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Archiv > Börse > Fonds > European Minimum Variance, Systematik-BB-Invest Europa, Grande Europe |
European Minimum Variance, Systematik-BB-Invest Europa, Grande Europe Diese Europafonds liefern Ihnen Mehrwert |
| Aktienfonds mit europäischer Ausrichtung gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Die meisten bieten Ihnen nur Mittelmaß und rechtfertigen die hohen Kosten kaum. Ihre Aufgabe als Anleger ist es daher, Fonds zu finden, die sich in steigenden und fallenden Märkten bewähren. Sie bieten Ihnen eine hohe Wahrscheinlichkeit, den Markt auch künftig zu überrunden. Der Geldanlage-Brief hat drei Investment-Kandidaten für Sie identifiziert. |
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Geldanlage-Brief −
Dabei fällt auf: Unter den in allen Zeiträumen bestplatzierten Fonds finden Sie viele, die sich bei der Aktienauswahl auf wissenschaftlich fundierte Theoriegebäude, mindestens aber auf ein Höchstmaß an Disziplin stützen und Emotionen so oder so ausschalten.
European Minimum Variance: dicht am Index und dennoch erfolgreicher
Ein solcher Fonds, in Reinkultur, wenn Sie so wollen, ist der European Minimum Variance von Uni-Global (WKN 655898). Er fußt auf einer interessanten Erkenntnis zweier Kapitalmarktforscher: Zu Beginn der Neunziger Jahre fanden Jochen Kleeberg und Robert Haugen heraus, dass sich der Ertrag von Index-Investments bereits mit einer kleinen Stellschraube signifikant steigern lässt.
Anhand des S&P500-Index zeigten sie, dass ein Portfolio, welches aus Aktien mit dem geringsten Risiko besteht, zu deutlich höheren Renditen führt. Diese Erkenntnis („Minimum Varianz-Theorie“) wendet Uni-Global auf den europäischen Aktienmarkt an. Ziel von Fondsmanagerin Fiona Frick: den EuroStoxx 50 nachbilden und bei geringeren Schwankungen eine höhere Rendite erzielen. Die Umsetzung: Frick investiert 50 Prozent des Vermögens in Indexpapiere. Die andere – bessere – Hälfte fließt in Aktien, die zueinander eine möglichst geringe Korrelation aufweisen. So will Unigestion vermeiden, dass sich ein Kurssturz auf alle Fondspositionen auswirkt und unmittelbar durchschlägt.
Für einen Aktienfonds ungewöhnlich schwankungsarm
Ihr Nutzen: In steigenden Märkten schneiden sie zwar kaum besser als der Markt ab, dafür erhalten Sie in der Baisse einen wertvollen Risikopuffer. Das klingt zunächst langweilig, führt aber, gemittelt über alle Marktphasen, zu beeindruckenden Renditen: Sieben Jahre nach Auflage des Fonds erreicht er eine kaum zu untertreffende Volatilität von nur 7,6 Prozent p.a. und erzielt im Fünf-Jahres-Zeitraum ein Plus von 65 Prozent. (EuroStoxx 50: kaum 30%)
Die Kosten, die Sie für den quantitativen Ansatz aufwenden müssen, sind fondstypisch hoch: Neben einem Ausgabeaufschlag von bis zu vier Prozent zahlen Sie pro Jahr Gebühren von 1,5 Prozent.
Chicco sucht für Sie die besten europäischen Aktien
Kennen Sie Chicco? Wir hatten Ihnen das Modell bereits im Geldanlage-Brief 19/2006 vorgestellt. Es gehört Frank Lingohr, seines Zeichens Fondsmanager des Lingohr-Systematik-BB-Invest Europa (WKN 532009). Chicco ist ein Computermodell das nach Zusammenhängen zwischen Bewertungskennzahlen von Aktien und deren Kursverläufen sucht. Das System fand beispielsweise heraus, dass in Deutschland der innere Unternehmenswert, in Frankreich die Dividendenrendite und in Italien etwa die Kapitalmarktrendite eine entscheidende Rolle bei der Kursfindung spielen.
Folglich gewichtet das System die fundamentalen Kennziffern in jedem Land anders. Die Verkettung en detail erfahren Sie freilich nicht; sie bleibt Betriebsgeheimnis.
Vor dem Kauf legt Lingohr nochmal selbst Hand an
Entscheidend ist: Im Ergebnis ermittelt Chicco für jede Aktie eine aggregierte Kennziffer. Titel, die einen Wert von eins bis zwanzig erreichen, sind tendenziell Kaufkandidaten. Doch vor dem eigentlichen Kauf legt Lingohr noch einmal selbst Hand an, wählt die besten Werte aus und bestückt mit ihnen (gleichgewichtet und alle sechs Monate wiederholt) das Portfolio.
Der Erfolg der Prozedur, die Lingohr selbstironisch als „langweilig“ bezeichnet, ist immens: Der Fonds hat seit Auflage (10/2003) um 110 Prozent zugelegt (Euro Stoxx 50: +80%) und zeigt der Benchmark auch in kleineren Zeitfenstern regelmäßig die rote Karte. Einziges Manko: Die Volatilität des Fonds fällt mit rund zehn Prozent etwas hoch aus. Die Kosten: Bis zu fünf Prozent für den Ausgabeaufschlag und im Anschluss daran rund 1,7 Prozent pro Jahr.
Der Grande Europe setzt seinen Schwerpunkt auf Osteuropa
Investment-Kandidat Nummer drei ist der Grande Europe (WKN A0DKM6). Das fast 390 Mio. Euro schwere Flaggschiff aus dem Hause Carmignac investiert vornehmlich in Staaten der EU, mischt jedoch auch Werte aus Drittländern, etwa Russland, bei. Überhaupt schauen die beiden Fondsmanager David Loggia und Jordan Cvetanovski eher 'gen Osten. Gut jeden vierten Euro investieren sie in Unternehmen mit nennenswerten Umsatzanteilen in Osteuropa. Vorn an: Banken, Einzelhandelsketten und Immobilienwerte. Im Fokus stehen dabei Titel mit langfristigem Wachstum, die zudem einen üppigen Cash Flow erwirtschaften. Ferner: Unternehmen in der Umstrukturierung.
Die Früchte der aktiven, an Themen orientierten Lese können sich ebenso sehen lassen wie der quantitative Ansatz á la Lingohr. Seit Auflage in 1999 weist der Grande Europe ein Plus von 62 Prozent aus – gut 55 Prozentpunkte mehr als der Stoxx 600. Allerdings: Mit einem Beta zur Benchmark von 1,1 beinhaltet der Fonds aktuell ein eher hohes Marktrisiko – bestärkt noch durch Überbetonung des (zinssensitiven) Finanzsektors. Beides könnte in einer Korrektur im gegenwärtigen Umfeld steigender Zinsen zu einer Belastungsprobe führen.
Die Kosten: Sie zahlen fürs Agio bis zu vier Prozent, des Weiteren laufende Gebühren von 1,5 Prozent pro Jahr.
Fazit: Alle drei Produkte haben ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 10/2007 (pdf, 232 kB), erschienen am 24.05.2007.
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