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Bio-Kraftstoff-Zertifikate im Vergleich
Zukunftsmarkt Bio-Energie: So verdienen Sie mit...

Zählen Sie sich eher zum Kreis konservativer Börsianer? Dann gehören Bio-Energie-Aktien nicht in Ihr Depot. Besser geeignet ist dann ein Branchen-Zertifikat, mit dem Sie das Einzelwert-Risiko ausschalten und dennoch an den Chancen des Bio-Energie-Sektors teilhaben können. Wir stellen Ihnen vier potenziell in Frage kommende Papiere vor.
Geldanlage-Brief − Papier Nummer eins liegt im Produktregal von HSBC und beinhaltet Aktien von Unternehmen, die Biokraftstoffe herstellen oder vertreiben. Zwölf Werte insgesamt, fünf davon aus Deutschland. Das höchste Gewicht im Biokraftstoff-Basket (WKN TB0D2B) genießt mit 20 Prozent der US-Konzern Archer Daniels Midland, den wir Ihnen auf Seite 3 vorstellen. Unter den deutschen Titeln finden Sie die zwei Biodiesel-Produzenten Biopetrol und EOP Biodiesel. Was uns gefällt: HSBC lässt Sie – zu 50 Prozent – auch an den Dividenden teilhaben. Von einem Kauf sehen Sie bitte dennoch ab. Grund ist die entschieden zu kurze Laufzeit – sie endet bereits im März 2008.

UBS und ABN Amro setzen auf die Rohstoffe selbst
Zertifikat Nummer zwei kommt von der Schweizer UBS. Es ist das Diapason Global Biofuel Index-Zertifikat (WKN UB0FUE). Mit ihm positionieren Sie sich ganz an den Beginn der Wertschöpfungskette: Das Zertifikat enthält keine einzige Aktie. Die Schweizer setzen stattdessen auf die an der Biodiesel- beziehungsweise Bioethanol-Gewinnung beteiligten Rohstoffe selbst. Nämlich: Mais, Weizen, Zucker, Holz, Gerste, Raps und Sojaöl.
Die Besonderheit: Die Gewichtung der einzelnen Rohstoffe ist nicht starr vom Emittenten vorgegeben. Sie orientiert sich an der Bedeutung für die Produktion von Biodiesel oder Ethanol, wobei es einen Cap von 30 Prozent gibt. Folgerichtig entfallen die höchsten Gewichte auf Mais, Weizen und Zucker – zusammen rund 75 Prozent. Mais musste die UBS aufgrund der hohen Bedeutung für die Bio-Kraftstoff-Produktion schon auf die Kappungsgrenze zurückschneiden.
Papier Nummer drei kommt von ABN Amro. Mit ihrem Biofuel Total Return-Zertifikat (WKN ABN7B3) setzen die Niederländer ebenfalls auf die Rohstoffe selbst – acht an der Zahl. Die Gewichtungen orientieren sich dabei analog UBS an der Bedeutung der einzelnen Rohstoffe für die Produktion von Biodiesel und Ethanol. Zucker, Mais und Sojabohnen(öl) wiegen folglich schwer im Korb. Gewicht: 81 Prozent. Die Lösung von ABN Amro ist etwas teurer. Sie zahlen pro Jahr Gebühren von 1,2 Prozent, erhalten dafür aber auch die Zinserträge aus den Marginkonten ("Total Return").
Ob UBS oder ABN Amro: Die Konzeption beider Biofuel-Papiere birgt einen entscheidenden Nachteil. Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit notieren viele Rohstoff-Futures im so genannten "Contango". Das bedeutet: Der (handelbare) Terminpreis liegt über dem (nicht handelbaren) Kassapreis. Folglich entstehen Ihnen beim Rollen eines auslaufenden in den nächstfälligen Kontrakt Rollverluste. Allein deshalb können wir Ihnen die ansonsten sauber strukturierten und kostenseitig durchaus günstigen Produkte (bei UBS entgehen Ihnen nur die Zinserträge) weniger empfehlen.

Die sauberste Bio-Kraftstoff-Lösung kommt von der Société Générale
Investment-Kandidat Nummer vier ist das Ergebnis einer Kooperation. Unter dem Namen Biox haben der Indexprovider Dow Jones, die auf nachhaltige Anlagen spezialisierte Vermögensverwaltung SAM und die französische Société Générale nichts Geringeres als die erste Benchmark für die Bio-Energie-Branche kreiert.
Biox steht für Bio-Energie-Index (WKN SG9BEX) und enthält die nach Kapitalisierung weltweit acht größten Unternehmen der Branche: fünf Werte aus den USA, die zusammen gut 70 Prozent auf die Waagschale bringen, dazu je ein Titel aus Australien und der Schweiz sowie die deutsche Südzucker. Zusammen rund 27 Mrd. Euro schwer.
Den Biox können Sie mithin als gelungenes Abbild der Branche betrachten. Und das gilt auch für die Indexpflege: Die Société Générale überprüft halbjährlich alle Werte und aktualisiert vierteljährlich deren Gewichte. Die Managementleistung kostet Sie lediglich 0,85 Prozent pro Jahr. Hinzu kommt, dass Sie ungeschmälert von Dividenden profitieren.

Fazit: Die sauberste Biokraftstoff-Lösung kommt von der Société Générale. Das Biox-Zertifikat ist das einzige Papier, das ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 06/2007 (pdf, 212 kB), erschienen am 30.03.2007.

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