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Archiv > Börse > Aktien > Metro |
Metro Mögliche Zerschlagung als Kurskatalysator |
| Nun sind die Würfel gefallen. Nach Monaten der Vorbereitungen übernimmt zum 1. November Ex-Mercedes-Chef Eckhardt Cordes die Geschicke im Hause Metro. Wenn auch vieles noch Spekulation ist, so scheint eines sicher: Die Tage der alten Metro sind gezählt. Grund genug, sich den Dax-Wert ins Depot zu legen? |
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Geldanlage-Brief −
Die Geschichte der Metro (WKN 725750) ist die des raschen Aufstiegs. 1964 gründet Otto Beisheim den ersten Markt in Mühlheim an der Ruhr. Vom Erfolg angezogen, stoßen bald die Ruhrgebiets-Unternehmerfamilien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck als Gesellschafter hinzu. Unter Führung von Beisheim beginnt ein rascher Roll-out des Cash & Carry-Konzeptes: Binnen 40 Jahren wächst die (seit 1996 im Dax notierte) Metro mit derzeit 243.000 Mitarbeitern an 2.400 Standorten zum drittgrößten Handelskonzern der Welt heran. Die Besitzverhältnisse waren lange Zeit gesichert – bis Haniel und Schmidt-Ruthenbeck klammheimlich in Zusammenarbeit mit der Investmentbank Goldman Sachs die Machtübernahme vorbereiten: Seit Mai wurden für mehr als 4 Mrd. Euro Metro-Aktien aufgekauft. Die Folge: Beide Gesellschafter vereinen nun die Mehrheit auf sich. Hans-Joachim Körber, Vorstandschef seit mehr als 25 Jahren und Vertrauter Beisheims, legt in vorauseilendem Gehorsam einen unterschriebenen Aufhebungsvertrag vor und räumt zum 1. November seinen Tisch. Beobachter sind sich einig: Es ist der Anfang vom Ende der bisherigen Metro und der mögliche Beginn einer Zerschlagung mit dem Ziel, Wertsteigerungen für die Aktionäre zu realisieren, die Beisheim bisher „blockiert“ hatte.
Fundamentales: Die Metro Group bot Aktionären bislang eine durchwachsene Entwicklung. Das Umsatzwachstum lag lange Jahre im niedrigen einstelligen Prozentbereich, der Jahresüberschuss zeigte keinen eindeutigen Trend und die Rendite des Konzerns kam kaum über drei Prozent hinaus. Ebenfalls mau: die Dividendenrendite. Sie verharrt seit Jahren bei rund 2,5 Prozent. Für die „alte Metro“ rechnen Analysten in 2008 mit einem Gewinn je Aktie von 3,50 Euro, woraus Sie ein schon anspruchsvolles KGV von rund 18 ableiten können. So weit, so langweilig.
Wertung: Interessant wird es nun, wenn Sie ins Detail gehen. Dann sehen Sie, dass die Großhandelssparte „Cash & Carry“ zwar nur etwa die Hälfte der Erlöse ausmacht, aber zusammen mit den Elektronikketten Saturn und Media-Markt quasi den gesamten Gewinn generiert. Das Geschäft der „Extra-Supermärkte“ mit dem Sorgenkind „real“ läuft dagegen seit Jahren schleppend. Eine höchst gegenläufige Entwicklung folglich, die erhebliches Restrukturierungs-Potenzial birgt. Cordes „Plan B“ ist freilich noch Verschlusssache. Doch allein die Spekulation auf seine vielfältigen Optionen sollte der Aktie Auftrieb geben. Denkbar sind: IPOs der Elektronik-Ketten, Verkauf der Immobilien, Verkauf der Lebensmittelmärkte sowie – sehr spekulativ – die Fusion des Kaufhofs mit Arcandor (ehemals KarstadtQuelle). So oder so: Es entstehen Handlungsspielräume, die der Metro Mittel in erheblichem Volumen in die Kassen spülen würden, die man dann via Sonderdividende an Sie als Anleger ausschütten oder ins wachstumsstarke Osteuropa-Geschäft investieren könnte. Für Cordes dürfte es keine Tabus geben. Er gilt als Mann der Tat. Dabei ist es für Sie als Anleger gut zu wissen, dass immerhin zwei Drittel des Börsenwertes von 20 Mrd. Euro mit Immobilien unterlegt sind.
Fazit: Es dürfte sich auf Sicht von einigen Jahren auszahlen, schon jetzt einen Fuß in der Tür zu haben. Als spekulativer Anleger packen Sie sich einige Anteilsscheine des Handelsriesen ins Depot und und harren der Dinge, die die neuen Konzernlenker in Angriff nehmen.
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Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 20/2007 (pdf, 179 kB), erschienen am 12.10.2007.
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