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Agrarrohstoffe
Die wichtigsten „Soft-Commodities“ im Überblick

Können Sie sich einen Markt vorstellen, in dem die Preise nahezu aller Produkte im Gleichlauf steigen? Es gibt ihn tatsächlich. Es ist der Markt der Agrarrohstoffe. Bereits seit Monaten blühen von Kakao und Kaffee über Mais und Sojabohnen bis hin zum Weizen die Preise auf. Grund genug für uns, Ihnen die schmackhaftesten Feldfrüchte vorzustellen.
Geldanlage-Brief − Die mit Abstand größte Bedeutung hat Weizen. Die nach Gerste älteste und in Sachen Klima und Boden anspruchsvollste Getreideart wird in fast einhundert Ländern angebaut. Sie deckt als wichtigstes Grundnahrungsmittel etwa zwanzig Prozent des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung. Hauptanbaugebiete: Nordamerika, Russland, China und Indien.
Landwirte und Rohstoffhändler unterscheiden zwischen Sommer- und Winterweizen, wobei die mit einem Produktionsanteil von rund 75 Prozent wichtigste Sorte der (wesentlich robustere) Winterweizen darstellt. Zwar gibt es inzwischen mehr als 1.000 Sorten. Als Anleger müssen Sie jedoch nur zwei „Börsensorten“ unterscheiden: den an der Terminbörse Chicago Board of Trade (CBOT) gehandelten Chicago-Weizen und den am Kansas City Board of Trade (KCBT) notierten und vor allem nach Asien exportierten Kansas-Weizen.
Beide Sorten verzeichnen seit geraumer Zeit deutliche Preisaufschläge. Spitzenreiter ist der Chicago-Weizen, der im Fünfjahresvergleich eine Verteuerung von mehr als einhundert Prozent erreicht.
Um als spekulativer Anleger am Anstieg des Weizenpreises zu partizipieren, können Sie beispielsweise auf das währungsgesicherte Weizen-Zertifikat von ABN Amro (WKN ABN3HS) setzen. Problem dabei: Weizen notiert im „Contango“. Was das für Ihre Anlage bedeutet, erklären wir Ihnen auf Seite 4.

Mais: wichtigster Einsatzstoff für den Wachstumsmarkt Bioethanol
Zweitwichtigstes Agrarprodukt ist der Mais. Die knallgelben Körner des ursprünglich aus Mexiko stammenden Getreides leuchten gegen Ende des Sommers auf nahezu allen Anbauflächen der Welt, wobei jedoch 40 Prozent der Produktion und rund ein Drittel der Nachfrage auf die USA entfallen.
Interessant für Sie als Anleger: Diente Mais bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich als Tierfutter, so gewinnt er seit 2005 eine weitere Bedeutung: Mais ist wichtigster Einsatzstoff für die Erzeugung des alternatives Kraftstoffes Bioethanol, dessen Produktionsvolumen um rund zwanzig Prozent p.a. wächst. Der Maispreis zeigt es Ihnen: Zunächst tendierte er von 2002 bis Mitte 2006 unter mäßiger Volatilität seitwärts. Ab 2006 wechselte das Vorzeichen auf grün. Inzwischen bezahlen Händler mehr als 500 US-Dollar – ein Plus zum langjährigen Schnitt von fast einhundert Prozent.
Wichtigster Mais-Produzent ist das US-Unternehmen Archer Daniels Midland (ADM), dessen Anteilsscheine wir Ihnen in Ausgabe 06/2007 als Langfrist-Basisinvestment für den Soft-Commodity-Bereich vorgestellt hatten (WKN 854161). ADM, mit 25.000 Mitarbeitern und Umsätzen von 40 Mrd. US-Dollar eines der weltgrößten Agrarunternehmen, zieht fast 40 Prozent seines Gewinns aus Mais. ADM können Sie daher auch frei mit „Archer Daniels Mais“ übersetzen. Obwohl sich der Kurs derzeit eher lustlos zeigt, halten wir an unserer langfristigen Einschätzung fest.
Wenn Sie statt auf einen Maisproduzenten direkt in den Rohstoff(future) investieren möchten, greifen Sie zu einem Mais-Zertifikat. Ein solches Papier hat beispielsweise Goldman Sachs im Produktregal (WKN GS0HHL).

Zucker: ein weithin regulierter Markt
Was für Mais gilt, können Sie auch auf Zucker übertragen. Der aus Raps, Sojaöl oder Rüben gewonnene Rohstoff kommt zunehmend für die Ethanol-Erzeugung zum Einsatz. Vorreiter ist Brasilien. Das Land erzeugt schon aus der Hälfte des Zuckerrohrs Bio-Ethanol und exportieren den Brenn- und Treibstoff in die USA. Und das ist erst der Beginn. Das New York Board of Trade, wichtige Börse für Landwirtschaftsprodukte, erwartet bis 2010 weltweit eine Verdopplung der Ethanol-Produktion.
Der Zuckermarkt ist vielfach noch stark reguliert. Subventionen und Garantiepreise bestimmen das Geschäft. Abhilfe soll die von der EU-Kommission auf Druck der Welthandelsorganisation in Kraft gesetzte Zuckermarktreform schaffen. Ihr Kernpunkt: Die Garantiepreise für Rübenbauern sinken in einem ersten Schritt um rund ein Drittel.
Die Folgen auf die Unternehmen sehen Sie am Kurs von Südzucker (WKN 729700). Der mit einem Absatz von 4,6 Millionen Tonnen und einem Marktanteil von 22 Prozent größte Zuckerfabrikant Europas rutschte durch die Reform im Geschäftsjahr 2006/07 tief in die roten Zahlen. Und mit ihm der Aktienkurs.
Seit Jahresbeginn verzeichnet der Zuckerpreis jedoch eine Trendwende zum Positiven. Als spekulativer Anleger verdienen Sie mit, indem Sie auf Zucker-Zertifikate setzen. ABN Amro hält gleich zwei vor: eines mit (WKN ABN3HV) und eines ohne Währungssicherung (WKN ABN0CE).

Kaffee: ausschließlich für Anleger mit starken Nerven
Eine Spezialität für spekulative und bestinformierte Investoren ist Kaffee. Der Preis der braunen Bohne reagiert blitzschnell auf politische und klimatische Unwetter. Bereits leichte Unbilden können erhebliche Ernteverluste verursachen und den Preis zügig nach oben peitschen. Wenn Sie als spekulativer Anleger auf Kaffee als Tradinginstrument setzen möchten, stehen Ihnen dafür ein Kaffee-Zertifikat der ABN Amro zur Verfügung (WKN ABN0CD). Kaffee ist zugleich der Rohstoff mit einer beeindruckenden Performance. Kostete der am NYBOT gehandelte Coffee Future in 2002 noch 50 US-Cent pro englisches Pfund (lbs), so zahlten Käufer zum Anfang 2005 schon bis zu 140 US-Cent.
Doch wenn Sie sich nun auf die Suche nach dem großen Kaffeeproduzenten oder der weltumspannenden Rösterei begeben, müssen wir Sie enttäuschen. Als Anleger können Sie allenfalls auf die Nachfrageseite setzen – mit ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 04/2008 (pdf, 337 kB), erschienen am 29.02.2008.

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