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ABN Amro Indien Open-End II und Deutsche Bank Indien Top-Select
Das können Sie vom indischen Aktienmarkt erwarten

Fast 1,1 Milliarden Menschen, jeder Zweite jünger als 25, gut ein Drittel noch nicht einmal 15. Hinzu kommt: Jahr für Jahr verlassen 1,5 Millionen bestens qualifizierte Akademiker die Universitäten und drängen mit guter Aussicht auf Anstellung in den Arbeitsmarkt. Schon jetzt zählt die Mittelschicht fast 300 Millionen Menschen. Hält der Trend an, werden die Erben Mahatma Gandhis in 20 Jahren die größte Nation der Erde stellen.
Geldanlage-Brief − Schon diese rudimentäre Bestandsaufnahme in Sachen Demografie zeigt Ihnen: Indien ist kein Schwellenland-Exot, auf den Sie heute mit geringem Einsatz wetten und sich bereits morgen wieder verabschieden.
Schauen Sie sich die strategischen Planungen großer Unternehmen an: Microsoft investiert bis 2010 1,7 Mrd. US-Dollar in Indien, Cisco nimmt binnen drei Jahren 1,1 Mrd. US-Dollar in die Hand und Chip-Gigant Intel lässt sich das Engagement noch immer 1 Mrd. US-Dollar kosten.
Grund der regen Investitionstätigkeit: der explosionsartige Anstieg der Zahl der Internet-Nutzer. Hatten Anfang 2004 kaum 25 Millionen Inder einen Internetzugang, sind es heute schon fast 39 Millionen. In drei Jahren, so der Branchenverband Internet and Mobile Association of India, werde die Marke von 100 Millionen erreicht.

Regierung schiebt notwendige Privatisierungen auf die lange Bank
Doch nicht nur der IT-Markt lockt Unternehmen. Indiens Aufholbedarf spüren Sie überall. Allein das Straßennetz, auf dem sich Jahr für Jahr eine Million mehr Autos tummeln, und das Stromnetz, das a) ständig überlastet ist und b) ein Drittel der Kapazität noch vor dem Zähler an den Kunden "abgibt", erfordern Investitionen von nicht weniger als 440 Mrd. US-Dollar. Das ist etwa die Hälfte des BIPs und daher nur privat zu meistern. Doch genau hier liegt die Crux: Will Premier Singh in 2007 wiedergewählt werden, muss er Rücksicht auf die Kommunisten nehmen. Die aber sträuben sich gegen Reformen, wozu auch Privatisierungen, vor allem der staatsnahen Baubranche zählen. Analysten sprechen daher derzeit von einer Wachstumsbremse.

Wirtschaft und Börse boomen. Wann kommt die Kurs-Korrektur?
Ob Bremse oder nicht - die Wirtschaftsdaten können sich so oder so sehen lassen: Seit 1994 wächst die Wirtschaft um etwa sechs Prozent pro Jahr. Für 2007 sagen Volkswirte gar ein BIP-Plus von 7,5 Prozent voraus. Knackpunkt ist jedoch die Inflation. Sie liegt zwar derzeit mit 5,5 Prozent auf vertretbarem Niveau, dürfte aber künftig eher steigen statt stagnieren. Gut zu wissen dagegen: Obwohl sich der Leitindex Sensex (30 Werte) allein seit April 2004 fast verdoppelt hat, ist der Markt nicht per se heiß gelaufen. Im Durchschnitt bezahlen Sie "die indische Aktie" mit einem KGV (2006) von 18. Das ist zwar ein Rekordwert unter allen Schwellenländern. Gleichzeitig wachsen aber die Unternehmensgewinne im Schnitt um 16 Prozent. Eine gerade noch vertretbare Bewertung folglich.
Die Risiken lauern eher woanders: Nach den enormen Kapitalzuflüssen der vergangenen Jahre befindet sich heute jede fünfte Aktie in ausländischer Hand, zumeist bei Publikumfonds. Sollten also die Institutionellen dem Herdentrieb erliegen und aus "Angst vor der Angst" verkaufen, hätten Sie wieder die Situation aus 2004. Sie erinnern sich: Damals rutschte der Markt massiv ab und bot uns beim Niveau von gut 5.100 Sensex-Zählern die ideale Gelegenheit zum Einstieg (vgl. Geldanlage-Brief 25/2004).

Überschaubares Angebot an Indien-Zertifikaten
Doch: Wie verfahren Sie, wenn Sie bislang nicht engagiert sind? Heute stehen Ihnen auch im Zertifikate-Bereich Instrument zur Verfügung: das Indien II-Papier von ABN Amro (WKN ABN537) sowie das Top Select-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DB6ARC). Beide investieren Open-End und hoch fokussiert in knapp ein Dutzend Werte, regelmäßige Neujustierung der Werte inklusive. Wichtiger Unterschied: "Die Blauen" erheben keine Jahresgebühr, behalten dafür aber die Dividenden ein. ABN Amro hingegen leitet 75 Prozent der Dividenden an Sie weiter, zwackt aber eine Management-Fee von einem Prozent ab. Nachteil beider Produkte: Sie verbriefen nicht die Aktien selbst, sondern die etwas teureren Hinterlegungsscheine (ADRs).
Wenn Sie Ihr Kapital breit streuen möchten, setzen Sie auf den ABN Amro Fonds-Basket (WKN ABN28A). Er enthält drei überaus erfolgreiche indische Aktienfonds: den HSBC Indian Fund, JP Morgans India Fund und den DWS India Fund. Damit erzielen Sie mit einem einzigen Wertpapier eine Diversifikation über mehrere hundert Aktien. Die Kosten sind nicht höher als beim direkten Fondskauf: Zwar zahlen Sie neben dem Spread von 1,5 Prozent eine Jahresgebühr von 0,75 Prozent, doch dafür sparen Sie am Agio.

Deutsche Börse schafft Voraussetzung für neue Produkte
Haben Sie etwas vermisst? Richtig: Bonusjäger blicken derzeit in die Röhre. Es existieren schlicht keine Zertifikate. Doch das dürfte sich bald ändern. Seit dem 5. April gibt es den Deutsche Börse India Index (DBIX). Der erste Vertreter der neuen Index-Familie DAXglobal enthält zum Start 14 an NYSE, Nasdaq und der LSE gehandelte ADRs auf indische Aktien. Im Endausbau sollen es 25 sein. Wichtigstes Kriterium für die Hinzunahme weiterer ADRs: Sie müssen täglich ein Handelsvolumen von 1 Mio. US-Dollar erreichen. Nutzwert für Sie als Anleger: Wie wir hören, soll es auf den DBIX schon bald erste Produkte geben.

Fazit: An Indien kommen Sie schon allein wegen der Größe des Marktes langfristig nicht vorbei. Doch sehen wir ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 07/2006 (pdf, 224 kB), erschienen am 13.04.2006.

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