteren Objekten.

Ihre Aktie hat seit dem Hoch fast neunzig Prozent an Wert verloren. Wo liegen die Ursachen?
Hansch: Wie alle Gaming-Aktien wurden auch wir mit abgestraft. Dazu kommt, dass ein Großaktionär aus Übersee sich von seinen Aktien trennt. Große Teile seines Bestandes von fast acht Millionen Aktien sind bereits veräußert. Sobald der Rest auch verkauft ist, ist der Weg für die Aktie nach oben frei.

Welche Bedeutung hat das US-Geschäft für Sie?
Hansch: Eine sehr große Bedeutung. Allerdings sind wir dabei zu diversifizieren, daher die Investition in den heimischen Glückspielmarkt.

Der Vorstoß der US-Regierung, aus Online-Games resultierende Zahlungsvorgänge im Internet zu unterbinden, dürfte dennoch einen Schlag ins Kontor darstellen. Wie gehen Sie mit der Entscheidung um? Wie hart trifft es BetOnUSA?
Hansch: Wir werden unsere Strategie in den nächsten Wochen veröffentlichen.

Wann ist die Integration von Genpage abgeschlossen?
Hansch: Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen, dass wir Gaming und Payment nicht in einer Gesellschaft halten können. Nachdem wir bisher den Weg der Abspaltung favorisiert haben, prüfen wir nun auch andere Alternativen, da wir nicht mehr davon ausgehen, dass eine Payment-Gesellschaft wie die Genpage Holding an der Börse notiert sein sollte.

Welcher Markt außerhalb der USA ist für Sie besonders aussichtsreich?
Hansch: Europa und jetzt auch insbesondere Deutschland durch die Einbringung der Spielstätten. Wir streben ein flächendeckendes Filialnetz mit Spielstätten in allen Bundesländern an, damit wir im Fall der Legalisierung von Sportwetten gut aufgestellt sind und unser Sportwettprodukt auch über unser Filialnetz vermarkten können.

Werden Sie Europa aus eigener Kraft erschließen können oder Bedarf es einer Kapitalerhöhung?
Hansch: Das wird aus eigener Kraft gestemmt. Wir sind seit Beginn hochprofitabel.

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist beendet. Welche Bilanz ziehen sie?
Hansch: Die Geschäfte laufen sehr gut. Es ist im Moment eine Frage der gesetzlichen Situation im amerikanischen Markt, wie wir uns weiter entwickeln.

Und wo sehen Sie BetOnUSA am Ende des Geschäftsjahres? Welche Ziele bei Umsatz, Gewinn und Ergebnis je Aktie peilen Sie an?
Hansch: Wir werden im laufenden Jahr circa 60 Mio. Euro Brutto-Gaming-Erträge erzielen. Zur Erläuterung: Brutto-Gaming-Erträge sind Einzahlungen abzüglich der Auszahlungen an die Spieler.
Wir streben eine Dividende in Höhe von mindestens 25 Cent je Aktie an. Insgesamt werden wir fast den aktuellen Aktienkurs als Gewinn verbuchen können. Allerdings setzt das voraus, dass wir unser Geschäft weiter betreiben können.

Stichwort Prognosesicherheit: Welche wesentlichen Risiken könnten die Planungen noch gefährden? Anders gefragt: Was darf auf keinen Fall passieren?
Hansch: Ein Verbot des Internets hätte fatale Folgen für uns. Spaß beiseite: Online-Gaming ist nach wie vor ein Hochrisiko-Investment. Das muss jedem Anleger klar sein. Sollte aufgrund der Amerika-Aktionen zum Beispiel Webtrade, eine Genpage-Tochter, die Konten gekündigt bekommen, haben wir ein Problem. Deshalb schaffen wir ein zweites zusätzliches Standbein in Form der eingebrachten Spielstätten. Das Gesamtpaket, das auch Immobilien beinhaltet, hat einen Wert von aktuell 5 Mio. Euro. Wir wollen aber in diesem Bereich weiter investieren und expandieren.

BetOnUSA ist gleichsam eingebettet in ein Firmengeflecht, das für Aktionäre nicht ohne weiteres zu durchschauen ist. Erklären Sie unseren Lesern bitte die Abhängigkeiten, die Rolle der Vertriebsgesellschaft Digital Media und auch, weshalb der ehemals eingeführte Name CasMaker aufgegeben wurde.
Hansch: Betonusa AG ist eine Holding mit klaren Strukturen. Digital Media N.V. ist nichts weiter als ein Aktionär und letztlich, um Ihre Frage komplett zu beantworten, passte der Name CasMaker nicht wirklich ins Geschäftsmodell. Allerdings werden wir auch den Namen Betonusa ändern. Das ist eine Reaktion auf die aktuelle Situation.

Ein deutsches Anlegermagazin beschrieb die von Ihnen gegründete Vorgängergesellschaft CasMaker in 2005 als – Zitat – unseriös. Was waren die Gründe, die zu einem solchen Presseecho führten?
Hansch: Das von mir entwickelte und legale Erfolgsmodell mit etwa 35 Prozent jährlicher Rendite hat vermutlich einige Neider hervorgerufen. Im Nachhinein haben wir unsere Prognosen von damals erfüllt. Das hätten wir auch eher geschafft, wenn wir nicht durch Banken und Behörden aufgehalten worden wären.

Lassen Sie uns nun den Blick weiter in die Zukunft richten. Worin bestehen Ihre Ziele für die nächsten zwei, drei Geschäftsjahre? Was können Ihre Aktionäre erwarten?
Hansch: Wir werden, wie schon erwähnt, in Deutschland ein Filialnetz mit gehobenen Spielstätten im Casinolook aufbauen. Damit garantieren wir neben den Synergieeffekten im Falle einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes in Deutschland zusätzliche Sicherheit und Gewinne für unsere Aktionäre. Der Spielstättenbereich ist bereits jetzt hochprofitabel und staatlich konzessioniert.

Wie schätzen Sie den Markt für Sportwetten in Europa ein? Wird es Ihrer Ansicht nach ein Nebeneinander von staatlichen und privaten Anbietern geben können?
Hansch: Früher oder später wird der Markt liberalisiert. Wir bereiten uns bereits jetzt darauf vor.

Welchen Stellenwert räumen Sie in Ihrer Aktionärspolitik künftig der Dividende ein?
Hansch: ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 01/2007 (pdf, 238 kB), erschienen am 19.01.2007.

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