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Rohstoff-Barometer im Vergleich
DBLCI schlägt RICI

Ob Autofahrer oder Lufthansa-Aktionär: Die hohen Rohstoffpreise spürt fast jeder. Anleger können daraus eine Tugend machen. Nach dem Motto mitverdienen statt mitblechen wechseln sie einfach die Seite. Doch eine geeignete Rohstoffanlage zu finden, überfordert viele. Kein Wunder bei der Produkt-Flut. Grund für den Geldanlage-Brief, die wichtigsten Barometer vorzustellen.
Geldanlage-Brief − Wissen Sie eigentlich, was sich hinter kryptischen Kürzeln wie CRB, AIG, RICI, GSCI oder gar DBLCI verbirgt? Und worin sich Excess Return von Total Return unterscheidet? Für den, der die Rohstoff-Komponente seines Depots gezielt auswählen möchte, sind es mithin entscheidende Fragen.
Der älteste Rohstoff-Index ist der CRB-Future. Ihn gibt es schon seit 1956. Der von Reuters berechnete Terminkontrakt enthält 17 Rohstoffe, jeder mit rund sechs Prozent gewichtet. Da es auf ihn praktisch keine Zertifikate gibt, scheidet er für Anleger aus.
Ähnlich der seit den Neunzigern berechnete Dow Jones AIG Commodities Index. Das Barometer beinhaltet zwanzig nach Handelsvolumen gewichtete und nach Klassen gruppierte Rohstoffe. Wichtigstes Merkmal: Das Maximalgewicht einer jeden Rohstoffklasse darf 33 Prozent nicht übersteigen. Aktuell genießt die Klasse Energie ein solch' hohes Gewicht. Ergo: ein unschönes Klumpen-Risiko und damit wenig praktikabel für einen ausgewogenen Mix.

Excess Return oder Total Return?
Interessanter für die private Geldanlage sind hingegen jüngere Rohstoffbarometer. Etwa der 1998 von der Wall Street-Legende Jim Rogers aus der Taufe gehobenen RICI, den wir Ihnen im vorigen Geldanlage-Brief vorgestellt hatten. Oder: die 1991 vom weltgrößten Rohstoffhändler Goldman Sachs geschaffene GSCI-Familie. Besonderheit des GSCI: Goldman Sachs gewichtet seine Komponenten nach der Weltproduktion. Er ist somit Spiegel der Bedeutung einzelner Rohstoffklassen. Aktueller Nachteil daher ebenso wie beim AIG: die überproportional hohe Gewichtung von Energie.
Den GSCI gibt es für Privatanleger in zwei nutzbaren Varianten: Excess Return und Total Return. Vereinfacht dargestellt, gleicht der Excess Return-Index einem Kursindex, wohingegen der Total Return-Index zusätzlich Zinserträge enthält und demnach eher einem Performance-Index ähnelt. Anleger sollten dem Total Return daher den Vorzug geben. Da Goldman Sachs selbst jedoch keine Zertifikate auf die in der Regel um zwei Prozentpunkte pro Jahr besser abschneidende Total Return-Variante anbietet, müssen Sie einen Umweg nehmen: Im Exchange Traded Fund Segment (ETF) der Deutschen Börse, dem Segment für Indexfonds, finden Sie mit dem EasyETF GSCI von Axa Investment Managers (WKN A0EAZC) ein Produkt, das den Total Return-Index nachbildet. Die Kosten: angenehme 0,45 Prozent pro Jahr.

DBLCI: Mit Hebel und Puffer
Das neueste Barometer stellt die Deutsche Bank mit dem DBLCI MR-Index. Was zunächst als Zungenbrecher daherkommt und ausgeschrieben das Wortungetüm "Deutsche Bank Liquid Commodity Mean Reversion Index" ergibt, zeigt sich bei genauerer Beschau als anspruchsvoller und intelligenter Index für den Rohstoffmarkt. Basis des Barometers bilden zwei Kernideen: Diversifiziere nur in so viele Rohstoffe, wie unbedingt nötig und halte Klumpenrisiken dennoch klein. Die Ausgestaltung: Der DBLCI MR investiert von WTI-Öl, Heizöl über Aluminium, Gold, Mais und Weizen in sechs Rohstoffe. Damit keiner den Index allzu stark dominiert, arbeiten "die Blauen" mit gleitenden Durchschnitten. Weicht der Zwölf-Monats-Schnitt eines Rohstoffpreises um mehr als fünf Prozent vom Fünf-Jahres-Schnitt ab, kommt es zu einer Anpassung des Gewichtes. Dabei gilt: Rohstoffe, deren Preise über dem Schnitt liegen, erfahren ein geringeres Gewicht. Der Index federt daher Preisstürze begrenzt ab. Die, die darunter liegen, erhalten hingegen ein höheres Gewicht. Aktuell machen Heiz- und WTI-Öl kaum 13 Prozent des Index aus, wohingegen die preislich zurückgebliebenen Agrarprodukte ("Soft Commodities") mit je rund 33 Prozent deutlich schwerer wiegen. Berappeln sich deren Preise, verdienen Sie folglich überdurchschnittlich.

An Produkten auf den Index stehen Ihnen zur Verfügung: ein währungsgesichertes Endlos-Indexzertifikat (WKN DB6DHV) sowie ein nicht währungsgesichertes Bonus-Papier, ausgestattet mit einem Sicherheitskissen von rund zwanzig Prozent und einem Bonus von zurzeit etwa vier Prozent pro Jahr. Wenn Sie es nutzen möchten, müssen Sie allerdings tief in die Tasche greifen: Satte 40.000 Euro verlangt die Deutsche Bank als Mindestanlage.

Fazit: Fünf Indizes, fünf Philosophien. In der Rückrechnung am erfolgreichsten, auch dem RICI überlegen, ist ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 13/2005 (pdf, 262 kB), erschienen am 15.07.2005.

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