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Archiv > Geldanlage > Alternative Investments > Wasser |
Wasser Wasser ist ein wertvolles Gut - auch für Anleger |
| Klimawandel, klamme Kommunen, Verschmutzung und Verschwendung machen Wasser zunehmend zum knappen Gut. Es scheint, als könne nur noch privates Kapital die fatalen Folgen lindern. Das ist die Chance für voraus schauende Anleger. |
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Geldanlage-Brief −
Dass Wasserknappheit nicht auf die "Dritte Welt" beschränkt ist, bekamen Sie in diesem Sommer auch als Spanien-Urlauber vor Augen geführt. Etwa, wenn Sie ins Schwimmbad blickten: kein Wasser, nirgends. Stattdessen Dürre. Die schlimmste seit sechzig Jahren.
Selbst dort, wo das Wasser sprudelt, versickert ein Großteil oft wieder, noch bevor es der Verbraucher zapft. Nehmen Sie die Wasserversorgung in London: Da die Insulaner nur 0,1 statt der erforderlichen ein bis zwei Prozent ihrer Leitungen im Jahr sanieren, gehen durch Lecks fast fünfzig Prozent des Wassers verloren.
Auch in den USA ist der Investitionsstau in Sachen Infrastruktur immens. Landesweit versickern etwa zwanzig Prozent des geförderten Wassers. Die Schätzungen für die in den kommenden zwanzig Jahren notwendig werdenden Investitionen liegen zwischen 500 und 1.000 Mrd. US-Dollar.
"Doch woher nehmen?", fragen sich immer mehr Stadtkämmerer. Da Städte und Kommunen oft keine befriedigende Antwort finden, treten viele ihre Wasserhoheit an private Dienstleister ab. Weltweit liefern diese inzwischen zehn Prozent des Bedarf. Das steht für ein Marktvolumen von rund 300 Mrd. Euro pro Jahr. Weltweites Wachstum: solide sechs bis sieben Prozent pro Jahr. In Europa erreichen private Anbieter derzeit sogar schon 38 Prozent der Bevölkerung. Schätzungen zufolge soll sich die Durchdringung bis 2015 auf 75 Prozent fast verdoppeln.
Schwer zu orten: Wasseraktien
Doch: Ein fokussiertes Investment zu finden, fällt schwer. Grund: Bei Konzernen sprudeln die Gewinne immer auch aus anderen Quellen. Wenn Sie eine Wasseranlage suchen, sollten Sie daher von Mischkonzernen á la E.On eher Abstand nehmen. Besser schon: die französische Veolia Environment (WKN 501451). Sie kennen den weltweit führenden Wasser-Versorger nicht? Verständlich. Bis April 2003 hieß der Konzern Vivendi und versuchte sich als Medientycoon. Mit mäßigem Erfolg. Erst mit der Umstrukturierung stellte sich der Konzern neu auf. Heute zieht er rund 35 Prozent seiner Umsätze aus dem Wasser. Mit einem KGV von 17, einer stabilen Kursentwicklung und einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent ist die Wasseraktie für Risikobereite interessant.
Fonds: Netter Ansatz, laue Performance
Wenn Sie das Einzelwertrisiko scheuen und sich stattdessen breiter in das Thema der nächsten Jahrzehnte einkaufen möchten, werden Sie im Fondsbereich fündig: etwa beim 500 Mio. Euro schweren Pictet Water Fund (WKN 933349). Fondsmanager Philippe Rohner streut Ihr Kapital über rund vier Dutzend Werte. Bedingung für deren Aufnahme: Sie müssen mindestens zwanzig Prozent ihrer Erlöse mit dem Blauen Nass erzielen.
Neben Veolia, die Rohner mit etwa sieben Prozent gewichtet, finden Sie in dem ersten Fonds seiner Art aber auch Nestlé, die amerikanische ITT und selbst die deutsche RWE. Anlageergebnis nach drei Jahren: ein Zuwachs von fast dreißig Prozent.
Mehr verdienten Sie, wenn Sie in den kleineren, 86 Mio. Euro leichten SAM Water Fund (WKN 763763) investiert hätten. Dreijahresplus: gut vierzig Prozent. Ziel der Schweizer SAM-Gruppe ist es, für Sie nachhaltig, sozial und ökologisch wirtschaftende Unternehmen zu finden. Fondsmanager Dieter Kiffer erwirbt vornehmlich kleine und mittlere Unternehmen. Größter Titel ist derzeit Danaher. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in Sachen Analysetechnik für die Beurteilung von Wasserqualitäten.
In Ausrüster investieren mit der WestLB
Deutlich kräftiger sprudeln ließ es zuletzt die WestLB. Ihr zehn Werte umfassendes Wassertechnik Active-Zertifikat (WKN 696260) fuhr im Einjahresvergleich fast sechzig Prozent ein. Dabei ist das (leider schon in 2008 fällige) Papier einem Fonds gar nicht unähnlich: Statt einen statischen Aktien-Korb bei den Anlegern abzuladen, setzen die Landesbanker auf aktives Management. Alle sechs Monate überprüfen sie die Zusammensetzung und passen sie bei Bedarf an. Aktuell im Boot: große Konzerne wie RWE und Suez ebenso wie die Spezialtitel Zenon und natürlich: Hyflux (vgl. Seite 4).
Wasseranlage made by ABN Amro
Einen völlig neuen Zugang zum Wasser präsentiert dieser Wochen ABN Amro. Ihr Wasser Open End-Zertifikat (WKN ABN1DK) bezieht sich auf den S&P Custom / ABN Amro Total Return Water-Index. Dieser enthält von A wie Aufbereiter über G wie Getränkehersteller bis V wie Versorger das ganze Spektrum der an Förderung, Verteilung und Verbrauch beteiligten Unternehmen - inklusive deren Dividenden. Damit keines die Auswahl dominiert, beschneidet ABN Amro das Gewicht großer Unternehmen auf maximal zehn Prozent.
Wesentlicher Unterschied zur WestLB: die Transparenz. Eingang in die derzeit zehn Werte umfassende Auswahl findet nur, wer messerscharf definierte Kriterien erfüllt: Die Unternehmen müssen mindestens 500 Mio. US-Dollar an Börsenwert auf die Waage bringen und von fünf Analysten beobachtet werden. Von denen müssen wiederum 65 Prozent oder mehr mit Halten oder Kaufen stimmen. Und: Der Kandidat muss einen bedeutenden Teil seiner Erlöse mit dem Blauen Nass erzielen. Kleinere Werte, deren Aussichten sich rasch ändern können, bleiben daher ebenso außen vor, wie Strom-Konglomerate, deren Wassergeschäft eher ein der Umwelt-PR zugeordnetes Beiwerk ist.
Blitzschnelle Anpassung
Erfüllt ein Titel auch nur ein Kriterium nicht mehr, ersetzt ihn ABN Amro schon am nächsten Börsentag durch einen neuen Titel. Die so filtrierte Qualität können Sie an den Chartbildern der Startwerte ablesen: Mit Ausnahme der brasilianischen SABESP verlaufen im Grunde alle Titel in einem sauberen Trend. Und das seit längerem: In der Rückrechnung bis Anfang 2003 weist der Wasserindex ein Plus von gut einhundert Prozent aus. Damit gut fünfzig Prozentpunkte mehr als große Aktienindizes wie S&P500 oder MSCI World.
Als Preis für die sprudelnden Gewinne müssen Sie berappen: eine Management-Gebühr von einem Prozent pro Jahr. Beachten sollten Sie ferner, dass das Zertifikat nicht währungsgesichert ist.
Fazit: Wasser gilt nicht von ungefähr als "Öl des 21. Jahrhunderts". Es ist eines der Themen der kommenden Jahrzehnte. Am sichersten profitieren Sie daher, wenn Sie ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 18/2005 (pdf, 230 kB), erschienen am 23.09.2005.
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