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Archiv > Börse > Zertifikate > DivDax-Indexzertifikate |
DivDax-Indexzertifikate Dividendenstrategie: Ein neuer Index soll die Umsetzung erleichtern |
| Rund 12 Mrd. Euro schütten deutsche Aktiengesellschaften in den nächsten Monaten an ihre Aktionäre aus. Wieder ein Rekordwert. Den größten Zahlmeistern von ihnen hat die Deutsche Börse nun einen eigenen Index gewidmet. Und darin eine kleine Kuriosität versteckt. |
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Zins-Alternativen für Ihr Erspartes
Geldanlage-Brief −
Erfahrene Börsianer wissen es: Noch gut einen Monat, und dann beginnt an der Börse die fünfte Jahreszeit. Zwei Monate währt sie in der Regel nur. Doch wenn Sie sich rechtzeitig positionieren, können Sie in der ab Mai beginnenden Dividendensaison Ihr Depot durchaus kräftig herausputzen. Vorausgesetzt allerdings, Sie haben die richtigen, sprich dividendenstärksten Aktien im Depot. Doch wie findet man die Zahlmeister? Und, wichtiger noch: Rechnet es sich überhaupt, jedes Jahr erneut in die spendabelsten Titel umzuschichten?
Die Deutsche Börse höchst selbst hat auf diese Fragen nun eine Antwort gefunden: Pünktlich zum Start der Dividendensaison stellen die Betreiber des Finanzplatzes einen neuen, für die Dividendenpirsch lange überfälligen Index vor. DivDax heißt der Spross, enthält, gewichtet nach Marktkapitalisierung und Streubesitz, die 15 spendabelsten Unternehmen aus dem großen Dax, und wird, damit er stets auf dem neuesten Stand bleibt, jeweils im September aktualisiert.
Für sicherheitsorientierte Anleger, die Unternehmen mit soliden Dividendenzahlungen suchen, schließe das Barometer eine Lücke in der Indexwelt, heißt es von der Börse.
Konstruktionsmängel und Kuriositäten inklusive
Vordergründig ein löbliches Engagement. Wäre da nicht der eine entscheidende Schönheitsfehler. Eingang in den DivDax findet nämlich nur, wer auf Basis der letzten Ausschüttung zu den 15 spendabelsten Unternehmen gehörte. Das führt zu mancher Kuriosität. Nehmen Sie die Lufthansa-Aktie. Die Kranichlinie zahlte in 2001 und 2003 eine Dividende, in 2002 und 2004 hingegen nicht. Folge: Das Unternehmen wäre immer dann im DivDax vertreten, wenn es gerade knausert. Ähnlich die Deutsche Telekom. Das Schwergewicht will in 2004 0,62 Euro je Aktie an ihre Anteilseigner ausschütten. Bei einem Kurs von 15,40 Euro entspricht das einer strammen Dividendenrendite von gut vier Prozent. Im DivDax können Sie jedoch lange nach den Bonnern suchen. Grund: Weil es für deren Aktionäre in 2003 eine (die zweite) Nullrunde gab, bleibt die Aktie außen vor. Sie sehen: Die Konstruktionsmängel des DivDax' sind durchaus virulent.
Umso erstaunlicher: In der Rückrechnung macht der Sprössling eine dennoch passable Figur. Nach Aussagen der Börse hätte er den Gesamtmarkt seit 1999 immerhin um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr überrundet.
Erste Zertifikate verfügbar
Wenn Sie aufgrund dieses Ergebnisses in das Barometer investieren wollen, sollten Sie keinesfalls wahllos zugreifen. Grund: Die derzeit auf den DivDax erhältlichen Zertifikate weisen höchst unterschiedliche Chance/Risikoprofile auf. Bei der Deutschen Bank können Sie zwischen sechs im Juni 2006 fälligen Discountern und einem Indexpapier (WKN DB1D1V) wählen. Allerdings sind bei den Discountern die Rabatte mau, weil die Volatilität des DivDax gering ist. Das Indexzertifikat gefällt uns hingegen deshalb nicht, weil es sich auf den parallel berechneten Kursindex bezieht. Dieser spiegelt lediglich die Kursentwicklung der 15 Aktien, nicht jedoch deren Ausschüttungen wider. Ergo: Vier Papiere mit begrenzter Attraktivität. Dividendengenuss pur bietet Ihnen dagegen ein Endlos-Papier der HypoVereinsbank (WKN HV0ED7). Wie es sich für eine Dividendenstrategie gehört, investiert es nicht in den Kurs-, sondern in den DivDax-Performanceindex. Die Dividenden der 15 Ausschüttungsriesen kommen dem Zertifikat daher ungeschmälert zugute. Wenn Sie in einigen Monaten dennoch eine kleine Abweichung zwischen der Wertentwicklung von Index und Zertifikat feststellen, so liegt das an der Managementgebühr von 0,25 Prozent pro Jahr, die die Münchener für sich abzwacken.
Fazit: Wenn Sie die vergangenheitsbezogene Auswahl verschmerzen können, finden Sie im Papier der HypoVereinsbank eine praktikable wie kostengünstige Umsetzung der Dividendenstrategie, angewendet auf den deutschen Standardwerte-Markt.
Gleichwohl: An die Position des Klassikers ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 05/2005 (pdf, 203 kB), erschienen am 24.03.2005.
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