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Exchange Traded Funds
Passive Investments: Favoriten für Langfristanleger

Es muss nicht immer ein Fondsmanager sein: An der Börse gibt es viele Strategien, die nach streng quantitativen Auswahlkriterien arbeiten und langfristig Überrenditen versprechen. Da diese weder Research noch Fondsmanager erfordern, fallen für Anleger nur vergleichsweise geringe Kosten an.
Geldanlage-Brief − Das Zauberwort heißt Exchange Traded Funds. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die Ihnen die gleiche (hohe) Anlagesicherheit wie klassische Publikumsfonds bieten. Ursprünglich mit dem Ziel gestartet, einen Index möglichst 1:1 und zudem kostengünstig nachzubilden, ist die Welt der ETFs inzwischen bunt geworden. Allein an der deutschen Börse sind rund 300 Produkte notiert – Tendenz weiter steigend. Die Palette der Angebote reicht dabei von der simplen Nachbildung eines Aktien-, Renten-, Rohstoff- oder Länderindex bis hin zu ausgeklügelten Strategien.

Langfristig erprobt: die Dividendenstrategie
Eine höchste erfolgreiche, weil langjährig erprobte und fundamental erklärbare Strategie, ist die Dividendenstrategie. Ihr Ursprung liegt in den USA, bekannt unter dem Namen "Dogs of Dow". Die Umsetzung: Sie investieren jeweils zu Jahresbeginn zu gleichen Teilen in die zehn Unternehmen des dreißig Werte umfassenden Dow Jones-Index mit der – in Relation zum Aktienkurs – höchsten Dividendenzahlung. Ergebnis: Brachte es der Dow Jones von 1928 bis 2003 auf eine Rendite von durchschnittlich gut 12 Prozent p.a., so hätten die "Dogs of Dow" für Sie gut 14 Prozent p.a. erbeutet – lukrativ.

Dividendenstrategien für Europa
Diese Strategie, jedoch ohne selbst kostenwirksam umschichten zu müssen, können Sie via ETF mit einem einzigen Wertpapier umsetzen. Etwa mit dem Lyxor Stoxx Select Dividend 30 (WKN LYX0BB). Der ETF von Lyxor erwirbt für Sie alljährlich die dreißig Dividendenperlen des gesamteuropäischen Aktienbarometers. Die Kosten des Korbes belaufen sich auf lediglich 0,3 Prozent pro Jahr. Sein Nachteil: Die Ländergewichte sind wenig ausgewogen; mehr als die Hälfte des Volumens entfällt derzeit auf Großbritannien.
Ein solches Währungsrisiko schließen Sie aus, indem Sie einen ETF auf den EuroStoxx Select Dividend 30 erwerben. Gleich zwei Banken haben den Index, der die 30 Dividenden-Spitzenreiter des Eurolandes bündelt, im Produktregal: die Deutsche Bank (WKN DBX1D3) und die Commerzbank (WKN ETF051). Mit feinen Unterschieden: Bei den "Blauen" zahlen Sie 0,3 Prozent, die "Gelben" hingegen verlangen für die jährliche Überprüfung und gegebenenfalls Neujustierung ihres Korbes 0,25 Prozent pro Jahr.

Auf globale Trends setzen
Ein weiteres Thema, das mehr als nur eine kurzlebige Börsenmode ist, finden Sie in der Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse, hin zum asiatischen Raum. Schon die Finanzkrise zeigt es Ihnen: Während sie die USA und wohl auch Europa in die Rezession zwingt, führt sie in Asien allenfalls zu einer Wachstumsabschwächung. Chinas Wirtschaft, um nur ein Beispiel zu nennen, dürfte in diesem Jahr um 9,5 und in 2009 um gut 8 Prozent wachsen.
Seit einigen Wochen gibt es für den Wachstumsmotor der Weltwirtschaft den passenden ETF: Mit dem Lyxor ETF MSCI Asia APEX 50 (WKN LYX0DM) setzen Sie bei Kosten von nur 0,5 Prozent auf die fünfzig größten und liquidesten Unternehmen Asiens. Bei ausgewogener Ländergewichtung: China (32%), Korea (22%), Hongkong (18%), Singapur (10%) und Taiwan (18%). Der ETF hat dabei einen entscheidenden Nach- und einen Vorteil. Er spart zwar das Problemkind Japan aus, doch verzichtet leider auch auf Indien.

Klassischer Investmentfonds im ETF-Mantel
Den letzten ETF, den wir Ihnen vorstellen möchten, kennen Sie bereits: der ETF-Dachfonds aus dem Hause der Société Générale-Tochter Veritas (WKN 556167). Anders als die Mehrzahl der Exchange Traded Funds bildet er nicht stur einen Index nach. Er verfolgt stattdessen eine aktive, vermögensverwaltende Anlagestrategie. Die Basis bildet zunächst ein Computermodell, das weltweit nach Trends fahndet. Im Schritt zwei kommt der Mensch ins Spiel.
Er heißt Markus Kaiser und seine Aufgabe ist es, auf Basis der Computer-Vorauswahl korrespondierende ETFs zu selektieren. Dabei ist er hoch flexibel: Je nach Marktlage kann er die Investitionsquote zwischen Null und einhundert Prozent steuern. Dank rechtzeitiger Reduktion der Aktien(ETF)quote zugunsten von Renten-ETFs kann Veritas im Krisenjahr 2008 auf ein Plus von gut zwei Prozent verweisen. Das Ergebnis ist kein Glücksfall. Schon im "Seitwärtsjahr" 2007 entlockte Veritas dem Markt ein Plus von gut fünf Prozent.
Leider fallen die Kosten aus dem Rahmen: Zwar gibt es den thesaurierenden Fonds ohne Agio. Doch dafür schlägt er mit einer Managementgebühr von 1,5 Prozent p.a. ins Kontor. Hinzu kommt eine Erfolgsgebühr von 15 Prozent – fällig auf den fünf Prozent pro Jahr übersteigenden Wertzuwachs.

Fazit: Der ETF-Markt hält für die langfristige Ausrichtung Ihres Depots interessante Angebote bereit. Dividendenstrategien bergen auf kurze Sicht ein Problem: Gleich welche Sie nehmen – überall dominieren derzeit ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 14/2008 (pdf, 272 kB), erschienen am 28.11.2008.

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