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Marktkommentar Die erste wirklich globale Spekulationsblase? |
von Dr. Marc-Oliver Lux, Dr. Lux und Präuner KG, 82031 Grünwald, www.lp-vermoegensverwaltung.de
Wir befinden uns inmitten einer „globalen Spekulationsblase“. So analysiert der legendäre Value-Investor Jeremy Grantham derzeit die globalen Kapitalmärkte. Grantham ist Chef einer global agierenden Investmentfirma mit 150 Mrd. US-Dollar verwaltetem Vermögen, der viele Prominente ihr Geld anvertrauen, so etwa US-Vize-Präsident Dick Cheney. |
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Geldanlage-Brief −
Grantham ist für seinen systematischen Value-Ansatz bekannt und hat Verschiedenes dazu veröffentlicht. Vor einigen Jahren hatten Grantham und Kollegen in mühevoller Kleinarbeit alle Aktien-, Renten-, Rohstoff- und Währungsmärkte der Welt nach Spekulationsblasen in der Vergangenheit durchforstet. Sie wollten herausfinden, was solche Blasen charakterisiert, wie sie entstehen und wie sie sich auflösen.
Als Spekulationsblase definierten sie jedes Ereignis, das höchstens einmal in vierzig Jahren auftritt und bei dem die Kurssteigerungen mehr als zwei Standardabweichungen über den statistischen Mittelwerten liegen. Insgesamt konnten sie 28 derartiger Blasen identifizieren. Sie fanden heraus, dass all’ diese Blasen zwei Voraussetzungen hatten: exzellente Fundamentaldaten und leicht verfügbares Geld.
Wann immer diese beiden Bedingungen auftraten, erweckten sie den Eindruck eines perfekten ökonomischen Umfeldes und gestatteten es den Investoren mit Hilfe von Krediten, Ihren Spekulationsdrang voll auszuleben. Es kommt zu einem sich selbst verstärkenden Effekt: Je mehr Risiko man eingeht, desto erfolgreicher ist man, und je erfolgreicher man ist, desto mehr Risiko ist man bereit, einzugehen. Dazu kommt ein aus den Kurssteigerungen resultierender Optimismus, der jeden ansteckt und mitreißt.
Die Spekulationsblasen hatten aber auch eine weitere Eigenschaft gemeinsam: Alle 28 fielen zurück auf den normalen langfristigen Trend, es gab keine Ausnahmen und es wurde nie eine neue Ära eingeleitet. Grantham fand nicht eine einzige Abweichung von dieser Regel, sämtliche Blasen korrigierten zurück auf Ihre Langfristtrends.
Zur aktuellen Situation und unter dem Eindruck einer sechswöchigen Weltreise schreibt Grantham in seinem Newsletter: „Von indischen Antiquitäten, über chinesische Gegenwartskunst, ob Grundstücke in Panama, ob Wälder, ob Infrastruktur, von Junk-Bonds bis hin zu den blausten Blue-Chips, alles befindet sich in einer Spekulationsblase.“ Die Argumente, die diese Kurssteigerungen begleiten, sind bekannt: „Neues Land kann nicht produziert werden“, „mit diesen Wachstumsraten und den niedrigen Zinsen müssen die Aktienmärkte einfach steigen“, „Private-Equity-Investoren werden die Märkte weiterhin nach oben treiben“. Sie sind allerdings nicht neu, vergangene Blasen hatten zum Teil exakt die gleichen Argumente.
Das Neue an dieser Spekulationsblase ist, dass es sich erstmals um eine wirklich globale, nahezu alle Assetklassen umfassende Blase handelt. Sie ist offensichtlich eine Begleiterscheinung der allgemeinen Globalisierung. Es steht zu erwarten, dass das Platzen dieser Blase ebenfalls ein globales Ereignis sein wird, das heißt, alle Märkte und Assetklassen werden daran beteiligt sein.
Genau diese Gefahr ist es, die private Investoren wie auch erfahrene Wertpapiermanager auf die Probe stellt und auch Auswirkungen auf jede Vermögensverwaltung haben muss, die implizite Marktrisiken berücksichtigt. Weil kaum noch etwas wirklich günstig ist, herrscht praktisch Anlage-Notstand. Andererseits ist der Druck da, auf den gegenwärtigen positiven Trends zumindest teilweise mitzuschwimmen. Zumal Spekulationsblasen über sehr lange Zeiträume fortbestehen können und in dieser Zeit deutliche Kursgewinne nach sich ziehen (man denke nur an die Neuer Markt-Zeiten). Auch Grantham ist der Meinung, dass wir möglicherweise noch ein Stück vom Ende der aktuellen Blase entfernt sind. Fast immer haben nämlich die von ihm ausgemachten Blasen in einer exponentiellen Phase starker Übertreibungen geendet. Eine solche Phase haben wir bei der aktuellen globalen Blase noch nicht gesehen (außer vielleicht in kleinen Teilbereichen, wie dem US-Immobiliensektor oder aktuell im lokalen chinesischen Aktienmarkt).
Natürlich stellt sich damit die Frage, ob man fundamentale Kriterien zur Zeit eher außen vor lassen sollte und alles auf technischen Signalen aufbaut. Die allermeisten Anleger denken, dass ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 14/2007 (pdf, 197 kB), erschienen am 20.07.2007.
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