Liebe Leser,

der "Geldanlage-Brief" ist Ihr kostenloser Newsletter zur Börse, den Aktienmärkten und Finanzen.

Tragen Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und Sie sind kostenlos dabei!

Datenschutzhinweise anzeigen...

 

›› Orientierungslosigkeit birgt Risiken für Anleger
von Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus, Chefredakteur Geldanlage-Briefder DAX zeigt sich seit Wochen unentschlossen. Ein klarer Trend ist nicht erkennbar. Vielmehr pendelt der Index mal mit mehr und mal mit weniger Abstand um die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke (siehe Chart unten).

Dieses Kursverhalten passt zur der aktuellen Situation, die für große Unsicherheit unter den Anlegern zu sorgen scheint und damit zu der derzeitigen Orientierungslosigkeit führt.

Viele offene Fragen

Denn die Anleger müssen sich derzeit mit diversen Problemen gleichzeitig herumschlagen, bei denen viele Fragen unbeantwortet sind:

  1. Bleiben die Aktienkurse oben oder nehmen die Korrekturen in einem saisonal schwachen Mai bald wieder Fahrt auf?
  2. Kann die Fed den Leitzins bald weiter anheben oder muss sie den nächsten Zinsschritt angesichts schwächelnder US-Arbeitsmarktdaten weiter verschieben, weil sich die Erholung der US-Wirtschaft dem Ende naht?
  3. Ist die Erholung der Ölpreise nachhaltig oder verschärfen sich die Probleme der Ölindustrie bald wieder?
  4. Neigt der Yen wieder zur (alten) Schwäche oder müssen bei erneuter Stärke weitere Carry-Trades aufgelöst werden?
  5. Bleibt der Euro in seiner Seitwärtsrange oder belastet ein weitergehender Anstieg die Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone und verschärft sich damit wieder die Euro-Krise?

(Kommen Ihnen diese Themen bekannt vor? Kein Wunder, schreiben wir doch schon seit Wochen immer wieder über diese Faktoren, die den DAX eine Weile beschäftigen sollten – siehe zum Beispiel „Fünf Faktoren begründen DAX-Schwäche“.)

Griechenland steht wieder kurz vor der Pleite

Und Apropos Euro-Krise: Da rückt inzwischen wieder das schuldengeplagte Griechenland in den Fokus. Zwar hat das griechische Parlament kürzlich ein neues Sparprogramm im Umfang von 5,4 Milliarden Euro verabschiedet, das den Weg für die Auszahlung der nächsten Milliardenhilfen freimachen sollte, und eigentlich wollten die internationalen Gläubiger am vergangenen Montag in Brüssel dafür grünes Licht geben, doch gab es auf dem Sondertreffen der Finanzminister der Euro-Staaten keine Einigung im Hinblick auf die Auszahlung der nächsten Kredittranche für Griechenland. Die Entscheidung wurde auf das nächste reguläre Treffen am 24. Mai vertagt. Spätestens am 20. Juli benötigt die griechische Regierung allerdings frisches Geld, weil sie dann der Europäischen Zentralbank (EZB) Schulden in Höhe von 2,3 Milliarden Euro plus Zinsen zurückzahlen muss.

Neben den oben genannten offenen Fragen sorgt also derzeit auch die erneut aufgekommene Griechenland-Problematik für Unsicherheit. Das ist nach den Erfahrungen von 2015 durchaus verständlich. Allerdings zeigen genau diese Erfahrungen auch, dass das Problem erneut „gelöst“ werden wird und die Auswirkungen auf die Börse letztlich belanglos sind.

China nicht aus den Augen verlieren

Und dann sollte man nach wie vor den Blick in Richtung China werfen. Denn auch von dort kommen immer wieder schlechte Nachrichten. So wurde zum Beispiel in den vergangenen Tagen gemeldet, dass die Importe nach China im April mit -10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nicht nur deutlich negativ waren, sondern zudem sehr deutlich unter der Prognose (-5,0 Prozent) blieben. Bereits im März waren die Importe Chinas um 7,6 Prozent geschrumpft. Und auch die Exporte gingen im April mit -1,8 Prozent wieder überraschend gegenüber dem Vorjahr zurück, nachdem sie im Vormonat erstmals seit einem dreiviertel Jahr wieder gestiegen waren (+11,5 Prozent).

Selten war die Marktlage so unklar

Es fehlt derzeit einfach an eindeutigen Signalen. Sowohl charttechnisch als auch fundamental ist die Situation aktuell unklar. Zu ausgeglichen ist der Mix aus positiven und negativen Nachrichten. Und das erklärt auch, warum sich zum Beispiel der DAX schon seit Wochen nicht für eine Richtung entscheiden kann.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die zwischenzeitige Anwendung der Elliott-Wellen hier im Geldanlage-Brief?! Bis Mitte März hatten diese uns perfekt den Weg nach oben gewiesen (hellblaue Rechtecke im folgenden Chart). Doch dann machten die Kursausschläge im Umfeld der damaligen EZB-Sitzung sowohl ein bullishes als auch ein bearishes Szenario für den DAX kaputt (rote Ellipse).

DAX - Chartanalyse

Es kam anschließend zu einer Seitwärtsbewegung im Bereich der 10.000-Punkte-Marke (blaues Rechteck) und ich riet, auf eine Neuorientierung der Anleger zu warten (siehe zum Beispiel Geldanlage-Brief vom 20. März). Angesichts der Fehlsignale, die der DAX im Anschluss generierte (rote Kreise) und bei denen sich einige Anleger wohl heftig die Finger verbrannt haben dürften, war dies definitiv ein guter Tipp.

Fazit

Der DAX befindet sich nach wie vor im Wirkungsfeld der psychologisch wichtigen 10.000er Marke. Neue Versuche, einen klaren Trend zu etablieren, endeten bislang als Fehlsignale. Es blieb bei einer Seitwärtstendenz. Die Phase der Neuorientierung der Anleger hält also noch an. Und so lange sich die fundamentale Situation nicht aufhellt, dürfte es auch charttechnisch bei dem trendlosen Geschiebe bleiben.

Es gibt einfach Marktphasen, in denen es besser ist, das Börsenspiel von der Seitenlinie aus zu beobachten. Man muss nicht permanent investiert sein und auch nicht jede Aufwärtsbewegung mit einem Long-Trade oder jede Abwärtsbewegung mit einem Short-Trade begleiten.

Kurzfristig agierende Trader können in einem solchen Umfeld durchaus den einen oder anderen Versuch starten, Gewinne zu erzielen. Langfristige Anleger können die aktuelle Marktkonsolidierung einfach aussitzen. Doch als mittelfristiger (Swing-)Trader sollte man vor neuen Engagements eine klare Neuausrichtung der Märkte abwarten.


Ich wünsche auch Ihnen viel Erfolg bei der Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

Tradingchancen im DAX

Für steigende Kurse im DAX könnte folgendes Produkt interessant sein:
DAX WAVE Unlimited Call, WKN: DX6X1U, aktueller Hebel: 6, Briefkurs: 17,40 Euro
Für fallende Kurse im DAX könnte sich folgendes Tradinginstrument anbieten:
DAX WAVE Unlimited Put, WKN: XM3B20, aktueller Hebel: 5, Briefkurs: 19,13 Euro


Brauchen Sie Unterstützung bei der Umsetzung dieser Trades? Sie möchten wissen, wann und wie wir mit der Situation im DAX umgehen? Dann testen Sie unseren Börsendienst „
Geldanlage Premium Depoteinen vollen Monat lang kostenlos im Probe-Abonnement. Melden Sie sich jetzt hier an.

 



›› Griechenland – Noch immer kein funktionierender Staat
von Sven Weisenhaus

Dem griechischen Staat schulden seine Steuerzahler aktuell mehr als 87 Milliarden Euro. Ende 2012 lag diese Summe „nur“ bei 55 Milliarden. Und die Außenstände im Sozialsystem betrugen Ende des ersten Quartals 2016 fast 16 Milliarden Euro. Derweil neigen sich die Geldreserven in Athen dem Ende entgegen.

Offenbar gelingt es trotz der Hilfsangebote und Hilfsversuche der Euro-Partner nicht, einen funktionierenden Staatsapparat aufzubauen, der in der Lage ist, Steuern und Sozialbeiträge zu kassieren. Von einer besseren Zukunft findet sich daher in den Staatsfinanzen bislang keine Spur. Für 2016 wird angenommen, dass der Schuldenberg auf 183 Prozent der Wirtschaftsleistung steigt. Zur Erinnerung: Erlaubt sind laut Maastricht-Vertrag für Euroländer eigentlich nur höchstens 60 Prozent.

 


 

Liebe Leser,

der "Geldanlage-Brief" ist Ihr kostenloser Newsletter für Geldanlage, Börse und Finanzen.

Tragen Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und Sie sind kostenlos dabei!




Datenschutzhinweise anzeigen...