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Archiv > Finanzen > Strategie > |
Strategie So bauen Sie sich Ihr eigenes Garantie-Investment |
| Kapitalgarantierte Zertifikate zählen zu den Verkaufsschlagern der Zertifikate-Branche. Für Sie als Anleger haben die Papiere jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie müssen Ihren Gewinn unabhängig von der Laufzeit voll versteuern. Dabei gibt es einen einfachen Ausweg: Sie konstruieren sich Ihr Garantie-Investment einfach selbst. |
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Geldanlage-Brief −
Garantieprodukte sind wie geschaffen für risikoscheue Naturen. Sie bieten Ihnen eine (begrenzte) Partizipation und – sollte die Börse den Rückwärtsgang einschalten – die Gewissheit, zum Laufzeitende mindestens Ihr Kapital zurück zu erhalten. Doch der beliebte Schutz gegen Börsenstürme hat einen Nachteil: Der Fiskus behandelt Garantie-Investments als „Finanzinnovationen“. Die Folge: Sie müssen Ihre Gewinne versteuern. Selbst dann, wenn Sie Ihre Position über die (noch) geltende Spekulationsfrist von zwölf Monaten hinaus halten. Doch die Börse wäre nicht die Börse, wenn sie nicht Möglichkeiten bereithielte, auch diesen Nachteil zu eliminieren. Die Lösung lautet Eigenbau.
Sie kombinieren ein Discount-Zertifikat mit einem Put ...
Alles, was Sie benötigen, sind ein Discount-Zertifikat sowie ein Put-Optionsschein. Für beide (in gleicher Stückzahl zu kaufende) Derivate wählen wir eine Laufzeit von rund 16 Monaten und als Basiswert den Dax. Den Basispreis („Strike“) des Puts legen wir mit 7.500 Punkten in die Nähe des aktuellen Dax-Standes von gegenwärtig 7.555 Zählern, den Cap des Discounters mit 7.900 Punkten leicht darüber.
… und können fortan nur noch gewinnen.
Ein – beispielhaftes – Produktpaar, das Ihnen genau diese Ausstattungsmerkmale bietet, ist ein Put der Commerzbank (WKN CB7RPJ) zum Preis von gegenwärtig 6,55 Euro und ein Discounter der UBS (WKN UB7U01), der bei Redaktionsschluss 67,21 Euro kostete – beide mit einem Bezugsverhältnis von 1:100 und endfällig im März 2009.
Betrachten Sie nun in Abhängigkeit des Dax-Standes das Anlageergebnis beider Teilstrategien. Zunächst der Put: Da der von uns gewählte Basispreis mit dem Stand des Dax' (nahezu) identisch ist, besitzt er anfänglich keinen inneren Wert. Diesen baut er erst auf, wenn der Dax unter den Basispreis (7.500 Dax-Punkte) fällt. Ab einem Dax von 6.900 Punkten ist es so weit. Dann übersteigt der innere Wert Ihren Kaufpreis von 6,55 Euro. Ergo liefert Ihnen der Put unterhalb eines Dax' von 6.900 Zählern einen Gewinn. Dieser fällt umso größer aus, desto tiefer der Dax fällt.
Anders das Discount-Zertifikat mit einem Cap von 7.900 Dax-Punkten: Es generiert Ihnen ab einem Dax-Stand von 7.900 Zählern zur Fälligkeit einen festen Ertrag von 79 Euro. Fällt der Deutsche Aktienindex unter das Niveau des Caps (7.900 Dax-Punkte), reduziert sich der Wert Ihres Discounters analog zum Dax – bis es schließlich ans „Eingemachte“ geht und die Teilstrategie unterhalb von 6.721 Dax-Punkten ins Minus driftet.
Saldieren Sie nun für ein beliebiges Dax-Niveau die Ergebnisse beider Strategien, so erkennen Sie, dass Sie in keinem Fall Geld verlieren können. Im Gegenteil: Unterhalb von 7.550 Dax-Zählern erzielen Sie einen Sockel-Ertrag von 1,7 Prozent. In die andere Richtung, 'gen Norden geblickt, steigt Ihr Ertrag zügig an, bis er ab einem Dax von knapp 7.900 Punkten sein Maximum von 7,1 Prozent erreicht – und es bei weiter steigenden Kursen souverän beibehält.
Weshalb die Laufzeit lang und Cap hoch sein sollte?
Als aufmerksamer Leser werden Sie sich nun fragen, weshalb wir zwar den Basispreis des Puts, nicht aber den Cap des Discounters in die Nähe der aktuellen Dax-Notierung gelegt und überdies bei beiden Papieren eine eher lange Laufzeit gewählt haben. Die Antwort: Je höher Sie den Cap legen, desto höher ist Ihre Rendite bei steigenden und geringer bei fallenden Kursen. Liegt der Cap wie in unserem Beispiel bei 7.900 Punkten, gelangen Sie bei steigenden Kursen zügig über den Ertrag eines Tagesgeldkontos oder einer ebenso risikolosen Bundesanleihe hinaus, ohne dass Ihre Position bei fallenden Kursen ins Minus rutscht.
Und weshalb die über die Spekulationsfrist hinausgehende Laufzeit? Das hat etwas mit der Eigenschaft von Optionsscheinen und Optionen im Allgemeinen zu tun. Deren Preis enthält neben dem inneren Wert (sofern vorhanden) immer auch einen Zeitwert, der umso schneller schmilzt, je näher die Endfälligkeit rückt. Daher ist es ratsam, die Laufzeit des Scheins – und mit ihm die der Gesamtstrategie – etwas länger zu wählen, um so noch einige Woche vor Endfälligkeit verkaufen zu können.
Fazit: Wissen zahlt sich aus. Indem Sie sich Ihre Kapitalgarantie selber stricken, vermeiden Sie es, ein ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 23/2007 (pdf, 245 kB), erschienen am 23.11.2007.
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