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›› Dow Jones Industrie vs. Transport - zuverlässiges Warnsignal?
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Brief

immer wieder ist in Analysen und den Medien zu lesen, dass der Dow Jones Transportation Index gegenüber dem klassischen Dow Jones (Industrial Average) Index seit einigen Monaten eine „relative Schwäche“ entwickelt. Und dies sei ein Zeichen für eine baldige Korrektur. Das ist aber falsch! Noch gibt es kein Warn- oder gar Verkaufssignal, das sich aus dem Kursverlauf der beiden Indizes ablesen ließe. Eine Korrektur ist aber dennoch möglich.

Industrial Average steigt, Transportation konsolidiert

Hergeleitet wird der vermeintliche Indikator aus der Dow-Theorie. Allerdings geht es dabei nicht um die zeitweilige Divergenz beider Indizes. Diese ist nämlich eher die Regel als die Ausnahme, wie wir gleich sehen werden. Tatsächlich lautet die Kernforderung von Charles Dow, dass sich Dow Jones Industrial Average und Dow Jones Transportation gegenseitig bestätigen müssen, um ein Signal zu liefern.

Genau dies ist aber seit längerem nicht mehr der Fall. So kann man mit Blick auf den folgenden Chart feststellen, dass der Transport-Index (rot) seit mehr als einem halben Jahr seitwärts bzw. sogar leicht abwärts gerichtet konsolidiert, während die 30 Werte des klassischen Dow Jones (Industrie-Index) im selben Zeitraum weiter zulegen konnten (grün).

Dow Jones - Industrial Average vs. Transportation

Doch handelt es sich dabei um ein Warnsignal?

Die Vergangenheit zeigt: Kein brauchbarer Indikator

Auch im Stockstreet-Team wurde diese Frage bereits mehrfach aufgeworfen. Festzuhalten ist, dass das Thema insgesamt sehr kontrovers diskutiert wird. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber zumindest Schwächen auf (siehe dazu auch die folgenden Charts):

Im Jahr 2015 zum Beispiel erreichte der Transportindex schon zu Jahresbeginn sein Hoch und fiel dann ab Mitte März tendenziell ab. (Ähnlich ist die Situation auch in diesem Jahr). Doch der Industrieindex gab damals erst ab Mitte Juli stärker nach. Er folgte damit den Transportwerten mit einer Verspätung von vier Monaten. Im Dezember 2016 kam es erneut zu einem Kurseinbruch im Transportindex, den die Industriewerte in diesem Fall einen Monat später mitmachten. Selbst in Phasen, wo der Transportindex also als Signalgeber vermeintlich funktionierte, hätte man ein erhebliches Timing-Problem gehabt.

Im Jahre 2007 begannen die Industriewerte ihre Abwärtsbewegung vor den Transportwerten, die noch bis weit in das Jahr 2008 stabil tendierten. Ähnliches geschah 2011. Auch in diesem Jahr bildete der Industrieindex vor den Transportwerten ein Hoch aus. In diesen Fällen funktionierte das vermeintliche Warnsignal also gar nicht bzw. umgekehrt. Und es gab wieder das Timing-Problem.

Doch beim Blick auf die Charts fällt noch etwas Entscheidendes auf: In den vergangenen Jahren hat sich der Transportindex deutlich stärker entwickelt als der stärker beachtete Dow Jones Industrial. Insofern könnte die aktuelle Divergenz auch einfach ein leichtes Schließen der Schere darstellen.

Die Schere schließt sich lediglich

Schauen wir uns dazu den obigen Chart in einem längeren Zeitraum an, zum Beispiel über ein volles Jahr:

Dow Jones - Industrial Average vs. Transportation - 1 Jahr

Oder auch über einen Zeitraum von 10 Jahren:

Dow Jones - Industrial Average vs. Transportation - 10 Jahre

In beiden Fällen kann man tatsächlich zu dem Ergebnis kommen, dass die Industriewerte die vorangegangene Outperformance der Transportwerte lediglich aufholen und sich die Schere zwischen den beiden Indizes einfach schließt.

Aufwärtstrends sind in beiden Indizes intakt

Dies ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass die Transportwerte seit einem halben Jahr schwächer performen als die Industriewerte. Doch es ändert ein wenig die Perspektive. Und dabei zeigt sich recht deutlich, dass die Kurse zwar phasenweise konsolidieren oder gar korrigieren, der Aufwärtstrend in beiden Indizes aber intakt ist. Insofern bestätigen sich die Indizes gemäß der Dow Theorie eher noch gegenseitig als dass sie ein Warnsignal abgeben. Das gilt vor allem dann, wenn der Transport-Index bald ein neues Allzeithoch markiert, wozu ihm bereits wenige Prozentpünktchen genügen würden.

Ein Warnsignal liegt also noch längst nicht vor. Dieses würde erst dann vorliegen, wenn auch der Dow Jones (Industrie-Index) in eine Abwärtsbewegung übergeht. Allerdings muss diese im übergeordneten Trend vorliegen (denn für kurzfristige Signale ist die Dow-Theorie ohnehin nicht anwendbar).

Aber selbst wenn einer der beiden Indizes demnächst in eine schärfere Korrektur übergehen würde, wüsste man noch längst nicht, ob oder wann der andere Index folgt. Dies haben die oben genannten Beispiele gezeigt. Einen Hinweis auf eine bevorstehende Korrektur kann man aus dem Vergleich der beiden Indizes also nicht ableiten.

Das heißt nun natürlich nicht, dass es nicht bald zu einer Korrektur kommen kann. Doch diese würde ich eben anhand von anderen Hinweisen erwarten - zum Beispiel aufgrund der Saisonalität. Dazu in den nächsten Tagen mehr.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

 



›› Seminar zur Target-Trend-Methode
von www.geldanlage-brief.de

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-BriefAm 29.06.2017 und 06.07.2017 findet ein zweiteiliges Seminar zur Target-Trend-Methode statt.

Zielgruppe:
Dieses Seminar richtet sich an Teilnehmer, die schon Erfahrungen mit der klassischen Charttechnik gemacht haben.

Inhalt:
Die klassische Charttechnik versagt gerade im kurzfristigen Trading sehr oft. Es fehlt eine Struktur, mit deren Hilfe Sie klare Signale und gute Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkte ausmachen können. Die Target-Trend-Methode ist eine Erweiterung der klassischen Charttechnik. Sie strukturiert die Charts. Und das Erstaunliche dabei ist, dass sich der Kurs überraschend oft an diese Struktur hält.
In diesem Seminar lernen Sie die Hintergründe dieser Methode kennen. Damit können Sie die Zeichen des Marktes besser und einfacher lesen und den bestmöglichen Ein- und Ausstiegszeitpunkt bestimmen.

Kurz: Mit der Target-Trend-Methode schaffen Sie eine solide Grundlage, um an den Börsen regelmäßig Geld zu verdienen.

Dauer:
jeweils ca. 90 bis 120 Minuten

Ort:
Börse Düsseldorf
Ernst-Schneider-Platz 1
40212 Düsseldorf

Teilnahmegebühr:
Dieses Seminar ist kostenpflichtig. Die Teilnahmegebühr beträgt 25,- Euro inkl. MwSt. (pro Person, für beide Termine zusammen).
Mitglieder im kostenlosen Quality Trader Club (QTC) der Börse Düsseldorf erhalten Sonderkonditionen und zahlen eine reduzierte Gebühr von 20,- Euro inkl. MwSt.

Anmeldung
Eine Anmeldung ist erforderlich und gilt verbindlich für BEIDE Seminartermine. Es ist keine Einzelbuchung für nur einen Seminarteil möglich.

Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung eine Anmeldebestätigung mit weiteren Informationen.

Hier können Sie sich für beide Teile anmelden (hier klicken).

 


 

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