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Archiv > Finanzen > Börsenhandel > Zertifikate |
Zertifikate Zertifikate bleiben auf dem Vormarsch |
von Rune Hoffmann, Börse Stuttgart
Die Zahl der Deutschen, die in Anlage-Zertifikaten investiert sind, ist deutlich höher als bislang angenommen. Das Verständnis der Risiko minimierenden Funktionsweise dieser Produktklasse lässt jedoch immer noch zu wünschen übrig. |
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Geldanlage-Brief −
Nachdem vor gut 16 Jahren die ersten Anlage-Zertifikate in Deutschland emittiert wurden, ist die Anzahl der Besitzer dieser immer noch jungen Produktgruppe heute deutlich größer als bislang angenommen. Das ergab eine repräsentative Studie des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts AMR im Auftrag des Deutschen Derivate Instituts.
Während bisherige Schätzungen der Anlegerzahl in Zertifikaten je nach Quelle zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Deutschen lagen, hat die ermittelte Zahl von rund 3,9 Millionen Anlegern überrascht. Damit verwenden rund sechs Prozent der über 14-jährigen in Deutschland diese immer noch neuartige Produktgruppe zum privaten Vermögensaufbau. Aber auch der Abstand zu anderen, riskanteren Anlageformen, wie die Direktanlage in Aktien (8%) und Aktienfonds (10%), ist deutlich geringer als erwartet.
Zudem zeigte sich die Mehrheit (64%) der Zertifikate-Anleger mit ihren bisherigen Erfahrungen in diesen Produkten und den artverwandten Aktienanleihen zufrieden. Und mehr als achtzig Prozent stellen sogar in Aussicht, auch in Zukunft Anlagezertifikate vermehrt für den Vermögensaufbau einzusetzen. Als Motive nannten die Befragten im Wesentlichen Risikostreuung, Altersvorsorge, langfristig hohe Erträge sowie Transparenz.
Nachholbedarf bei den Banken
Die unterm Strich mehr als erfreulichen Ergebnisse der Studie förderten aber auch Unangenehmes, wenn auch von vielen Erwartetes, zu Tage. So stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Anleger bei der Auswahl ihrer Anlage-Zertifikate weitgehend auf sich alleine gestellt ist. Denn bei den Kundenberatern in den Banken spielen Anlage-Zertifikate nicht selten eine untergeordnete Rolle. So gaben mehr als vierzig Prozent der Befragten an, ihre Investitionsentscheidung in Eigenregie, ohne vorherige Konsultation ihres Wertpapierberaters, getroffen zu haben.
Deutlich schlimmer ist allerdings, dass lediglich ein Drittel aller Anleger von ihren Wertpapierberatern bei der Bank überhaupt auf die Möglichkeit einer Geldanlage in Zertifikaten hingewiesen wurde. Damit wird deutlich, dass zu Lasten des Kunden immer noch eine weit verbreitete Unkenntnis über die Funktionsweise dieser konservativen Anlageklasse bei Wertpapierberatern besteht. Selbst einfachste Produkte wie Indexzertifikate oder Partizipationsscheine waren lediglich 24 Prozent aller Anleger bekannt. Die deutlich größere Gruppe der Risiko minimierenden Discount- oder Bonuszertifikate kannten dagegen lediglich sechzehn beziehungsweise zwölf Prozent. Immerhin war die zweitbekannteste Gruppe mit rund 21 Prozent die Kategorie der Garantiezertifikate.
Risiken vielfach zu hoch bewertet
Die Gründe, warum Anlage-Zertifikate in ihrer Durchdringung bei den Anlegern noch nicht weiter sind, sind zum Teil hausgemacht. Einer ist die teilweise uneinheitliche Namensgebung für ansonsten funktionsgleiche Produkte verschiedener Emittenten. Bei mehr als 21.000 Anlage-Zertifikaten, die derzeit an der Börse Stuttgart, dem größten börslichen Handelsplatz für Anlage-Zertifikate und andere verbriefte Derivate, gelistet sind, sorgt diese Tatsache nicht selten für Verwirrung bei den Anlegern.
Ein weiterer Grund ist die Begebung teilweise hochspekulativer Derivate - wie Knock-out-Produkte - als "Zertifikate", die eine allgemeine Einschätzung des Risikos von Anlage-Zertifikaten erschwert. Ein Indiz dafür ist ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 17/2005 (pdf, 256 kB), erschienen am 09.09.2005.
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