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Archiv > Börse > Aktien > Hypo Real Estate |
Hypo Real Estate HRE-Aktie: ein spannendes Investment für antizyklische Anleger |
| Gut zehn Prozent haben Sie bislang verdient, wenn Sie sich den im Geldanlage-Brief 03/2008 besprochenen Deep-Discounter auf den Immobilienfinanzierer ins Depot gelegt haben. Nun haben die Münchener Quartalszahlen vorgelegt, den Ausblick für 2008 aber zurück gehalten – eine spannende Situation für mutige Anleger. |
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Geldanlage-Brief −
Zum Unternehmen: Die Hypo Real Estate (WKN 802770) ist in ihrer heutigen Form und Aufstellung ein noch junges Unternehmen. Sie entstand 2003 aus der Abspaltung der damaligen HypoVereinsbank und ist eine Führungsholding für drei rechtlich getrennte Institute. Unter dem Dach der Holding finden Platz: die internationale Immobilien-Finanzierung mit pfandbriefbasierter Refinanzierung und Niederlassungen in allen wichtigen Märkten weltweit. Zum Zweiten das Immobilien-Investmentbanking für den deutschen Markt sowie – nach der 5,7 Mrd. Euro schweren Übernahme in 2007 – der in die Gruppe eingegliederte Staatsfinanzierer Depfa. Mit ihr stiegen die Münchener in der Hypotheken-, Infrastruktur- und Staatsfinanzierung noch vor der Commerzbank-Tocher EuroHypo zur Nummer 1 auf.
Fundamentales: Die Geschäfte in München liefen seit der Abspaltung gut. Zuverlässig steigerte die Hypo Real Estate Zins- und Provisionsüberschüsse, wies selbst beim Handelsergebnis Rekorderträge aus und verwöhnte Aktionäre mit steigenden Ausschüttungen – bis 2007. Im Zuge der Immobilien- und Finanzkrise, in dessen Zentrum die Hypo Real Estate mit ihrem Geschäft steht, musste die viertgrößte deutsche Privatbank Abschreibungen von fast 400 Mio. Euro eingestehen. Das war am 15.01.2008. Fondsmanager verkauften die Aktie in großem Stil, am Ende des Tages stand ein Minus von 35 Prozent – der bis dato größte Tagesverlust eines Dax-Konzerns.
Das Pikante: Keine zwei Monate zuvor hatte CFO Markus Fell noch beteuert, die Immobilienkrise "extrem gelassen" zu sehen. Und weiter: In den jüngst vorgelegten Zahlen zum Zweitquartal mussten die Münchener abermals Abschreibungen in Höhe von 145 Mio. Euro vornehmen. Den Rutsch in die roten Zahlen verhinderte CEO Georg Funke allein dadurch, indem er die Ende 2007 gebildete "Modellreserve" für künftige Abschreibungen weitgehend auflöste. Dennoch wagen die Münchener bis heute keinen Ausblick aufs Gesamtjahr 2008.
Wertung: Die Unsicherheiten bei Hypo Real Estate sind weiterhin groß. Die desaströse Kommunikationspolitik und der damit einher gehende Vertrauensverlust machen sie nicht geringer. Gegenwärtig ist von einer kleinen Restabschreibung im niedrigen Millionen-Bereich bis hin zur Komplettabschreibung (200 Mio. Euro) nahezu alles möglich.
Uneins sind folglich auch die Analysten. Ungeachtet der rechnerisch niedrigen Bewertung mit einem KGV von 5,1 auf Basis der – wackeligen – Gewinnschätzungen von 3,15 Euro je Aktie für 2009 reichen ihre Einschätzungen von "Verkaufen" mit Kurszielen leicht unterhalb des aktuellen Niveaus bis hin zu "Kaufen" mit einem fairen Wert von 28 Euro (UBS).
Erschwerend: Im September befindet die Deutsche Börse über die Neuzusammensetzung des Dax’. Nachdem jüngst eine Investorengruppe um den Finanzinvestor J.C. Flowers rund 25 Prozent an der Hypo Real Estate erworben hat, wertet die Deutsche Börse nur noch die verbleibenden rund 75 Prozent als Marktkapitalisierung. Ob die Münchener im Dax verbleiben, steht derzeit "Spitz auf Knopf".
Fazit: Als Anleger müssen Sie auch im zweiten Halbjahr mit erheblichen Kurskapriolen rechnen. Für konservative Anleger ist das Papier daher ungeeignet. Anders sieht die Sache für spekulative, antizyklische Anleger aus. Sie setzen schon heute auf eine Normalisierung des Geschäftsverlaufs ab 2009. Geht die Spekulation auf, sollten auf Sicht von zwei Jahren wieder Kurse von 25 bis 30 Euro drin sein. Spannende Alternative: ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 11/2008 (pdf, 282 kB), erschienen am 29.08.2008.
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