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Emerging Markets-Fonds
Fremde Länder, höhere Renditen

Wer zuletzt in Schwellenländer investierte, konnte kaum etwas falsch machen. Egal welches Land Sie nehmen - fast alle liegen satt im Plus. So hätten Sie in Russland in den vorigen drei Jahren mehr als zweihundert, in Tschechien gut einhundert und selbst in Polen noch fünfzig Prozent verdient. Selbstredend, dass China, Indien und Thailand Ihr Depot mit Zuwächsen jenseits der fünfzig Prozent ebenso deutlich vorangebracht hätten.
Geldanlage-Brief − Die Kurs treibenden Gründe: Die Länder sind günstiger als hiesige Märkte bewertet, wachsen teils erheblich schneller als etablierte Industrienationen und profitieren durch ihr lausiges Lohnniveau vom Auslagern ganzer Produktionszweige. Folge: Gemessen am BIP legten China, Indien und Russland in 2003 etwa doppelt so schnell zu als die USA. Hinzu kommt: Fast alle nichtasiatischen Schwellenländer sind Rohstoffexporteure und sonnen sich in den aktuell hohen Preisen.

Krisen sind ständige Begleiter
Allerdings: Wenn Sie weiter aufzoomen und die Märkte im Zehnjahresvergleich betrachten, können Sie zu recht erschaudern: Keine Region, die nicht von einer Krise heimgesucht wurde. Argentinien-Anleger etwa spüren das noch heute: Während der nördliche Nachbar Brasilien seinen Schuldenberg fleißig abbaut, weigert sich das Land beharrlich, seinen 2001 ausgesetzten Schuldendienst wieder aufzunehmen. Folge: Tausende Anleger warten und hoffen. Setzt sich Argentinien mit seinen Forderungen durch, dürften Gläubiger etwa achtzig Prozent Ihrer Forderungen verlieren. Sie sehen: Emerging Markets sind auf Dauer selten Selbstläufer.
Schlagen Sie sich also bitte nicht auf eigene Faust durch. Zwar mag es seinen Reiz haben, sich an einen Senkrechtstarter aus dem Midcap-Bereich anzukoppeln. Doch mit seriösem Investieren hat das wenig gemein. Ohnehin ist eine Anlage in Einzelwerten nur dem zu empfehlen, der sich (vor Ort) auskennt. Unser Rat daher: Nutzen Sie das Know How erfahrener Fondsmanager. Das kostet zunächst zwar mehr, lohnt sich langfristig aber allemal. Einen Eindruck, was Ihnen Experten-Expertise bringen kann, bekommen Sie, wenn Sie sich den MSCI Emerging Markets Free-Index anschauen und vergleichen, was einige aus der Benchmark machen.

Magellan: "Growth at a reasonable price"
Der in fast allen Zeiträumen beste seiner Zunft ist der Magellan-Fonds, verwaltet vom unabhängigen Fondshaus Comqest aus Paris. Das Schöne an dem Franzosen: Er hat keinen eigenen Vertrieb und ist darum mehr als andere darauf angewiesen, mit exzellenten Renditen zu überzeugen. Kein Wunder, dass er sich auch in seiner Strategie von anderen unterscheidet. Vom Mega-Markt China hält der Magellan nur wenig. Gewicht des Riesenreiches im Depot: kleine fünf Prozent. Fondsmanager Wojciech Stanislawski zufolge lägen die Chancen der nächsten Jahre eher in Südafrika und Lateinamerika. Da die Regionen weithin unentdeckt seien, könne er zu günstigeren Preisen kaufen. Insgesamt umfasst sein Universum gut vierzig Werte aus 14 Ländern, hochkonzentriert, selten umgeschichtet. Auffallend: Rohstoff- wie Banktitel meidet er und setzt stattdessen auf Konsumwerte. Grund: In Schwellenländern hat der Konsum einen Anteil von nur dreißig Prozent am BIP, halb so viel, wie in hiesigen Breiten. Die Konsumaktie ist daher ein solider Wachstumspatron, wenn sich ein Land zur Industrienation entwickelt.
Ziel des Fonds, der diesen Stil "Growth at a reasonable price" (GARP) nennt, ist es, den MSCI EMF um sechs Prozent pro Jahr zu übertreffen. Mit Ausnahme von 1999 hat dies der Magellan, der seinen Namen vom ersten Weltumsegler ableitet, seit 1998 auch tatsächlich immer erreicht.

Pro Fonds: Erst das Land, dann die Aktie
Auch Gottfried Heller, langjähriger Weggefährte von André Kostolany, pflegt mit Asien einen eher vorsichtigen Umgang. Im Depot des von ihm mitbetreuten Pro Fonds (Lux) Emerging Markets kommt ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 31/2004 (pdf, 193 kB), erschienen am 19.11.2004.

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