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Archiv > Börse > Fonds > Dachfonds |
Dachfonds Professionelle Vermögensverwaltung nicht nur für dicke Geldbörsen? |
| Gemessen an den Anlagegeldern, zählen Dachfonds zu den erfolgreichsten Kreationen, die der Finanzplatz Deutschland in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Doch halten Dachfonds auch was sie versprechen, sind sie eine wirkliche Alternative zur klassischen Vermögensverwaltung? Der Geldanlagebrief hat den drei Jahre jungen Spross untersucht, auf Stärken und Schwächen abgeklopft und seine Favoriten herausgefiltert. |
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Geldanlage-Brief −
Angesichts der Unsicherheit, die Dax, Dow & Co. seit nunmehr drei Jahren innewohnt, suchen Anleger nach neuen Lösungen. Vielen ist es zu zeitaufwändig geworden, auf das anhaltende Wechselbad an der Börse zu reagieren. Was liegt also näher, als das fortlaufende Beobachten und Umschichten denjenigen in die Hände zu legen, die ihr Ohr ohnehin permanent am Puls der Märkte haben: den Vermögensverwaltern.
Innerhalb der Dienstleister am Kapitalmarkt betreiben sie die Königsdisziplin. Zwar muss eine gute Vermögensverwaltung nicht teuer sein. Doch die Mindestanlage, die der Anleger bei einer auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Strategie mitbringen muss, ist für viele Anleger oft viel zu hoch. Nicht selten muss das Depotvermögen mindestens 500.000 EUR betragen, um in den Genuss einer professionellen Vermögensverwaltung zu kommen.
Konventionelle Fonds nehmen zwar Provisionen entgegen, doch dem Anleger nicht alle Entscheidungen ab.
Kein Wunder also, dass sich der Anleger, insbesondere der, der noch am Beginn seines Vermögensaufbaus steht, nach Alternativen umschaut. Und beispielsweise zu einem konventionellen Investmentfonds greift. Problem dabei: Das Gros der Fonds hat die Anlagestrategie eng eingegrenzt, sich etwa auf europäische Standardwerte spezialisiert, den Unternehmensanleihen verschrieben oder amerikanische Nebenwerte im Visier. Investoren bleiben bei wichtigen Entscheidungen, wie dem richtigen Mix aus Aktien und Renten sowie der Gewichtung von Ländern und Branchen weiter auf sich gestellt.
Dieses Problem haben auch die Kapitalanlagegesellschaften und der Gesetzgeber erkannt. Und eine elegante Lösung gefunden. Im Zuge des dritten Finanzmarktförderungsgesetzes machten sie gemeinsam den Weg frei für ein neues Produkt, den Dachfonds.
Zwar stehen diese schon seit einigen Jahren auf dem Kursblatt. Doch erst heute, nachdem sie sich drei oder vier Jahre lang bewähren konnten, sind erstmals längerfristige Vergleiche möglich, können die Renditekennzahlen dieser Wertpapiergattung einer objektiven Prüfung unterzogen werden.
Doch zunächst zur Funktionsweise: Ihre Konstruktion ist - zumindest auf den ersten Blick - verblüffend schlicht. Denn anders als Mischfonds, bei denen der Fondsmanager Renten- und Aktientitel zu einem Gesamtdepot mixt, investieren Dachfonds ihrerseits in Fonds. Das können sowohl Aktien- als auch Rentenfonds und - oft zur Beimischung und Liquiditätspolsterung genutzt - auch Geldmarktfonds sein. Die Anteile stehen entweder in einem festen Verhältnis zueinander oder dürfen sich innerhalb definierter Bandbreiten bewegen.
Strenge gesetzliche Hürden bieten den Anlegern hohen Schutz
Untersagt sind ihnen hingegen die Anlage in einem weiteren Dachfonds sowie der Erwerb von Fonds, die in Deutschland keine Vertriebszulassung besitzen. Dies soll verhindern, dass die neue Wertpapiergattung weder ein Schnellballsystem, noch eine Ausstiegsluke aus dem deutschen Rechtssystem wird. Und der Anlegerschutz kennt weitere Aspekte: Der Fondsmanager muss, so schreibt es der Gesetzgeber vor, in mindestens fünf Unterfonds investieren, wobei eine Position höchstens 20 Prozent des Fondsvermögens ausmachen darf. Um starke Abhängigkeiten und Verflechtungen zwischen den Anbietern zu vermeiden, dürfen des weiteren nicht mehr als zehn Prozent der Anteile des Zielfonds in die Schatulle des Dachfonds wandern.
Und wie verhält es sich mit den Kosten, wenn der Fondsmanager auf Einkaufstour geht? Immerhin könnte er seinem Arbeitgeber durch fleißiges Umschichten ansehnliche Zusatzeinkünfte, z.B. in Form von Ausgabeaufschlägen, verschaffen. Doch dem ist ein Riegel vorgeschoben. Doppelte Gebühren dürfen nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn Fonds anderer Gesellschaften Eingang ins Depot finden.
Trotz Börsenbaisse: Das Interesse der Anleger bleibt hoch
Bestärkt durch die strengen Gesetzesauflagen griffen Anleger in den letzten Jahren beherzt zu. Das Anlagevolumen lag zwischenzeitlich bei 29 Mrd. EUR. Und auch die Börsenbaisse haben die Dachfonds unbeschadet überstanden. Im letzten Jahr verwalteten deren Manager noch gut 26 Mrd. EUR.
Dennoch: Das Produkt eignet sich nicht für jedes Anlegernaturell. Es sind im Wesentlichen zwei Schwächen, die man kennen sollte. ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 09/2003 (pdf, 104 kB), erschienen am 11.4.2003.
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