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Archiv > Börse > Aktien > bwin Interactive Entertainment |
bwin Interactive Entertainment Lohnt die Wette auf den Marktführer bei Internet-Wetten? |
| Alles oder Nichts? Die Aktionäre des österreichischen Internet-Wettanbieters haben bewegte Zeiten hinter sich. Nun stehen sportliche Großereignisse á la Fußball-Europameisterschaft und Olympia an. Damit verbunden: hohe Wettumsätze. Zeit also für eine Wette auf Europas führenden Wettanbieter? |
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Geldanlage-Brief −
Seit März 1998 bietet bwin (WKN 936172) Online-Sportwetten an und debütierte zwei Jahre später fulminant an der Wiener Börse. Neben mobilen Endgeräten ist das Internet wichtigster Vertriebskanal: Die Österreicher betreiben Plattformen für Sportwetten, Poker, Casino-Spiele, Soft-Games und Geschicklichkeitsspiele. Den überwiegenden Teil der Brutto-Gaming-Erträge (Wetteinsätze abzüglich Wettgewinne) generieren Sportwetten (55%) und Poker (23,3%) auf den Seiten www.bwin.com und www.pokerroom.com.
Fundamentales: Hinter dem weltgrößten Sportwettenanbieter liegt eine schmerzhafte Neuausrichtung. Ein komplettes Online-Wettverbot drängte das Unternehmen Ende 2006 aus dem US-Markt. Der Rückzug kostete bwin rund ein Fünftel seiner Umsätze und verursachte Ende 2006 Wertabschreibungen von 515,1 Mio. Euro. Im März 2007 kehrte man notgedrungen auch dem wichtigen türkischen Markt den Rücken. Wenngleich noch nicht einheitlich geregelt, steht seither der europäische Glücksspielmarkt im Fokus der Gruppe. Hier werden rund 95 Prozent aller Brutto-Gaming-Erträge generiert.
bwin expandiert, kämpft aber in vielen Ländern mit unklarem rechtlichen Rahmen und Werbeverboten. Auch in Deutschland herrscht noch immer ein staatliches Wettmonopol, obwohl dies nach gängiger Meinung nicht mit EU-Recht vereinbar ist. bwin sucht daher sein Heil auch in Asien und Südamerika.
2007 stagnierte der Gesamtumsatz gegenüber dem Fußball-WM-Jahr 2006, die Zahl der aktiven Kunden ging um sieben Prozent auf 1,6 Millionen zurück. Auf EBITDA-Basis verdiente bwin 43,4 Mio. Euro (Vorjahr: -7 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge: im Vergleich zur Konkurrenz bescheidene 11,1 Prozent. Das Nettoergebnis drehte 2007 mit 50,4 Mio. Euro ebenfalls deutlich ins Plus, allerdings wurde dies nur durch einen Nachlass in Höhe von 58,9 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer früheren Übernahme möglich.
Wertung: bwin ist eine heiße Wette, bietet Ihnen aber hohe regulatorische Risiken. Operativ konnte bwin bislang nur bedingt überzeugen, wenngleich der Auftakt des Sportjahres 2008 viel versprechend ausfiel: Im ersten Quartal zählte bwin 19,5 Prozent mehr aktive Kunden als vor Jahresfrist. Die Brutto-Gaming-Erträge stiegen deutlich auf 104,6 Mio. Euro – ein Plus zum Vorjahr von knapp 17 Prozent. Auch gingen die Aufwendungen pro Neukunde gegenüber dem Schlussquartal 2007 von 183 auf 149 Euro deutlich zurück. Bleibt die Frage, ob bwin 2008 organisch und durch Zukäufe weiter wachsen kann. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das Heimspiel zur EM: Hier dürften die Werbeausgaben in die Höhe schnellen und auf die Margen drücken. Bereits bei der Fußball-WM 2006 blieb der erhoffte Gewinn für bwin aus. Ungeachtet 430.000 neuer WM-Kunden beklagten die Österreicher damals einen Rendite-Rückgang. Aufgrund zahlreicher WM-Favoritensiege schrieb man im Wettgeschäft sogar Verluste.
Fazit: Die jüngsten Quartalszahlen, die zum Teil über den Erwartungen des Marktes lagen, sowie die anrollenden Sportgroßereignisse schüren erneut Hoffnungen. Anleger sollten dennoch Vorsicht walten lassen: ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 08/2008 (pdf, 266 kB), erschienen am 06.06.2008.
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