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Archiv > Börse > Aktien > Gerresheimer |
Gerresheimer Lohnt die Zeichnung von Gerresheimer-Aktien? |
| Gehören Sie zu den Anlegern, die vor vier Jahren ihre Gerresheimer Glas-Aktien via Squeeze-Out-Verfahren abgegeben haben? Nun, dieser Tage dürfen Sie sie zurückkaufen. Allerdings zu einem deutlich höheren Preis, denn das Unternehmen ist inzwischen in neuen, lukrativeren Geschäftsfeldern unterwegs. |
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Geldanlage-Brief −
Den profanen Bierflaschen-Produzenten gibt es nicht mehr. Gerresheimer (WKN A0LD6E) hat sich nach zahlreichen Zukäufen komplett neu aufgestellt. Die Düsseldorfer produzieren heute Spezialverpackungen für die Pharma- und Kosmetik-Industrie. Zu ihrem Sortiment zählen beispielsweise Inhalatoren, Arzneimittelfläschchen, sterile Spritzen und Ampullen.
Neben dem Wandel vom Volumen- zum Spezialglas-Hersteller wartet Gerresheimer mit einer weiteren Besonderheit auf: Kaum ein zweites deutsches Traditionsunternehmen hat ähnlich viele Besitzerwechsel erlebt wie Gerresheimer. Der jüngste ereignete sich in 2004. Seinerzeit stiegen zwei US-Finanzkonzerne aus und verkauften ihre Anteile an den Finanzinvestor Blackstone. Der Preis: etwa 600 Mio. Euro.
Fundamentales: Schätzungen zufolge habe Blackstone ein Drittel des Kaufpreises aus eigener Tasche bestritten und den Rest dem Unternehmen als Schulden aufgebürdet. Dieses und die vielen Zukäufe von Vorstandschef Axel Herberg führten zu einem Schuldenberg von 860 Mio. Euro. Ein hoher Berg, wenn Sie bedenken, dass Gerresheimer in 2006 auf Pro-Forma-Basis gerade einmal 893 Mio. Euro umsetzte, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rund 151 Mio. Euro verdiente und unterm Strich einen Verlust von 50 Mio. Euro ausweisen musste.
Analysten sind dennoch optimistisch. Sie trauen den Düsseldorfern bis 2009 ein jährliches Umsatzplus von knapp zehn Prozent und eine Gewinnsteigerung von 16 Prozent p.a. zu. Hans-Jürgen Wiecha, CFO im „Glashaus“, stellt bereits für 2007 eine schwarze Null in Aussicht. Ein Jahr später soll Gerresheimer netto schon 70 Mio. Euro verdienen und etwa ein Fünftel davon als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Die Grundlage dafür soll der Börsengang schaffen.
Börsengang: Mit einem Volumen von bis zu 25,3 Millionen Aktien, die Sie bis 8. Juni in einer Spanne von 37 bis 45 Euro zeichnen können, erreicht Gerresheimer ein Emissionsvolumen von gut 1,1 Mrd. Euro. Damit ist das Unternehmen das bislang größte IPO des Jahres – und – ein klarer Kandidat für den MDax. Allerdings: In die Firmenkasse fließen lediglich 45 Prozent der Emission. Sie gehen direkt in die Schuldentilgung. Den Rest streicht Blackstone, die „Heuschrecke im Haus“, ein, und behält sich ferner vor, nach sechs Monaten weitere Stücke platzieren zu dürfen.
Wertung: Als Zulieferer von „Big Pharma“ verdient Gerresheimer indirekt am Wachstum der älteren Bevölkerung und der Zunahme von Alters- und Zivilisationskrankheiten – jedoch ohne die Produktrisiken der Pharmabranche mitzutragen. Marktforscher veranschlagen das Wachstum von und mit Spezialverpackungen auf etwa sieben Prozent pro Jahr.
Doch die Bewertung der Aktie wirft Fragen auf. Selbst wenn Sie, wie es die Emissionsbanken tun, das KGV nicht auf Basis des Nachsteuergewinns, sondern des Netto-Cashs berechnen, ist die Aktie teurer als die der Wettbewerber Ypsomed (Schweiz) oder Becton Dickinson (USA). Kommen die Titel zu 45 Euro an den Markt, kosten sie mehr als das Neunfache des 2007er Ebitda und damit mehr, als Gerresheimer selbst für eigene Zukäufe bezahlt hat.
Fazit: Fast 900 Mio. Euro Schulden, dazu ein angepeilter Börsenwert von rund ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 11/2007 (pdf, 267 kB), erschienen am 08.06.2007.
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