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Orderausführung
Wohin mit der Order?

von Rune Hoffmann, Börse Stuttgart

Bei verbrieften Derivaten stehen sich der börsliche und der außerbörsliche Handel gegenüber. Beide haben ihre Existenzberechtigung. Doch wo liegen die jeweiligen Vorteile und für welchen Anlegertyp ist welche Orderausführung die bessere?
Geldanlage-Brief − Viele Wege führen zum Ziel. Dabei ist nicht grundsätzlich der kürzeste Weg auch immer der günstigste. Das gilt auch für Kauf- und Verkaufsorders von Optionsscheinen, Knock-out-Produkten und Anlagezertifikaten. Der kürzeste Weg ist hier der außerbörsliche Handel direkt mit dem Emittenten. Der etwas längere Weg der Order läuft beispielsweise über die Börse Stuttgart und ihr Handelssegment EUWAX.

Dieser kleine Umweg, der durchschnittlich aber nur zehn Sekunden später zur Orderausführung führt, hat eine Reihe von Vorteilen, die sich in barer Münze auszahlen können. Einer der wichtigsten liegt in der Chance, zu einem besseren aber niemals schlechteren Kurs zu handeln, als er vom Emittenten aktuell außerbörslich gestellt wird. Möglich macht dieses das "Best-Price-Prinzip" der Börse Stuttgart. Dabei führt der Makler sich deckende Kauf- und Verkaufsorders verschiedener Anleger zusammen und kann so die Aufträge innerhalb des Spreads - also innerhalb der aktuellen An- und Verkaufsspanne des Emittenten - bedienen.

Fast jede dritte Order günstiger als beim Emittenten
Ein Beispiel: Ein Anleger möchte 1.000 Allianz-Kaufoptionsscheine zu einem Euro je Stück kaufen. Der aktuelle Verkaufskurs des Emittenten liegt jedoch bei 1,10 Euro. Zurückkaufen würde der Emittent diese Calls gleichzeitig aber nur zu neunzig Cent je Stück. Ein anderer Anleger besitzt bereits 1.000 dieser Allianz-Kaufoptionsscheine, die er allerdings gerne verkaufen würde. Sein Verkaufslimit liegt ebenfalls bei einem Euro. Würden beide Anleger zu diesem Zeitpunkt den Direkthandel mit dem Emittenten wählen, würden sie zum gewünschten Kurs gar nicht ausgeführt, oder eben jeweils 0,10 Euro schlechter gestellt werden. Der Makler an der Börse Stuttgart dagegen sieht die sich deckenden Orders und führt diese gegeneinander aus. Gespart haben beide Anleger nun 100 Euro. Durch die hohe Liquidität an der Börse Stuttgart, die beispielsweise im börslichen Handel mit Optionsscheinen einen Marktanteil von rund 87 Prozent hält, sind Orderausführungen innerhalb des Emittenten-Spreads durchaus keine Seltenheit. So wird derzeit beinahe jede dritte Order günstiger als beim Emittenten ausgeführt. Der Preis dieser börslichen Orderausführung beträgt 0,8 Promille des Order-Volumens oder wie im Beispiel 0,80 Euro. Gemessen an der Ersparnis ein mehr als fairer Preis.

Die damit bezahlte Dienstleistung beinhaltet aber noch mehr. Denn nur im börslichen Handel gibt es überhaupt die Möglichkeit, sich über alle Produkte mit Limit- oder Stop-Loss-Orders im Markt zu positionieren. Gerade letzteres ist für Anleger, die nicht zu jedem Zeitpunkt die Kursentwicklung ihrer verbrieften Derivate verfolgen können, eine wichtige Sicherheit.

Direkthandel: Reizvoll für Daytrader
Da Börsen teilrechtliche Anstalten des öffentlichen Rechts sind, wird ihr Handel von den staatlichen Börsenaufsichtsbehörden überwacht. Die Bedingungen für den Handel im Handelssegment EUWAX der Börse Stuttgart sind im EUWAX-Regelwerk niedergeschrieben. Dazu gehören zum Beispiel das "Best-Price-Prinzip", ein festes Mindesthandelsvolumen für jeden vom Emittenten gestellten Kurs sowie eine Verfahrensregel beim Umgang mit Mistrades, den unabsichtlichen Fehlern bei der Kursfeststellung von Derivaten. Auf all' diese im Regelwerk verankerten Handelsbedingungen kann sich der Anleger berufen und bei Verstoß Beschwerde bei der Handelsüberwachungsstelle der Börse Stuttgart einlegen. Der außerbörsliche Handel dagegen ist eine weitgehend privatrechtliche Veranstaltung, für deren Handelsmodalitäten es keine einheitlichen Regeln gibt.

Der Direkthandel ist aber durchaus kein Teufelswerk. Er hat zumindest für bestimmte Anlegertypen seinen Reiz. So nutzen beispielsweise ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 09/2005 (pdf, 285 kB), erschienen am 20.05.2005.

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