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Kapitalgarantierte Zertifikate
Sicherheit zu jeder Zeit - ABN Amro bläst zur Renditejagd

Wer in Garantieprodukte investiert, findet sich bei sinkenden Kursen oft in der Laufzeitenfalle wieder. Denn die Kapitalgarantie bezieht sich bei allen bislang emittierten Produkten nur auf das Rückzahlungsdatum. Mit dem so genannten "Renditejäger" von ABN Amro gibt es nun erstmals ein Zertifikat, das Sicherheit zu jeder Zeit verspricht. Der Geldanlagebrief hat sich den Sprössling der Niederländer genauer angeschaut.
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Geldanlage-Brief − Es ist eine verfahrene Situation. Zwar konnte sich der Dax in den zurückliegenden Wochen kräftig von seinem Tief bei etwa 2.200 Punkten erholen. Doch die Genesung steht nach Händlerangaben auf wackeligen Beinen. Der Grund: Zur Bestätigung des Aufwärtstrends hätten im Umkehrschluss die Anleihen ein gutes Stück von ihrem zuvor erreichten Niveau abgeben müssen. Stattdessen steigen ihre Kurse gemeinsam mit denen der Aktien und führen eine Situation herbei, bei der auch erfahrene Börsianer kapitulieren. Privatanleger stehen daher vor einer ernsten Herausforderung, denn einerseits ist anlagesuchendes Kapital vorhanden, andererseits steckt die Angst vor neuerlichen Verlusten zu tief in den Knochen.

Mit speziell auf diese Klientel zugeschnittenen Produkten offerieren die Investmentbanken dem verunsicherten Privatanleger momentan jedoch die vielfältigsten Auswege aus diesem Dilemma. Mit dem verbrieften Recht der Emittenten ausgestattet, am Laufzeitende mindestens das eingesetzte Kapital zurück zu erhalten, erfreuen sich Garantieprodukte, allen voran Garantiezertifikate, bei den Anlegern zunehmender Beliebtheit.

Inzwischen gibt es die Garantieprodukte in so vielen Variationen, dass beinahe jede Chance/Risiko-Erwartung an die Marktentwicklung in eine konkrete Anlagestrategie umgesetzt werden kann. Problem dabei: Da sich die Kapitalgarantie stets auf das Laufzeitende bezieht, brauchten Anleger bislang einen langen Atem. Damit soll fortan Schluss sein: Als erster Emittent nahm sich ABN Amro dieses Problems an, beseitigte es kurzerhand und schuf mit dem so genannten Renditejäger (ISIN: DE0008436718, WKN 843671) ein Garantieprodukt, das dem Anleger zu jedem Ein- und Ausstiegszeitpunkt mindestens 90 Prozent des eingesetzten Geldes sichert.

Zinsen und Kursgewinne: Der Renditejäger schöpft alles ab

Die Wertentwicklung des Renditejägers basiert auf zwei Säulen. Die Sicherheit - gewissermaßen die Garantiekomponente der Anlage - gewährleisten die Niederländer über Geldmarkttitel. Mit ihnen werden permanent Zinserträge generiert. Für den Renditekick indes sorgt die Anlage in Dax-Werten. Beide Komponenten, der Anteil der Geldmarkttitel und der der Aktien, stehen in einem dynamischen Verhältnis zueinander. Das bestimmende Moment für deren Gewichtung ist der Aktienmarkt. Zeigt das Börsenbarometer eine eher trübe Stimmung an, fahren die ABN Amro-Banker die Aktienkomponente herunter, parken die Gelder im Geldmarkt und sichern so die erreichten Kursgewinne. Hat sich die Börsenlage wieder aufgehellt, werden die Anlagegelder, die inzwischen am Geldmarkt Zinsen verdient haben, erneut ins Rennen geschickt.

Eine höchst dynamische Strategie, die allerdings einen Fixpunkt setzt: Den Anlagerichtlinien zufolge darf der Aktienanteil höchstens 60 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen, um die Kapitalgarantie auch tatsächlich gewährleisten zu können. Konsequenz: Bei einer unterstellten Aufwärtsbewegung der deutschen Standardwerte nimmt der Anleger maximal zu 60 Prozent an deren Kursgewinnen teil. Verglichen mit konventionellen Garantieprodukten, bei denen mindestens 75 Prozent der Kursgewinne an den Anleger weitergereicht werden, entspricht dies einem deutlich Abschlag.

Trotz begrenzter Partizipation: Im Fünfjahresvergleich ist der Renditejäger dem Dax überlegen

Dennoch kann sich das Anlageergebnis des Renditejägers, simulativ zurück gerechnet bis zum Oktober 1998, sehen lassen: Während der Dax in den Boomjahren von 1998 bis Februar 2000 um gut 50 Prozent ansteigt, erzielt das Produkt in der Spitze zunächst einen vergleichsweise mauen Wertzuwachs von 27 Prozent. Bald darauf fällt der Index von rund 8.000 auf unter 3.000 Punkte zurück. Nicht so der Renditejäger. Seine Kapitalgarantie fixiert das Garantieniveau bei 114 Prozent. In den zwischenzeitlichen Erholungsphasen des Dax' legt das Zertifikat sogar noch zu und kann den Aktienindex, indem es die Verluste nicht nachvollzieht, letztlich souverän überrunden.

Die Bilanz: Das deutsche Aktienbarometer hat unter dem Strich einen Fünfjahresverlust von 37,5 Prozent angehäuft. Das Zertifikat hingegen einen Gewinn von 18,5 Prozent erwirtschaftet. Auf 's Jahr herunter gebrochen sieht das Ergebnis wie folgt aus: Dax. minus 9,3 Prozent, Renditjäger plus 3,8 Prozent pro Jahr. Mit anderen Worten: Anleger, die im Oktober 1998 bei einem Dax-Stand von rund 4.400 Punkten in den Renditejäger investierten, haben bis heute ein Papier im Depot, dessen Kursgewinne einem Dax von gut 6.000 Zählern entsprechen, während der Dax selbst - trotz der jüngsten Kursavancen - nur etwa bei der Hälfte notiert.

Die attraktive Strategie findet ihre Fortsetzung in einer schlanken Kostenstruktur

Bleibt die Frage nach den Nachteilen des Produktes. ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 14/2003 (pdf, 60 kB), erschienen am 6.6.2003.

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