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Archiv > Börse > Zertifikate > Sofix-, ROTX- und SBI-TOP-Zertifikat |
Sofix-, ROTX- und SBI-TOP-Zertifikat Das können Sie von den Börsen im Südosten Europas erwarten |
| Auf mehr als 320 Prozent summiert sich inzwischen der Gewinn für Anleger, die sich vor drei Jahren an der Börse in Bukarest engagiert haben. Rumänien ist dabei nur ein Beispiel unter vielen. Auch Bulgarien, der EU-Neuling Nummer zwei, verwöhnte Anleger mit Gewinnen im dreistelligen Bereich. Frage also: Lohnt es sich auch heute noch, sich in Südosteuropa zu engagieren? Und wenn ja, wo? |
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Geldanlage-Brief −
Doch zunächst: So atemberaubend die Zuwächse an den zumeist marktengen südosteuropäischen Börsen auch erscheinen mögen. Sie sind in allererster Linie Spiegelbild einer ebenso stürmischen volkswirtschaftlichen Entwicklung. Nehmen Sie Bulgarien: Bulgarien ist (nach Tschechien) das osteuropäische Land mit den höchsten ausländischen Direktinvestitionen. Die Wirtschaft wächst seit Jahren stabil zwischen vier und sechs Prozent und auch in punkto Arbeitslosenquote zeigt der Trend 'gen Westen. Aktueller Stand: 10,2 Prozent. Problemkind bleibt hingegen die Inflation. Mit 7,4 Prozent liegt sie nach wie vor auf einem hohen Niveau und veranlasst die Notenbanker, die Zinszügel weiter straff zu halten.
Erstes Zertifikat auf den bulgarischen Aktienmarkt
Wenn Sie sich als Anleger an der Börse Sofia engagieren wollen, stehen Sie allerdings vor einem Problem: Auch im Jahr sechs des Kursfeuerwerkes finden Sie an deutschen Börsen keine bulgarischen Aktien. Doch mit der niederländischen ABN Amro bequemte sich nun – endlich, darf man anmerken – ein Emittent, das Land via Indexzertifikat für Sie aufzuschließen. Das Endlos-Papier (WKN AA0CET) verbrieft Ihnen den bulgarischen Aktienindex Sofix im Verhältnis eins zu eins. Der Sofix ist der einzige offizielle Börsenindex des Landes. Er enthält die wichtigsten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zusammen 4,5 Mrd. Euro. Versicherungen, Bank- und Pharmawerte ebenso wie Titel aus dem Agrar-, Tourismus- und Chemiebereich. Zwölf Werte insgesamt.
Anspruchsvolle Bewertungen
Die Bewertungen der Schwergewichte sind allerdings hoch: Petrol, ein Unternehmen aus dem Öl-Sektor, bringt es auf ein astronomisches Kursgewinn-Verhältnis (KGV) von neunzig. Sopharma, ebenfalls ein Schwergewicht im Sofix, erreicht ein nicht minder beeindruckendes KGV von vierzig.
Mit Bewertungen wie diesen ist die EU-Beitrittsfantasie Bulgariens unserer Meinung nach hinreichend eingepreist. Ein Investment in bulgarische Standardwerte ist daher zum jetzigen Zeitpunkt eher riskant. Erschwerend kommt hinzu: Als Tradinginstrument ist das Zertifikat denkbar ungeeignet. Dafür sorgt allein schon der mit mehr als vier Prozent wahrlich üppig bemessene Spread.
Bukarest: "Börse Nummer eins in Europa"
Rumäniens Entwicklung ist der Bulgariens nicht unähnlich. In 2005 wuchs die Wirtschaft um 4,1 und in 2006 um 7,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote erreicht mit einem Stand von kaum sechs Prozent einen Spitzenplatz innerhalb Osteuropas und die Börse Bukarest darf sich im Dreijahresvergleich mit Gewinnen von mehr als dreihundert Prozent die "Börse Nummer eins in Europa" nennen. Richtungsweisender Index des rumänischen Aktienmarktes ist der in Kooperation mit der Börse Wien berechnete ROTXEUR mit aktuell sechs Werten, wobei allein das rumänische Kreditinstitut Banca Transilvania ein Gewicht von 25 Prozent in die Waagschale bringt.
Das Problem: Im Gleichlauf mit Bulgarien erreicht auch die Börse Bukarest eine durchaus anspruchsvolle Bewertung. Das durchschnittliche KGV der Standardwerte liegt bei mehr als dreißig. Schon im März 2005 hat die österreichische Raiffeisen Centrobank (RCB) für Anleger ein Zertifikat geschnürt, das die Wertentwicklung des Index eins zu eins nachbildet (WKN RCB0DS). Wer das Zertifikat vor knapp zwei Jahren zeichnete, hat seinen Einsatz bis heute mehr als verdoppelt.
Slowenien: Investieren in den Musterstaat
Attraktiver erscheint uns gegenwärtig der slowenische Aktienmarkt. Slowenien ist der Musterstaat Osteuropas. Das jüngste Euro-Währungsmitglied erfüllt von I wie Inflation über N wie Neuverschuldung bis W wie Währungsstabilität alle EU-Beitrittskriterien. Die Börse in Ljubljana zeigt sich hingegen durchwachsen. In 2005 gab der breiter gefasste SBI-20-Index um 5,6 Prozent nach. In der langfristigen Perspektive überzeugte die Börse aber fast in jedem Jahr mit zweistelligen Zuwächsen. Ergo: eine gesunde Entwicklung.
Wenn Sie sich im nur zwei Millionen Einwohner zählenden Slowenien engagieren möchten, sollten Sie zum Indexzertifikat auf den slowenischen Aktienindex SBI-TOP greifen (WKN RCB7J9). Das erst vor einem Monat von der RCB aufgelegte Endlospapier streut Ihr Kapital über die sechs wichtigsten Unternehmen des Landes, kommt ohne Managementgebühr daher, rechnet dafür aber keine Dividenden an. Zwar sind slowenische Aktien mit einem KGV von durchschnittlich zwanzig kein Schnäppchen mehr. Doch der intakte Aufwärtstrend sollte einer soliden Performance in 2007 keinen Abbruch tun.
Fazit: Die bulgarischen und rumänischen Aktienmärkte dürften fürs erste ausgereizt sein. In Slowenien sehen wir ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 01/2007 (pdf, 238 kB), erschienen am 19.01.2007.
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