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er Global XL Zertifikat
„Alles deutet auf ein sehr gutes Jahr 2007 hin.“

Kaj Rönnlund, Mitbegründer und Vorstand von Estlander & Rönnlund, im Interview

Hedgefonds sind inzwischen nicht mehr aus der Welt der Investments wegzudenken. Einst wurden sie kritisch beäugt und ängstlich gemieden. Doch immer mehr Privatanleger erkennen den Sinn von Hedgefonds-Produkten für ihr Depot. 2005 kürten wir das er Global XL Zertifikat (WKN BC0AYD) zum Investment des Jahres. Doch kurz danach rutschte der Kurs des Zertifikates erstmal ab. Seit einigen Monaten allerdings feiert die Strategie der Finnen ein beeindruckendes Comeback.
Was waren die Gründe für den Rücksetzer? Und vor allem: Was können Sie als Anleger künftig von der er Global XL-Strategie erwarten? Wir fragen an der Quelle nach. Rede und Antwort steht uns Kaj Rönnlund, Mitbegründer des Handelssystems und Vorstand im Hause Estlander & Rönnlund.
Geldanlage-BriefHerr Rönnlund, bevor wir auf die er Global XL Strategie zu sprechen kommen, erklären Sie unseren Lesern doch bitte das Wesen von Managed Futures. Was ist der Unterschied zu Standard-Aktien- oder Renteninvestments?
Managed Futures sind eine Stilrichtung aus der Familie der Hedgefonds. Darunter kann man sich ein Wertpapierdepot vorstellen, das von einem Hedgefondsmanager betreut wird. Im Sinne einer breiten Streuung findet man in so einem Depot sowohl Aktien als auch Anleihen, Währungen und Rohstoffe. Da man keine Einzelwerte kauft, sondern ganze Märkte, lassen sich diese am leichtesten mit Futures abbilden. Der Unterschied ist, dass man sowohl in steigenden als auch fallenden Märkten Geld verdienen kann.

Welche Details können Sie unseren Lesern zur Funktionsweise Ihres Systems verraten? Wie ist es entstanden? Wie arbeitet es?
Mein Partner Martin Estlander und ich haben 1985 als Studenten begonnen, uns für die Finanzmärkte zu interessieren, und auf der Universität Wirtschaft studiert. Als wir das Gelernte in die Praxis umsetzten, haben wir im Herbst 1987 beim Crash unser erstes Geld verdient. Wir waren damals einer der jüngsten Marketmaker an der Terminbörse in Stockholm und später auch an der DTB, Soffex und Eurex. Martin Estlander wurde sogar Vorstand der DTB. Anfang der Neunziger Jahre haben wir unsere Erfahrung an der Börse in ein Handelssystem umgesetzt. Inzwischen hat sich das System natürlich weiterentwickelt. So verwenden wir heute drei Zeitfenster, um lang-, mittel- und kurzfristige Kursbewegungen aufzuspüren und zu nutzen. Wir konzentrieren uns auf zirka siebzig Märkte, die wir permanent beobachten, und nutzen Kursbewegungen, egal ob Märkte steigen oder fallen.

Sie haben seit dem Start 1991 eine Rendite von durchschnittlich fast 14 Prozent p.a. erzielt. In 2006 allerdings schien Ihr System zeitweilig zu kapitulieren. Was waren die Gründe? Weshalb scheiterte das System in 2006?
Wir brauchen Trends, also Bewegungen, in den Märkten, um Geld zu verdienen. Immer, wenn sich die Trends ändern, muss man einen Teil des noch nicht realisierten Gewinnes abgeben, bis man in der neuen Richtung wieder Geld verdient. 2006 hatten wir im Frühjahr ein Szenario, in dem fast alle Märkte, die wir handeln, gleichzeitig ihre Richtung änderten. Daher mussten wir zunächst in allen Märkten Geld abgeben. Das ist eine Situation, die glücklicherweise nur selten vorkommt und kein Grund, unser System in Frage zu stellen.

Hat das System aus der Situation gelernt?
Wenn Sie das Frühjahr 2006 meinen, dann muss ich eher sagen: Der Markt hat gelernt! Die Verunsicherung der Märkte war 2006 deutlich heftiger und hat länger gedauert als Anfang 2007. Die fundamental guten Märkte haben sich von der Panik einzelner Marktteilnehmer nicht mehr anstecken lassen und sehr schnell wieder ihren Trend gefunden. Die langfristigen Trends, auf die unser System gesetzt hat, haben sich nicht geändert und wir haben die kurzfristigen Verluste sehr schnell wieder aufholen können.

Gibt es Situationen, in denen Sie manuell eingreifen?
Nein. Um von neuen Szenarien nicht überrascht zu werden, machen wir permanente Stresstests. Sollten wir zu der Erkenntnis kommen, dass in einer Position das Risiko zu hoch ist, dann passen wir das System an. Aber Ad hoc-Eingriffe gibt es nicht. Das würde dem Prinzip eines computergesteuerten Systems widersprechen und seine Vorteile nichtig machen. Menschliche Emotionen fällen keine klaren Entscheidungen, die gerade beim Handel so wichtig sind. 13 Prozent Rendite pro Jahr in den letzten 16 Jahren sind natürlich ein Ergebnis unserer Erfahrungen, aber eben umgesetzt in ein emotionsloses und damit panikfreies System.

Bei Betrachtung des Track-record fällt auf, dass Ihr System in Baissephasen zur Höchstform aufläuft. Nur statistisches Rauschen oder erklärbarer Zusammenhang?
Tatsächlich ist es so, dass unser System in Phasen fallender US-Leitzinsen besonders gut funktioniert. Aber wenn Sie das Frühjahr 2007 betrachten, waren wir auch dort sehr erfolgreich und konnten in den letzten 16 Wochen eine doppelt so gute Performance erzielen als etwa der Deutsche Aktienindex. Wir versuchen für unsere Investoren immer gute Renditen zu erwirtschaften; und meistens gelingt es uns auch.

Inzwischen gibt es mit dem er Global XL Zertifikat II (WKN BC0BQB) das Nachfolgeprodukt unseres Investment des Jahres 2005. Worin liegt der Unterschied zum Vorgänger und weshalb haben Sie sich zur Auflage eines Nachfolgers entschieden?
Nicht zuletzt durch Ihre Auszeichnung war das erste Zertifikat restlos ausverkauft. Bei dieser großen Nachfrage wollten wir unseren Investoren auch weiterhin eine Beteiligungsmöglichkeit an unserem System bieten. Unterschiede der beiden Zertifikate gibt es keine.

Bleiben wir beim Nachfolger. Wie hat sich das Zertifikat seit Auflage im Januar 2007 entwickelt?
Es hat bisher knapp 25 Prozent zulegen können, während der Dax in dieser Zeit nur um knapp 18 Prozent gestiegen ist. Betrachtet man nur die letzten drei Monate, waren wir fast doppelt so gut wie der Dax.

... eine Entwicklung, die sich fortschreiben lässt?
Wir waren in 12 von 15 Jahren im zweiten Halbjahr noch besser als im ersten. Das weist auf ein gutes Jahr 2007 hin.

Welche Kosten kommen auf Anleger zu? Halten Sie am Modell der Erfolgsbeteiligung fest?
Die Emittentengebühr beträgt 0,4 Prozent pro Jahr, beim zugrunde liegenden Fonds fallen monatlich 0,29 Prozent Managementgebühr an. Beim Erreichen neuer Höchststände bekommt das Management eine Erfolgsbeteiligung von 20 Prozent. Alle Zahlen, die wir veröffentlichen, sind um Kosten bereinigt. Sie zeigen die Rendite für unsere Investoren.

Welches Chance-/Risiko-Profil sollten Anleger idealerweise mitbringen? Wie sollte ihr Horizont aussehen?
Um ein vernünftiges Chance/Risiko-Verhältnis zu haben, sollte sich jedes Depot durch breite Streuung auszeichnen und deshalb neben Aktien, Anleihen und anderen Bausteinen eben auch einen Hedgefonds enthalten. Er senkt das Risiko und steigert die Rendite, wie schon Harry Markowitz sagte. Als Horizont sollte man mindestens drei Jahre anvisieren.

Welchen Anteil sollten Managed Futures-Strategien im Depot eines Privatanlegers einnehmen?
Das hängt natürlich vom persönlichen Risikoprofil ab, aber die Größenordnung liegt zwischen 10 und 30 Prozent.

Kommen wir abschließend zu den Märkten. Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen, wo lauern Risiken?
Grundsätzlich glauben wir, dass es in allen Märkten, die wir handeln, auch in Zukunft gute Gelegenheiten geben wird. Allerdings werden wir künftig höhere Volatilitäten sehen. Die Risiken liegen in der weiteren Zinspolitik und der steigenden Inflation. Eine stärkere als geplante Zinserhöhung könnte die Aktienrally beenden. Im Energiesektor sehen wir bei Rohöl die 80 US-Dollar als psychologische Hürde.

... und was heißt das für die derzeitige Aufstellung der er Global XL Strategie? Verraten Sie uns die gegenwärtigen Über- und Untergewichtungen?
Unsere Systeme sehen allgemein intakte Aufwärtstrends im Aktien- und Rohstoffbereich und Abwärtstrends in einigen Währungen wie etwa im US-Dollar oder Yen. Wie bereits erwähnt, wird es zu höheren Volatilitäten kommen. Entscheidend ist, ob sich die US-Wirtschaft gut entwickelt.

Wo werden wir nach Ihrer Einschätzung den Dax Ende 2007 sehen, wo den Dow? Welche Erwartung knüpfen Sie an die Zinsentwicklung in Europa und USA?
Unter der Voraussetzung, dass es zu keiner überraschenden Zinserhöhung in Europa kommt, hat der Dax noch Potenzial von zirka 10 Prozent und der Dow von etwa 7 Prozent. Die Bondmärkte haben gerade ihr Gleichgewicht gefunden, wenn man die Langfristzinsen und die Inflation betrachtet. Da erwarten wir kurzfristig weniger Bewegung.

Eine letzte Frage. Die Risikoprämien der Emerging Markets befinden sich auf Rekordtief. Welche Erwartung knüpfen Sie an die Entwicklung der Schwellenländer? Und eng damit verbunden die Frage nach den Rohstoffmärkten: Wird die Hausse anhalten?
Die Emerging Markets haben ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 14/2007 (pdf, 197 kB), erschienen am 20.07.2007.

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