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TecDAX - Mit Köpfchen vom neuen Technologiesegment profitieren

Der Neue Markt ist Geschichte. Und mit ihm der dreijährige Überlebenskampf der Nemax-Indizes. Zwar werden sie in einer Übergangsfrist noch weiter berechnet. Doch Anleger sollten sich frühzeitig überlegen, wie sie mit ihren Nemax-Derivaten verfahren wollen. Lohnt ein Tausch in die neuen TecDAX-Produkte? Und wie können Anleger am besten vom neuen Börsensegment profitieren?
Geldanlage-Brief − Gerade einmal sechs Jahre wurde er alt. Am 24. März, exakt zwei Wochen nach seinem sechsten Geburtstag, wurde dem Neuen Markt ein Nachfolger vor die Nase gesetzt: das Technologiesegment TecDAX. Zumindest seitens seiner Schöpferin, der Deutsche Börse AG, sind die Erwartungen an den Spross hoch. "Wir gehen davon aus, dass sich der TecDAX als Leitindex für Technologiewerte sowohl bei Emittenten als auch bei Anlegern durchsetzen wird", so Christoph Lammersdorf, Managing Director der Börse. Doch was die Nachfrageseite betrifft, war bislang wenig vom Zauber des Neuen zu spüren. Im Schatten des Irak-Krieges musste der TecDAX direkt nach seiner Einführung kräftig Federn lassen. Den ersten Handelstag beendete er mit einem Verlust von vier Prozent.

Die entscheidenden Vorteile erschließen sich erst bei genauem Hinsehen

Doch der verpatzte Start will noch nicht viel heißen. Denn es gibt einige Argumente, die für das neue Börsenbarometer sprechen, auch wenn sich diese dem Anleger erst auf den zweiten Blick eröffnen. Das Wichtigste: Anders als der Skandal-geschüttelte Neue Markt unterliegt der TecDAX dem Öffentlichen und nicht dem Privatrecht. Die Regularien basieren folglich nicht auf einem Vertrag zwischen den Unternehmen und der Deutschen Börse, sie sind vielmehr Gesetz. Konsequenz: Unternehmen, die gegen die Auflagen verstoßen, zum Beispiel weil sie es mit der pünktlichen Ablieferung der Quartalsberichte nicht so genau nehmen, haben es künftig erheblich schwerer, sich gegen Sanktionen oder gar gegen den Ausschluss aus dem Index zur Wehr zu setzen. Damit ist auch das Risiko, dass eine Gesellschaft den Ruf des gesamten Segmentes nachhaltig schädigt, wesentlich gesunken.

Liquidität größer als beim Nemax50

Weiterer Pluspunkt: Indem man sich auf die dreißig größten Werte aus den Technologiebranchen des Prime Standard unterhalb des DAX beschränkt, bleibt ein hohes Maß an Liquidität gewahrt. Damit sind die Titel - wichtig für institutionelle Investoren - auch in größerer Stückzahl bequem handelbar. Zudem ist die Entwicklung des Aggregates repräsentativer. Aber: Ein Garant für eine bessere Performance - und hier sind sich die Auguren einig - ist der Nachfolger nicht. "Nur die Voraussetzungen sind besser", so ein Fondsmanager gegenüber dem Geldanlagebrief.
Mit Skepsis wird dennoch nicht gespart. Kritiker bemängeln vor allem die hohe Einzelwertabhängigkeit. So werfen allein die fünf größten Titel rund 50 Prozent Indexgewicht in die Schale. Es sind dies die schweizerische Beteiligungsgesellschaft BB Biotech, DAX-Absteiger Epcos, Chiphersteller Micronas, Biotechzulieferer Qiagen und der Telekom-Ableger T-Online. Was bereits der Blick auf die Schwergewichte erahnen lässt: Immerhin 26 der 30 Indexmitglieder sind Überläufer aus dem alten Nemax-50. Die restlichen Titel waren im M-DAX beheimatet.

Bei Zertifikate- und Optionsschein-Emittenten von Anfang an beliebt

Gleichwohl das TecDAX-Debüt holprig ausfiel und sich die Anleger bislang zurückhielten - bei den Emissionshäusern ist der Leitindex vom Start weg ein Renner. Schon unmittelbar zur Markteinführung boten fast alle namhaften Emittenten die gesamte Produktpalette an Optionsscheinen und Zertifikaten auf das neue Börsenbarometer an. Dabei verfolgen die Banken unterschiedliche Strategien. Einige, darunter die Société dé Générale, UBS Warburg und die Commerzbank, stellen ihre alten Nemax-Zertifikate automatisch auf den TecDAX um. Demgegenüber emittierten die Bankgesellschaft Berlin, die Deutsche Bank sowie HSBC Trinkaus & Burkhardt zwar ebenfalls neue Produkte. Doch ihre bisherigen Nemax-Kreationen laufen noch bis zur letztmaligen Berechnung der Neuer Markt-Indizes (Ende 2004) parallel weiter. Bei ihnen ist der Umtausch optional.
Bleibt die Frage: Lohnt sich der Switch vom Nemax zum TecDAX? Marktbeobachter meinen ja. Sie verweisen auf die Tatsache, dass die Indizes des Neuen Marktes ohnehin früher oder später auslaufen. Überdies sei der TecDAX solider gebaut als sein (mittlerweile) ungeliebter Stiefbruder, wenn auch er freilich kein Renditegarant sei.

Mit Open-End-Zertifikaten an der Index-Entwicklung partizipieren

Investoren, denen die Auswahl einzelner Titel zu zeitaufwändig und Optionsscheine zu riskant sind, bleiben im wesentlichen zwei Investitionsalternativen.
Variante 1: Sie kaufen ein Zertifikat ohne Laufzeitbegrenzung ("Open-End-Zertifikat"). Dieses bildet den Index im Verhältnis eins zu eins ab und erlaubt so eine kostengünstige und transparente Teilhabe an der Entwicklung des Aktienkorbes. Aufgrund der einfachen, zumeist ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 08/2003 (pdf, 94 kB), erschienen am 4.4.2003.

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