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Archiv > Steuern > Vorsorge & Rente > Eigenheim und Altersvorsorge |
Eigenheim und Altersvorsorge Eigenes Heim - Glück allein? |
von Ulrich Rieck, Steuerberater bei VRT Linzbach, Löcherbach & Partner, 53117 Bonn, www.vrt.de
Eine Immobilie gilt vielen Deutschen nach wie vor als die ideale Altersvorsorge - sei es als Eigenheim, das man im Alter mietfrei bewohnen kann, sei es als vermietete Immobilie, mit deren Erträgen man die eigene Rente aufstocken kann. Zusammen mit der gesetzlichen Rente und zusätzlichen Erträgen aus anderen Finanzanlagen lässt sich so im Idealfall der Lebensabend unbeschwert genießen. |
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Geldanlage-Brief −
Rein statistisch wird ein westdeutscher Rentnerhaushalt, der dank Eigenheim keine Miete zu zahlen braucht, um 614 Euro entlastet; in den neuen Bundesländern stehen monatlich 435 Euro mehr zur Verfügung. Wer hingegen zur Miete wohnt, muss - rein statistisch - bis zu fünfzig Prozent seiner Bezüge an den Hauseigentümer abführen. Angesichts stagnierender Renten schmerzt da jeder Euro.
Immobilien tendenziell renditeschwach
Ein Renditerenner ist die Immobilie allerdings nicht mehr, zumal es in Deutschland angesichts schrumpfender Bevölkerungszahlen auf lange Sicht zu erheblichen regionalen Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt kommen kann. Die Zeit der garantierten jährlichen Wertzuwächse scheint vorbei, was zuletzt auch die Käufer von Immobilienfonds schmerzlich bemerken mussten.
Der Kauf einer Immobilie will denn auch wohl überlegt sein. Für die meisten ist der Immobilienkauf die größte Investition, die sie während ihres Lebens tätigen. Von der Auswahl der richtigen Lage, dem Zustand und der Ausstattung des Gebäudes, der Finanzierung und den Erwerbs- und Betriebsnebenkosten - Möglichkeiten, beim Immobilienkauf Fehler zu machen, hat man genug. Deshalb sind eine langfristige und gründliche Analyse des Marktes unerlässlich.
Von Vermietungsobjekten sollte grundsätzlich die Finger lassen, wer finanziell nicht in der Lage ist, Mietausfälle aus vorhandenen Rücklagen abzufedern. Andernfalls droht die Zwangsversteigerung und das finanzielle Aus.
Steuerlich (noch) attraktiv
Zumindest steuerlich stehen Immobilienkäufer derzeit noch gut da. Vermieter profitieren von der Gebäude-Abschreibung und Eigennutzer können meist die Eigenheimzulage in Anspruch nehmen. Zudem unterliegt die ersparte Miete weder der Steuer noch der Sozialabgabenpflicht. Wertsteigerungen bleiben außerhalb der Spekulationsfrist steuerfrei. Die über die Eigenheimzulage bezogene Förderung ist zudem höher als bei allen anderen Vorsorgeformen. Wer energiesparend und umweltschonend baut, wird zusätzlich gefördert. Die Frage ist allerdings: Wie lange noch? Gerade die Eigenheimzulage steht auf den Streichlisten aller Parteien an oberster Stelle.
Psychologie nicht unterschätzen
Trotz nicht unerheblicher Risiken des Immobilienkaufs sollte man aber nicht verkennen, dass gerade das eigene Heim ein hohes Maß an psychologischer Sicherheit vermittelt. So nimmt die Bereitschaft zum Wohnungswechsel mit dem Alter erheblich ab. Das eigene Heim vermittelt zudem ein erhebliches Stück Lebensqualität und ist die einzige Anlage, von der man schon zu Lebzeiten etwas hat. Das Eigenheim gibt Planungssicherheit und schützt vor regelmäßigen Mieterhöhungen.
Auch wirkt sich die Investition in die eigenen vier Wände durchaus positiv auf das Sparverhalten aus. Trotz erheblicher Zins- und Tilgungslasten sparen nämlich Häuslebauer bis zur Rente laut Statistik deutlich mehr Geldkapital an als Mieter. Mit dem Kauf der eigenen Wände werden viele Familien von Konsumenten zu Investoren.
Rechtzeitig tilgen
Unter Altersvorsorge-Aspekten sollte die Immobilie spätestens mit dem Eintritt in die Rente vollständig abbezahlt sein. Wer eine Lebensversicherung als Tilgungsersatz abgeschlossen hat, muss angesichts der meist niedriger als vorhergesagt ausfallenden Ablaufleistungen rechtzeitig über zusätzliche Tilgungsleistungen nachdenken, um schuldenfrei in Rente gehen zu können.
Ein häufig gegen das Eigenheim als Instrument der Altersvorsorge vorgebrachtes Argument, nämlich die Tatsache, dass ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 18/2005 (pdf, 230 kB), erschienen am 23.09.2005.
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