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Archiv > Börse > Zertifikate > Arabien |
Arabien Die besten Zertifikate für Ihr Arabien-Investment |
| Seit Monaten zeichnen sich die etablierten Märkte in Europa, Japan und den USA vor allem durch hohe Kursausschläge aus. Kaum haben sie Tritt gefasst, neigen sie wieder zur Schwäche. Schauen Sie demgegenüber an den Persischen Golf. Dort erklimmen viele Märkte bereits seit Jahren zuverlässig neue Höchststände. Mit dem „richtigen“ Zertifikat können selbst weniger risikofreudige Anlegernaturen mitverdienen. |
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Geldanlage-Brief −
So stieg beispielsweise der MSCI GCC 50-Index, der die fünfzig größten Unternehmen aus insgesamt fünf Golfstaaten umfasst, seit Mitte 2001 um mehr als 300 Prozent. Einen Motor dieser Entwicklung kennen Sie: Es ist das Öl, dessen Preis sich in den vergangenen Jahren vervielfachte und den Erdöl exportierenden Ländern am Persischen Golf immense Einnahmen beschert. Das hat es immer gegeben, werden Sie jetzt vielleicht einwenden. Ja, das ist richtig.
Nachhaltiges Wachstum
Und doch ist die Situation neu. Anders als früher investieren die Scheichs ihre „Petro-Dollars“ (so nennen Börsianer die Erlöse aus Ölverkäufen) nicht länger nur im Ausland. Sie legen sie im Inland an und treiben von Bau bis Touristik zahlreiche Projekte voran, mit denen sie ihre Wirtschaft auf breitere Beine stellen und sich durch die so erarbeitete Diversifizierung aus der Abhängigkeit vom Öl befreien wollen. Die damit verbundene Chance eines nachhaltigen und von der Öl-Nachfrage immer unabhängiger werdenden Wachstums führt bereits heute zu einem Vertrauensgewinn bei institutionellen Anlegern – und lockt Kapital ins Morgenland. Sie sehen es am Handelsvolumen der Börse am Golf: Es stieg seit 2005 um mehr als 35 Prozent.
Fantasie in den Währungen
Die Staaten am Golf bieten Ihnen weitere Chancen. Viele Währungen der Region sind bislang noch an den US-Dollar gekoppelt. Obwohl die Volkswirtschaften mit hohen einstelligen, teils zweistelligen Raten wachsen und eigentlich Zinserhöhungen erfordern, sind die Währungswächter der Wüstenstaaten gezwungen, die Zinssenkungen der Amerikaner nachzuvollziehen. Das ist kurzfristig ein Risiko; es heizt die mit 6,3 Prozent p.a. ohnehin schon hohe Teuerung in der Golfregion zusätzlich an. Mittelfristig – darin sind sich viele Experten einig – wird sich die Kopplung an den Greenback nicht aufrecht halten lassen. Mit jedem weiteren Monat zu niedriger Zinsen wächst der Aufwertungsdruck. Das kleine Kuwait hat den Marktkräften bereits entsprochen und die Bindung im Mai 2007 gelockert.. Kuwait setzt seither statt des US-Dollars auf einen Währungskorb.
Binnenmarkt nach dem Vorbild der Europäischen Union
Ein Manko auf internationalem Parkett ist seit jeher die Größe der Staaten. Viele Golfstaaten sind klein. Um international mehr Gewicht zu erhalten, gründeten sie 1982 einen Verbund: den Gulf Cooperation Council, kurz GCC. 2003 folgte die Zollunion und – so der Plan gelingt – eventuell um 2010 die Währungsunion.
Zertifikate für Ihre Geldanlage am Golf
Ein Zertifikat, mit dem Sie sich am Golf engagieren können, kennen Sie bereits. Im Geldanlage-Brief 23/2005 stellten wir Ihnen das damals taufrische Dubai Top Select-Zertifikat der Deutschen Bank auf das zweitgrößte Emirat Dubai vor (WKN DB5281). Unsere Einschätzung damals: „Nach dem fulminanten Anstieg der letzten Monate scheint uns eine Investition nicht ratsam.“ Die Zurückhaltung bei der seinerzeit einzigen Möglichkeit, via Zertifikat direkt in die Emirate zu investieren, hat sich gelohnt: Ihnen blieben massive Verluste von bis zu sechzig Prozent erspart. Inzwischen ist das Angebot an Arabien-Zertifikaten gewachsen. Mit seiner nur statischen Zusammensetzung (von sieben Unternehmen) gerät das Deutsche Bank-Zertifikat daher zunehmend ins Hintertreffen.
DWS Go setzt auf breite Streuung
Breit gestreut investieren Sie, indem Sie auf den Middle East-Basket von DWS Go setzen. Das Zertifikat (WKN DWS0JC) erschließt Ihnen die Region in ihrer gesamten Breite. Es enthält derzeit gut 20 Aktien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Anteil 31%), Katar und Oman (zusammen 41%) sowie dem Königsreich Kuwait (13%). Hinzu kommen mit Gewichten von je etwa fünf Prozent Jordanien und Bahrain. Doch die Kosten des auch Dividenden berücksichtigenden Baskets sind sehr hoch. Neben einem Spread von derzeit etwa 1,7 Prozent zahlen Sie pro Jahr 1,75 Prozent fürs Management.
ABN Amro nutzt ein professionelles Underlying
Kostengünstiger und eine Nuance fokussierter arbeitet das MSCI United Arab Emirates-Zertifikat aus dem Hause ABN Amro (WKN AA0VRY). Basis des Baskets ist der vom renommierten Indexprovider Morgan Stanley Capital International lancierte, vierteljährlich in seiner Zusammensetzung überprüfte und angepasste gleichnamige Länderindex. Derzeit enthält er 25 Unternehmen aus den Vereinigen Arabischen Emiraten (VAE) – Dividendenanrechnung inklusive. Das kostet Sie einen Spread von gegenwärtig 1,5 Prozent und pro Jahr lediglich 0,75 Prozent fürs Management. Die Zusammensetzung ist dabei ausgewogen; der Korb umfasst alle Sektoren einer modernen Volkswirtschaft: Finanzdienstleister und Banken ebenso wie – Sie befinden sich am Golf – Ölaktien und Gastitel. Ferner Immobilien-Aktien und freilich auch das Flaggschiff: DP World. Das durchschnittliche Kursgewinnverhältnis liegt bei vertretbaren 16.
Spekulative Naturen wagen sich auf Landesebene hinab
Sehr interessant für spekulative Anleger: das Königreich Bahrain. Der dienstleistungsorientierte Inselstaat ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von gut 20.000 US-Dollar, einem BIP-Wachstum von rund sieben Prozent und der für arabische Verhältnisse niedrigen Inflation von unter drei Prozent eine der modernsten Volkswirtschaften am Golf. Hinter dem freundlichen Zahlenkranz steht Kronprinz Salman Bin Hamad, der die wichtigsten Entscheidungen zur Neuaufstellung der Wirtschaft und Befreiung aus der Abhängigkeit vom Öl mit auf den Weg gebracht hat. Mit Erfolg: Inzwischen steuert das schwarze Gold nur noch zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.
Das korrespondierende, den MSCI Bahrain-Index einschließlich Dividenden abbildende Zertifikat aus dem Hause ABN Amro (WKN AA0VR1) ist dennoch nichts für schwache Nerven. Es enthält derzeit lediglich sechs Unternehmen. Die allerdings sind günstig bewertet; ihr durchschnittliches Kursgewinnverhältnis beträgt 12,5 – Dax-Niveau bei ungleich stärkerem Wachstum.
Fazit: Allen Unkenrufen und früheren Spekulationsblasen durch die ehedem nur von Inländern dominierten Börsen zum Trotz scheint das Morgenland tatsächlich zu Erwachen. Die Golfregion präsentiert sich ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 07/2008 (pdf, 267 kB), erschienen am 09.05.2008.
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