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Vorsorge & Rente Riester-Rente - besser als ihr Ruf! |
von Ulrich Rieck, Steuerberater bei VRT Linzbach, Löcherbach & Partner, 53117 Bonn, www.vrt.de
Seit 2002 will der Staat seinen Bürgern mit staatlicher Förderung die private Vorsorge schmackhaft machen - mit eher geringem Erfolg. Das Scheitern der staatlichen Bemühungen trägt den Namen Riester. Das Förderkonzept des früheren Arbeitsministers galt lange als bürokratisches Monstrum, das nur die Anlage von Kleinstbeträgen unterstützt. In 2004 wurden denn auch 43 Prozent weniger Riester-Verträge abgeschlossen als im Vorjahr. |
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Doch die geförderte Kapital gedeckte Altersvorsorge nach dem Altersvermögensgesetz ist besser als deren Ruf. So wurde ab 2005 der Katalog der Förderbedingungen entschlackt und der Dauerzulagenantrag eingeführt. Damit brauchen Kunden nicht mehr, wie bisher, jedes Jahr einen neuen Förderantrag zu stellen, sondern nur noch einmalig. Anders als bei der Rürup-Rente sind nach Rentenbeginn auch Teilverfügungen von maximal dreißig Prozent des gesparten Kapitals steuer- und zulagenunschädlich möglich. Außerdem können bereits in der Ansparphase unter bestimmten Bedingungen bis zu 50.000 Euro für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie entnommen werden. Dies ändert freilich wenig am Grundsatz, dass das Kapital frühestens mit dem sechzigsten Lebensjahr ausgezahlt wird und zwar häppchenweise als Rente. Die ist dann natürlich auch voll steuerpflichtig; schließlich werden die Einzahlungen aus unversteuertem Einkommen geleistet.
Wer wird wie gefördert?
Etwa 35 Millionen Bundesbürger sind förderberechtigt: Alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte wie Arbeitnehmer, Auszubildende, Arbeitslose, Eltern im gesetzlichen Erziehungsurlaub, Zivil- und Wehrdienstleistende, aber auch Beamte, Richter, Berufssoldaten, Künstler in der Künstlersozialkasse und Landwirte können riestern. Keinen Anspruch haben in der Regel Selbständige und geringfügig Beschäftigte. Haben diese jedoch einen sozialversicherungspflichtigen Ehepartner, können sie ebenfalls die Förderung in Anspruch nehmen. Bisher haben aber insgesamt gerade mal zehn Prozent der Anspruchs-Berechtigten einen Riester-Vertrag und verschenken damit staatliche Zuwendungen in Milliardenhöhe.
Gefördert wird die private Vorsorge mittels Riesterrente durch Zulagen oder alternativ durch Sonderausgabenabzug bei der Einkommensteuer. Wer im Jahr 2005 inklusive Zulage zwei Prozent (ab 2006: 3%, ab 2008: 4%) seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahresentgelts spart, kann 76 Euro Grundzulage (ab 2006: 114 €, ab 2008: 154 €) und 92 Euro Kinderzulage je Kind (ab 2006: 138 €, ab 2008: 185 €) vom Staat kassieren. Alternativ können die Einzahlungen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft, ob durch den Sonderausgabenabzug die Steuer-Ersparnis höher ist als die vom Staat gezahlten Zulagen. Die angesparte Summe ist im Fall der Arbeitslosigkeit in unbegrenzter Höhe geschützt.
Welches Produkt ist das richtige?
Gefördert werden grundsätzlich nur zertifizierte Produkte, so dass für Sicherheit gesorgt ist. Zudem müssen die Anbieter von Riester-Produkten seit dem Jahr 2005 noch genauer über die Anlage-Möglichkeiten und Risiken informieren. Wer keine staatlichen Zulagen verschenken will, hat die Wahl zwischen Fonds, Versicherungen und Bank-Sparplänen.
Welches Produkt das richtige ist, hängt, wie so häufig, von verschiedenen Faktoren ab: vom Vorsorgekonzept, dem Alter des Anlegers sowie seiner Risikoneigung. Durch die Wahl eines mit günstigen Kostensätzen arbeitenden Anbieters lässt sich die Rendite natürlich in jedem Fall verbessern.
Wer sich noch nicht sicher ist, welches Produkt für ihn das richtige ist, kann mit einem guten Bank-Sparplan als Zulagen-Zwischenlager meist nicht viel falsch machen. Hier sind durchaus Renditen jenseits der fünf Prozent erzielbar und später kann in eine andere Anlage umgeschichtet werden.
Insbesondere Männer, die eine Renten-Versicherung abschließen wollen, sollten sich sputen. Der Grund: Ab dem Jahr 2006 werden nur noch Unisex-Tarife angeboten. Männer und Frauen zahlen dann für dieselbe Rentenleistung denselben Beitrag. Statt zu günstigeren Beiträgen für Frauen führt dies allerdings zu rund fünfzehn Prozent höheren Beiträgen für Männer. Der Grund: Die Versicherer kalkulieren künftig auf Basis der bisherigen Frauentarife. Und die sind wegen der höheren Lebenserwartung teurer.
Für wen lohnt sich die Riester-Rente?
Dass die Riester-Rente nicht so recht in die Gänge kam, liegt nicht nur an den privaten Sparern. Es hat auch andere Ursachen: Auch die Finanzvertriebe hatten nicht viel Freude an Riester, weil bis 2004 der Abschluss von Lebensversicherungen die satteren Provisionen verhieß.
Dabei rechnet sich ein Riester-Vertrag fast immer. Besonders lukrativ scheint das Modell ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 14/2005 (pdf, 269 kB), erschienen am 29.07.2005.
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