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Archiv > Börse > Fonds > Templeton Growth Fund |
Templeton Growth Fund Er läuft und läuft und läuft ... |
| Gut 20.000 Prozent Rendite seit Auflegung im Jahre 1954 und 14,4 Prozent im Jahresschnitt machen den Templeton Growth Fund zu einem der erfolgreichsten Fonds überhaupt. Auch die mageren Börsenjahre 2000, 2001 und 2002 hat der Bolide gut überstanden. Der älteste aller global anlegenden Fonds gilt daher zu Recht als sinnvolle Ergänzung zur Altersvorsorge. |
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Geldanlage-Brief −
Der Investmentbranche war die Prognose von Mark Holowesko nur ein müdes Grinsen wert. Im März 2000 vertrat der damalige Manager des Templeton Growth Fund öffentlich die Meinung, dass "neunzig Prozent der Internetaktien um neunzig Prozent fallen werden".
Die wenigen Anleger, die der Einschätzung des Fondsmanagers Glauben schenkten, konnten nicht nur ihr Vermögen vor der Baisse in Sicherheit bringen, sondern - sofern Sie dem Investmentexperten ihr Geld anvertrauten - im Crashjahr 2001 sogar ein Kursplus von sieben Prozent erzielen.
Eines der erfolgreichsten Investmentprodukte
Der Templeton Growth Fund (WKN 971025, ISIN US8801991048), den Holowesko im Januar 2001 an seinen Nachfolger Murdo Murchison übergab, zählt mit einem Volumen von mehr als 13 Mrd. USD zu den größten Fonds weltweit. Das Investmentpapier glänzt mit einer fünfstelligen Performance, die ihresgleichen sucht. Und auch die Kontinuität stimmt: Wer erst vor zehn Jahren eingestiegen ist, kommt - inklusive Ausschüttungen - auf einen Wertzuwachs von rund 160 Prozent. Das ist fast doppelt so viel, wie dessen Benchmark, der MSCI World Index, im gleichen Zeitraum geschafft hat.
Bottom-up statt Top-down: Für Templeton steht das Unternehmen selbst im Mittelpunkt
Stellt sich die Frage, welches Erfolgsrezept hinter den Anlageresultaten steht: In der Tradition von Sir John Templeton favorisiert das Researchteam um Fondsmanager Murchison den Bottom-up-Ansatz. Die Analysten schauen also zuerst direkt ins Unternehmen. Erst im zweiten Schritt werden Branche und Land analysiert. Überzeugt ein geprüfte Unternehmen, wandert es zunächst auf eine Beobachtungsliste. Die Kauftaste betätigt Murchison erst, wenn der Börsenkurs eine Unterbewertung anzeigt. Ist der Wert dann im Depot, bleibt man dem Unternehmen in der Regel lange treu. Im Schnitt werden einmal gekaufte Aktien erst nach fünf Jahren wieder veräußert. Nach den Erfahrungen des Fondsmanagements ist das in etwa die Zeit, die eine Aktie benötigt, um ihre Unterbewertung vollständig abzubauen.
Eingang ins Portfolio finden vor allem Traditionsunternehmen
Der wertorientierte und daher konservative Anlagestil führt dazu, dass der Fonds vornehmlich in traditionelle Unternehmen investiert. Meist umfasst das Portfolio des Templeton Growth Funds, der aufgrund seiner Anlagephilosophie besser Value Fund hätte genannt werden sollen, rund einhundert Titel. Und oft sind es unpopuläre Aktien - Wertpapiere, für die sich zum Kaufzeitpunkt nur wenige interessieren.
Eines davon, auf das Murchison zurzeit große Stücke hält, ist beispielsweise Norsk Hydro. Der norwegische Mischkonzern wanderte zu Jahresbeginn in das Templeton-Portfolio, weil er an der Börse "mit einem wesentlichen Abschlag von der Summe seiner Geschäftsbereiche" (Murchison) gehandelt wurde. Nachdem die Company ankündigte, ihre Düngemittelsparte zu verkaufen, ist der Kurs bereits deutlich gestiegen.
Für unterbewertet hält das Researchteam auch den Computerspieleproduzenten Nintendo. Durch den erbitterten Wettbewerb der Branche mussten die Japaner im letzten Jahr deutlich Federn lassen. Folge des Kurssturzes: Mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung ist inzwischen durch liquide Mittel des Unternehmens gedeckt.. "Die mittelfristigen Aussichten sind besser, als am Markt derzeit eingepreist", ist sich Murchison daher sicher.
Dass das Fondsmanagement nach einem Engagement weiter Augen und Ohren offen hält, belegen die Transaktionen bei Verisign. Entgegen der Anlagephilosophie blieb der Anbieter von Sicherheitslösungen für das Internet jedoch nur über wenige Monate im Depot. Im Herbst letzten Jahres erworben, nutzte Murchison im zweiten Quartal diesen Jahres die Stärkephase der Aktie zum Abbau der Position. Dennoch hält er an einem "minimalen Restposten" fest.
Murchison hat ein Faible für unpopuläre und unterbewertete Aktien
Die wenigen Beispiele zeigen: Beim Templeton Growth Fund sind Antizykliker am Werk. Sie nutzen Kursschwächen zum günstigen Einstieg und verkaufen, wenn der Optimismus überhand nimmt.
Dennoch: Das Spiel mit der vorherrschenden Meinung, dem "Sentiment", wie es im Fachjargon heißt, ist nicht per se das auslösende Moment der Investitionsentscheidung. Und das ist auch gut so, denn nicht immer steht hinter einem optisch günstigen Kurs auch eine attraktive Bewertung. Die Deutsche Telekom beispielsweise möchte Murchison, obwohl sich die Aktie in den letzten Jahren beinahe gezehntelt hat, nicht anfassen. "Ich mag den Gedanken nicht, dass ein Konzern 60 Mrd. EUR Schulden hat", so der Fondsmanager.
Die Telekombranche nimmt im Portfolio dennoch einen breiten Raum ein. Mit einem Anteil von gut zehn Prozent ist sie die am höchsten gewichtete Branche. Ihr folgen Rohstoffwerte (8,9%), Pharmatitel (7,7%) sowie Finanzwerte (7,2%). Insgesamt hält der Fonds 83,5 Prozent seines Vermögens in Aktien und knapp sechs Prozent in Rententiteln. Den Rest hält das Management derzeit für neue Engagements bereit.
Als Ergänzung zur gesetzlichen Alterssicherung interessant
Anleger, die mit dem Templeton Growth Fund liebäugeln, müssen tiefer als gewöhnlich in die Tasche greifen. Die Fondsgesellschaft, die Kundengelder in Höhe von rund 250 Mrd. USD verwaltet und damit zu den ganz Großen der Branche zählt, lässt sich ihre exzellenten Ergebnisse mit einem Ausgabeaufschlag (Agio) von 5,75 Prozent vergüten. Pro Jahr werden ferner 0,9 Prozent Verwaltungsgebühren sowie 0,2 Prozent Vertriebsgebühren erhoben.
Seit zwei Jahren gibt es den ältesten aller weltweit anlegenden Fonds auch in einer Euro-Variante ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage brief 22/2003 (pdf, 92 kB), erschienen am 15.8.2003.
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