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Merrill Lynch 130/30-Zertifikate
130/30 – der Rendite-Pepp fürs gezielte Stockpicking

Als Leser des Geldanlage-Briefes sind Sie mit dem Kürzel 130/30 bereits vertraut. Erst in Ausgabe 14/2007 hatten wir Ihnen anhand eines Zertifikates die neue, zuvor institutionellen Akteuren vorbehaltene Anlagestrategie vorgestellt. Nun gibt es die Alpha- und Beta-Renditen bündelnde Strategie für alle Dax- und MDax-Werte.
Geldanlage-Brief − Haben Sie Aktien der Deutschen Börse, Volkswagen, MAN, Bayer oder Siemens im Depot? Die Aktien zählten 2007 zu jenen zehn Papieren, die sowohl isoliert betrachtet, als auch in Relation zum Dax eine exzellente Figur abgaben. Sprich: Ordentliche Wertzuwächse verzeichneten und zugleich besser als die Benchmark abschnitten. Professionelle Investoren, etwa Hedgefonds, holen aus solchen Werten oftmals noch mehr als ihren bloßen Wertzuwachs heraus.

Sie gehen long in der Aktie und short im Index...
Ihre Anlagestrategie hört auf den Namen 130/30. Dabei ergänzen sie ihr Investment durch eine Leerverkaufsposition in der Benchmark, dem Dax. Die Umsetzung von Merrill Lynch via 130/30-Zertifikat: Sie setzen zunächst mit 100 Euro auf „Ihre“ Aktie. Zusätzlich verkaufen Sie mit 30 Prozent Ihrer Anlagesumme die Benchmark leer – setzen also auf fallende Kurse im Index und darauf, dass Ihre Aktie die Benchmark schlägt. Und da Sie bei Ihrer Leerverkaufsposition netto kein Kapital binden, investieren Sie die 30 Prozent – gleichsam als dritten und letzten Schachzug – zusätzlich in die Aktie. Summa summarum beträgt Ihre Marktbeteiligung nun 160 Euro, obwohl Sie netto lediglich mit 100 Euro investiert sind.

... und profitieren bei einer Outperformance doppelt
Der Clou: Entwickelt sich die Aktie besser als die Benchmark, profitieren Sie zweifach. Sie vereinnahmen 130 Prozent der Aktien- abzüglich 30 Prozent der Index-Performance. Ergo realisieren Sie immer dann eine Überrendite zu einem reinen Aktieninvestment, wenn sich sowohl die Aktie selbst positiv entwickelt als auch den Index übertrumpft. Ein Beispiel: Der Dax steigt um 15 und Ihre Aktie um 25 Prozent. Ihr Gewinn folglich: 28 Prozent ((130% x 25%) – (30% x 15%)). Kritisch wird es für Sie demnach erst, wenn die Spekulation nicht aufgeht, sich die Aktie als Verlustbringer entpuppt und sich vom Markt nach unten hin abkoppelt. Dann häufen Sie mit der 130/30-Strategie zügig Verluste an, die höher als bei einem Direktinvestment ausfallen.

Bei der Wahl der Basiswerte die Fundamentals im Auge behalten
Welche Aktien das Potenzial mitbringen, den Index zu schlagen, darüber entscheiden auf längere Sicht die Fundamentals des Unternehmens. Interessant erscheinen grundsätzlich Werte, die a) unter Druck geraten sind und b) dennoch Ergebnissteigerungen erwarten lassen. Diese Konstellation finden Sie aktuell bei BASF. Der weltgrößte Chemiekonzern legte 2007 Bestmarken bei Umsatz und Gewinn vor, plant eine Dividendenanhebung um satte 30 Prozent und strebt bei insgesamt guter Auftragslage für 2008 neue Rekordmarken an. Erwarteten Analysten in den Vormonaten für 2008 noch ein Ergebnis je Aktie von gut 7 Euro, so lauten die Schätzungen inzwischen nach mehrfachen Anhebungen auf knapp 8 Euro.
Zweiter, noch deutlicherer Fall: MAN. Im Hoch stand die Aktie des Münchener Nutzfahrzeug-Herstellers bei 120 Euro, aktuell notiert sie bei 88 Euro. Gleichzeitig und auch mit Blick einer trotz Dementi von VW-Patriarch Piëch möglichen Fusion mit Volkswagen erhöhten Analysten ihre Gewinnprojektionen zuletzt massiv. Für 2009 erwarten sie im Schnitt einen Gewinn von 9 Euro je Aktie. Vice versa sinkt das KGV auf 9,5.

Fazit: 130/30-Zertifikate beinhalten zwei Wetten. Zum ersten sollte sich die Aktie positiv entwickeln, zum zweiten den Index schlagen. Geht die Spekulation ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 05/2008 (pdf, 112 kB), erschienen am 28.03.2008.

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