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Wienerberger
Attraktive Bau-Aktie für Langfristanleger

Bauherren kennen Wienerberger. Seit 1869 an der Wiener Börse notiert, reift der Baustoffproduzent nun zum Global Player. Noch 2007 einer der Highflyer, ist die Euphorie ein Jahr später verflogen. Inzwischen notiert die Aktie mehr als fünfzig Prozent unter Kurshoch. Doch lohnt die Schnäppchenjagd auf aktuellem Niveau?
Geldanlage-BriefZum Unternehmen: Gegründet 1819 am Wienerberg in Wien, ist der Bauzulieferer in Österreichs Blue-Chip-Index ATX eine feste Größe. Der größte Ziegelproduzent weltweit (WKN 852894) ist zugleich die Nr. 2 bei Tondachziegeln in Europa. Auch Vormauerziegel, Pflasterklinker und Kaminsysteme gehören zur Produktpalette. Mit derzeit 261 Werken sind die Mannen um CEO Wolfgang Reithofer in 26 Ländern und fünf Exportmärkten vertreten. Mit Abstand wichtigster Absatzmarkt ist traditionell Europa, auf Nordamerika entfielen 2007 nur rund 13 Prozent der Umsätze.

Fundamentales: Wienerberger wächst beständig – organisch und durch Zukäufe. Seit 1998 verdoppelte die Gruppe ihren Umsatz. Im selben Zeitraum legte der Nettogewinn um 153 Prozent zu. 2007 kletterte der Umsatz um 11 Prozent, das Betriebsergebnis überproportional um 18 Prozent. Umsatz-Rückgänge in Nordamerika (-5 Prozent) und Zentral-Westeuropa (-6 Prozent) kompensierte das boomende Osteuropa-Geschäft mit einem Plus von 32 Prozent auf 850,1 Mio. Euro. Welche Rolle Europas Osten für Wienerberger spielt, sehen Sie auf der Habenseite der jüngsten Quartalsbilanz. Steuerten die Märkte im Osten in 2007 schon 49 Prozent des zum EBITDA bei, waren es im Erstquartal 2008 schon 66 Prozent. Das restliche Jahr 2008 prägen aber steigende Energiekosten, die nicht unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden können.
Ungeachtet der schwachen Häusermärkte in den USA, Großbritannien und Deutschland stellte das Management im Frühjahr für 2008 noch ein EBITDA-Plus von rund 10 Prozent in Aussicht. Analysten erwarten aber vor allem im zweiten Halbjahr ein schwieriges Umfeld. Ihre Prognose: plus 5 Prozent.

Wertung: Wienerberger bietet Ihnen stetiges Wachstum und solide Perspektiven. Insbesondere das Management überzeugt uns: Die Konzernlenker kämpfen erfolgreich an zwei Fronten und investieren mutig in die Zukunft. Mangelnder Nachfrage in westlichen Märkten begegnet man konsequent mit temporären Werksstilllegungen. In Osteuropa arbeiten die Werke hingegen an der Kapazitätsgrenze. Bis 2012 baut man deshalb 25 neue Ziegel- und sechs Betonsteinwerke – davon acht in Russland. Allein 2008 fließen 400 Mio. Euro in Erweiterungsprojekte, weitere 100 Mio. Euro sind für Akquisitionen veranschlagt. Die Konzernlenker sehen das Unternehmen längerfristig auch in Asien und Afrika vertreten. Seit 2007 entsteht im Süden Indiens ein erstes Werk.
Die finanziellen Voraussetzungen für die Expansion sind vorhanden: Im Herbst brachte eine Kapitalerhöhung 424 Mio. Euro ein. Im ersten Quartal investierte der Konzern bereits 123 Mio. Euro im Wesentlichen in Werksneubauten und Kapazitätserweiterungen in Polen, Rumänien, Russland und Serbien. Zusätzlich schluckten die Österreicher den letzten großen unabhängigen Dachziegelproduzenten Sandtoft in Großbritannien.

Fazit: Das österreichische Traditionsunternehmen verfügt über eine starke Marktstellung und – für Sie als Anleger wichtig – nach wie vor ausreichend Wachstumsfantasie. Doch mit Blick auf die Immobilienkrise und die von Analysten erwartete Wachstumsdelle straften Investoren die Aktie zuletzt massiv ab. Bleibt die Trendwende in den kommenden Handelstagen aus, sind weitere Abgaben bis in den Bereich um 20 Euro zu befürchten. Für langfristig orientierte Value-Anleger wird das Papier ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 09/2008 (pdf, 287 kB), erschienen am 04.07.2008.

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