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US-Lebensversicherungsfonds
Fiskus nimmt Lebensversicherungsfonds ins Visier

Fonds, die kündigungswilligen Inhabern ihre Lebensversicherung abkaufen, streichen üppige Renditen ein. Doch das könnte sich bald ändern, denn auch der Fiskus will am Policenhandel verdienen. Der Geldanlage-Brief erklärt das Geschäft und sagt, auf wen es der Bundesfinanzminister abgesehen hat.
Geldanlage-Brief − Wer mit Anleihen und Aktien nichts am Hut hat und für den die Börse ein Buch mit sieben Siegeln ist, fühlt sich oft mit einer Lebensversicherung gut aufgehoben. Doch wer vor Vertragsablauf, womöglich sogar schon in den ersten Jahren, an sein Geld will, hat das Nachsehen. Dann nämlich zeigt die Versicherung die Zähne und überweist mitunter sogar weniger, als der Versicherungsnehmer ursprünglich eingezahlt hat.

Professionelle Vermögensverwalter machen aus diesem Dilemma eine Tugend. Deren Konzept: Sie zahlen dem Ausstiegswilligen einen Bonus auf den von der Versicherung gebotenen Rückkaufwert, übernehmen fortan die Prämienzahlungen und kassieren bei Vertragsende von der Versicherung die Ablaufleistung.

Dieses, in einen geschlossenen Fonds verpackte Geschäft ist durchaus lukrativ: Wenn Sie sich an einem solchen Fonds beteiligen, genießen Sie zwei Vorteile: Sie kassieren börsenunabhängige Renditen von rund acht Prozent pro Jahr und erhalten vorab eine moderate Verlustzuweisung, mit der Sie in den Anfangsjahren Ihre Steuerlast senken können.

Secondhand-Handel mit US-Risikopolicen deutlich lukrativer
Und glaubt man den Prospekten der Anbieter, dann geht es noch rentabler: Geschlossene Fonds, die mit einem Partner vor Ort den 4 Mrd. US-Dollar schweren Gebrauchtpolicenmarkt in Nordamerika anzapfen, versprechen nahezu steuerfreie Renditen von bis zu fünfzehn Prozent.

Doch Vorsicht: Im Gegensatz zum deutschen Markt werden in Nordamerika in der Regel keine Kapitallebensversicherungen in Zahlung genommen. Die Fonds erwerben stattdessen Risikopolicen, deren Auszahlung erst beim Tod des Versicherten fällig wird. Das Makabere daran: Die Renditerechnung geht nur auf, wenn der Versicherte "pünktlich verstirbt". Denn: Setzt der Aufkäufer die Lebenserwartung der Verkäufer zu niedrig an, muss der Fonds über einen langen Zeitraum Prämien zahlen. Das geht zu Lasten der Rendite. Im schlimmsten Fall droht ein Verlust.

Dessen ungeachtet investierten deutsche Anleger allein in diesem Jahr schon 500 Mio. Euro in US-Risikolebensversicherungsfonds (2003: 209 Mio. Euro). Ihr Marktanteil am lukrativen US-Markt, in dem noch immer jeder zweite Amerikaner seine Police vorzeitig kündigt, beträgt inzwischen schon fünfzig Prozent. Folge: Seit Mitte der neunziger Jahre stiegen die Policenpreise um 15 bis zwanzig Prozent.

Kampfansage der Finanzverwaltung könnte Renditen halbieren
Zu den gestiegenen Preisen und Kalkulationsschwierigkeiten gesellt sich womöglich eine weitere, noch größere Unwägbarkeit: Wie aus einem internen Protokoll ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 15/2004 (pdf, 267 kB), erschienen am 30.04.2004.

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