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Anleihen-Zertifikate
iBoxx-Zertifikate eröffnen Anlegern neue Möglichkeiten

Es ist der Ärger mit den Anleihen: Kaum haben sie die ersten Zinsen abgeworfen, passen sie nicht mehr in die Zinslandschaft. Und weil Umschichtungen teuer sind, halten viele Anleger an ihren Stücken fest und geben so oft wertvolle Renditepunkte aus der Hand. Ein ebenso neues wie innovatives Zertifikat verspricht nun Abhilfe.
Geldanlage-Brief − Bei konservativen Anlegern sind sie der Schwerpunkt im Vermögensaufbau, um den herum sich Aktien, Immobilien und Geldmarkpapiere gruppieren. Bei risikobewussten Investoren stehen sie zumindest gleichberechtigt neben der Aktie. Und selbst bei spekulativen Anlegern sollten sie, so lehrt es die Finanzmarkttheorie, einen festen Platz im Depot haben. Die Rede ist von festverzinslichen Wertpapieren, kurz: Anleihen.

Egal ob zur Risikoreduzierung der Aktienseite im Depot oder zur Erzielung eines regelmäßigen Einkommens: Anleihen kennen viele Einsatzgebiete. Und spätestens im dritten Jahr der Rentenrallye ist auch die Gleichgültigkeit passé, mit der die junge Anlegergeneration den Festverzinslichen einst den Rücken kehrte.

Doch die Wiederentdeckung des "börsennotierten Schuldscheines" wirft für viele Anleger auch neue Fragen auf. Welche Anleihe bietet eine günstige Rendite-Risiko-Struktur? Lässt sich die Anleihe auch bei geänderten Rahmenbedingungen wieder problemlos verkaufen? Und sollte man jetzt in lange, mittlere oder kurze Laufzeiten investieren?

Hinzu kommt eine weitere Unsicherheit, die allen Festverzinslichen innewohnt: Mit schrumpfender Restlaufzeit sinkt auch die Reagibilität auf den Kapitalmarktzins. Und mit ihr die Chance auf Kursgewinne.

Hin und her macht auch bei Renten die Taschen leer

Will der Anleger die durchschnittliche Laufzeit seines Rentenportfolios einigermaßen konstant halten, muss er von Zeit zu Zeit teure Umschichtungen in Kauf nehmen. Je kleiner das Depot, desto fallen die Transaktionskosten ins Gewicht.

Doch damit soll nun Schluss sein. Anleger, die ihre Geschicke nicht vollständig abtreten möchten, etwa an einen Fondsmanager, und für die sich andererseits ein aktives Laufzeitenmanagement nicht wirklich lohnt, können das Problem mit einem Zertifikat elegant umgehen. Es nennt sich iBoxx, basiert auf der gleichnamigen Indexfamilie und ist ein echtes Novum. Die Bedeutung und der konkrete Nutzen werden umso klarer, wenn man sich die Entstehung der i-Boxx-Familie anschaut.

iBoxx - die neue Benchmark für Anleihen

iBoxx - das ist zunächst der Name für ein Joint-venture zwischen der Deutschen Börse und sieben führenden Investmentbanken. Zu ihnen zählen die niederländische ABN Amro, die englische Barclays Capital, die französische BNP Paribas, die Deutsche Bank, die Allianz-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein, Morgan Stanley sowie die Schweizer Traditionsbank UBS Warburg. Im Bestreben, erstmals auch für die europäischen Rentenmärkte eine breite Benchmark für institutionelle Investoren anzubieten, entwickelten sie gemeinsam die iBoxx-Indexfamilie.

Die iBoxx-Indizes sind als Echtzeit-Rentenindizes konzipiert, die auf einem objektiven und transparenten Regelwerk basieren. Die sieben im Anleihehandel führenden Investmentbanken übermitteln fortlaufend Geld- und Briefkurse an die Deutsche Börse, die aus diesen Daten konsolidierte Kurse und Indizes in Echtzeit berechnet.

Für den Kleinanleger gerinnt die iBoxx zur Liquid-Familie

Doch der hohe Anspruch an Breite und Repräsentanz, den die Verantwortlichen den iBoxx-Barometern in die Wiege legten, hat einen entscheidenden Nachteil: Da die Indizes sehr viele Anleihen enthalten, können sie kaum über Fonds und Zertifikate nachgebildet werden und bleiben folglich dem Privatanleger verschlossen. Daher legten die Beteiligten nach und führten die so genannten "Liquid Sovereigns Euro"-Indizes ein, in denen sie die Zahl der Rententitel auf zehn hoch liquide Werte begrenzten. "Die Liquid Indizes sind die ersten Indizes dieser Art in Europa", so David Mark, Chief Executive Officer von iBoxx.

"Anleihen-Casting" - Index-Kandidaten müssen strengen Kriterien genügen

Eingang in die neue Indexreihe finden nur Anleihen, die strengen Kriterien genügen. Staatspapiere etwa dürfen nicht älter als vier Jahre sein und müssen eine Restlaufzeit von mindestens anderthalb Jahren aufweisen. Hohe Anforderungen auch an ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 10/2003 (pdf, 69 kB), erschienen am 25.4.2003.

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