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Südkorea-Fonds
Investieren in die Karriere eines Musterschülers

"Was zeichnet ein Schwellenland aus?" Wenn Sie in den Neunzigern Fondsmanager eine solche Frage stellten, erhielten Sie mitunter die verblüffend-böse Antwort: "Das sind genau die Länder, die schon vor achtzig Jahren so genannt wurden." Tenor: Die Schwelle zur Industrienation übertreten sie eh' nicht. Eine Investition lohne sich daher allenfalls aus taktischem Kalkül. Eindrucksvolles Gegenbeispiel: Südkorea.
Geldanlage-Brief − Das Land wächst seit vierzig Jahren, stieg 1996 in den Kreis der OECD-Staaten auf, meisterte zügig die Asienkrise und belegt im Ranking der Handelsnationen nun schon Platz zehn. Werfen Sie bitte einen Blick auf den Zahlenkranz: Die Arbeitslosenquote signalisiert mit 3,5 Prozent fast Vollbeschäftigung. Die Inflation verharrt um 3,6 Prozent. Das BIP, in 2004 mit einer Rate von 3,6 Prozent unterwegs, dürfte in 2005 und 2006 zwischen vier und fünf Prozent zulegen.

Im Visier der Ausländer
Kein Wunder, dass sich ausländische Investoren zunehmend für das diesjährige Gastland der Buchmesse begeistern: In 2004 investierten sie rund 6 Mrd. US-Dollar in die exportorientierte koreanische Wirtschaft. Damit doppelt so viel als noch in 2003. Die Ästhetik des so herausgeputzten Tigers sehen Sie am Aktienmarkt. Wichtigstes Barometer ist der Korean Stock Price Index. Er enthält einen ausgewogenen Branchen-Mix, korreliert wenig mit hiesigen Börsen (wenngleich mit abnehmender Tendenz) und liegt seit Anfang 2005 mit dreißig Prozent im Plus. Zuwachs seit 2000: mehr als einhundert Prozent.
Das Chartbild gefällt: Weder kam es zu eruptiven Kursstürzen, noch liefen die Notierungen in Fahnenstangen hinein. Selbst die Asienkrise von 1998, in der Koreas Wirtschaftskraft um sieben Prozent sank, verdaute die Börse zügig.

Ein Fonds wie der andere
Sein Depot an den noch immer günstig bewerteten koreanischen Aktienmarkt anzukoppeln, ist nicht unproblematisch. Eine breite Palette an Möglichkeiten gestaltet die Wahl des geeigneten Investments schwierig. Auffallend: Die sieben in Deutschland angebotenen, in US-Dollar aufgelegten Fonds verfolgen zwar ähnliche Anlagestrategien. In ihren Anlage-Ergebnissen unterscheiden sie sich aber signifikant. Die Spitze führen der dit Korea (WKN 972885) und der Fidelity Korea Fund an (WKN 974646). Sie brachten im Dreijahresvergleich mehr als einhundert Prozent. Wohingegen Templeton (WKN 974424) und Baring (WKN 972842) unterdurchschnittlich abschneiden. Merkmal aller: eine deutlich über zwanzig Prozent liegende Volatilität.

Endlich zieht auch HSBC nach
Fällt Ihnen etwas auf? Richtig, es fehlt HSBC. Das allerdings ändert sich jetzt: Mit dem GIF Korean Equity (WKN A0ER9J) schicken die Asien-Banker aktuell ihren ersten Korea-Fonds ins Rennen. Mit ihm wollen die Asien-Spezialisten an den Erfolg ihres rentablen China-Fonds anknüpfen. Strategie von Fondsmanagerin Mijung Kang: nach Werten fahnden, die von langfristigen Trends profitieren. Vorn an: die Konsumfreude der Koreaner und Ihr steigendes Interesse an privater Altersvorsorge. Was uns dabei gefällt: Bei der Umsetzung hat Kang den Rücken frei. Sie ist an keine Benchmark gebunden. Ein Ärgernis dagegen: das üppige Agio von 5,5 Prozent sowie die Jahresgebühr von 1,5 Prozent. Beides zusammen prädestiniert den Fonds ausschließlich für die Langfristig-Anlage. Dann jedoch mit guter Aussicht auf Überrenditen.
Für den schnellen Ritt auf dem Tiger gibt es ohnehin Besseres: Mit dem Indexpapier der Deutschen Bank (WKN 372142) auf den marktbreiteren KOSPI 200 kaufen Sie einfach den Index selbst. Die Kosten des repräsentativen Markt-Einstiegs: ein Spread von derzeit einem Prozent und eine Jahresgebühr von exakt null Prozent.

Fazit: Südkorea ist gleichsam der Musterschüler Asiens. Neben den Investoren begeistert das Land auch ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 21/2005 (pdf, 206 kB), erschienen am 04.11.2005.

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