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Archiv > Steuern > Zinsanlagen > Anleihen |
Anleihen Anleihen: Die bessere Alternative zum Fest- oder Tagesgeld |
von Ulrich Rieck, Steuerberater bei VRT Linzbach, Löcherbach & Partner, 53117 Bonn, www.vrt.de
Immer noch ringen viele Anleger in regelmäßigem Turnus mit ihrem Bankberater um die Höhe des Zinses bei der Prolongation von Festgeldern. Andere jagen von Bank zu Bank, um die jeweils besten Fest- oder Tagesgeld-Schnäppchen abzugreifen. Ganz abgesehen von dem damit verbundenen Zeitaufwand und der Gefahr, den Überblick über den Konten-Dschungel zu verlieren, ist dieses Vorgehen auch steuerlich oft unbefriedigend. Mit der Wahl der richtigen Anleihen lassen sich Zeit und - wenn gewünscht - sogar auch Steuern sparen. |
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Geldanlage-Brief −
Anleger schieben riesige Geldbestände vor sich her
Immer noch schieben viele Anleger riesige Geldbestände vor sich her. Die Einen trauen Aktien seit dem letzten Crash nicht mehr über den Weg oder haben sich enttäuscht aus offenen Immobilienfonds zurückgezogen, die ihnen als risikofreie und gut rentierliche Anlagealternative angepriesen wurden. Andere trauern den guten alten Zeiten nach, als Bundesobligationen und Schatzbriefe acht Prozent und mehr boten und schieben eine Investition vor sich her. Im Ergebnis liegen Milliarden von Euro zu Minizinsen auf Sparbüchern, Festgeld- oder Tagesgeldkonten. Bei Online-Konten sind hier immerhin drei Prozent drin, teilweise auch mehr. Geldmarktfonds bringen derzeit - auch wegen der Verwaltungsgebühren und fallender Anleihekurse - nur selten mehr. Die sauer verdienten Zinsen müssen allerdings noch mit dem Fiskus geteilt werden, sofern der Freibetrag überschritten ist.
Sparerfreibetrag ab 2007 gesenkt
Und das wird ab 2007 deutlich mehr Anleger treffen. Denn der Sparerfreibetrag wird 2007 nahezu halbiert auf dann 750 Euro für Ledige und 1.500 Euro für Verheiratete. Damit können Ledige immerhin noch 25.000 Euro (Verheiratete 50.000 Euro) zu drei Prozent steuerfrei anlegen. Wer mit dem Sparerfreibetrag hinkommt, ist aber dennoch häufig besser mit Anleihen als mit Festgeldern bedient. Wer kurzfristig auf weiter steigende Zinsen hofft, setzt dabei auf variabel verzinsliche Anleihen, die so genannten Floater. Der Floater-Zins orientiert sich meist am Euribor (European Interbank Offered Rate), der derzeit bei 2,9 Prozent liegt. Je nach Bonität des Schuldners und Ausstattung der Anleihe gibt es noch einen Schnaps drauf. Aber Vorsicht: Gegenüber festen Laufzeiten bieten Floater einige Zehntel weniger; sie sind also keine "Allzweckwaffe", sondern nur für Phasen steigender Zinsen die ideale Wahl.
Egal ob Floater oder festverzinsliche Anleihe: Auch nach Depotkosten liegt man hier meist besser als bei vielen Festgeld-Angeboten und kann sich das Gezerre um das jeweils beste Angebot schenken.
Niedrigkupon-Anleihen mit richtiger Laufzeit für Steuerfüchse
Wer über dem Sparerfreibetrag liegt, kommt um Anleihen mit niedrigem Kupon kaum herum - zumindest dann, wenn er den Finanzminister nicht allzu sehr beglücken will. Niedrigkupon-Anleihen notieren deutlich unter dem Nominalwert von 100 Prozent. Der zum Laufzeitende zwangsläufig anfallende Kurszuwachs zwischen Kaufkurs und Nominalwert kann steuerfrei vereinnahmt werden, wenn zwischen Kauf und Fälligkeit oder Verkauf mehr als ein Jahr verstrichen ist.
Aber Vorsicht: Ab dem 1. Januar 2008 werden voraussichtlich auch Kursgewinne unabhängig von einer Spekulationsfrist der Besteuerung unterliegen. Ideale Wahl für steuersensible Anleger, die ihr Kapital als Festgeld vor sich herschieben, sind daher "Niedrigverzinser" mit Fälligkeit vor dem 31. Dezember 2007. Einen Überblick über entsprechende Papiere gibt Ihnen etwa die Börse Stuttgart unter dem Menüpunkt "Anleihen".
Anleihen werfen nach Steuern mehr als Tages- oder Festgeldkonten ab
Angenommen, ein Anleger erhält für Tages- oder Festgeld 2,5 Prozent Zinsen. Beim Spitzen-Grenzsteuersatz, den Ledige mit einem zu versteuernden Einkommen ab 52.152 Euro erreichen, werden hierauf (ohne Kirchensteuer) 44,31 Prozent Einkommensteuer und Solidaritäts-Zuschlag fällig. Die Rendite nach Steuern beträgt demnach nur noch magere 1,39 Prozent. Berücksichtigt man die Inflation, ist das Ergebnis deutlich negativ; faktisch wird Kapital vernichtet.
Kauft der Anleger alternativ aber eine Anleihe, beispielsweise die der Dexia Kommunalbank (DXA0PQ) mit Fälligkeit am 22.6.2007 und Kurs 97,45 Prozent, so unterliegt nur der magere jährliche Kupon von 0,5 Prozent der Besteuerung. Vom Kupon bleiben nach Steuern demnach 0,28 Prozent Rendite; hinzu kommt aber der steuerfreie Kursgewinn von 2,55 Prozent bis zur Endfälligkeit. Bezogen auf die Laufzeit von gut einem Jahr ergibt sich damit eine Nachsteuerrendite von über 2,8 Prozent. Selbst wenn dabei die Spesen noch nicht berücksichtigt sind, haben Anleihegläubiger nach Steuern noch fast doppelt so viel in der Tasche wie Festgeld-Anleger.
Diese Rechnung geht auch für Normalverdiener auf: Bei einem Steuersatz von 30 Prozent bleiben beim Festgeld 1,75 Prozent nach Steuern, bei der Anleihe 2,9 Prozent.
Rollierende Deep-Discounter als Renten-Alternative
Alternativ zur klassischen Anlage in festverzinslichen Wertpapieren bietet natürlich auch der boomende Zertifikate-Markt interessante Produkte, die steuerfreie Erträge versprechen und sich anleihe-ähnlich verhalten. Rollierende Deep-Discount-Zertifikate auf Dax & Co. sind hier sicherlich keine schlechte Wahl. Laufende Zinszahlungen und eine Kapitalgarantie bieten sie freilich nicht.
Abschlagsteuer jetzt schon mit "Zeros" nutzen
Wer längere Laufzeiten bevorzugt und für seine Zinserträge den Spitzen-Steuersatz berappen muss, kann sich auch jetzt schon die für das Jahr 2008 absehbaren Änderungen des Einkommensteuergesetzes zunutze machen. Angedacht ist bekanntlich die Einführung einer Abgeltungssteuer auf Zinserträge und Kursgewinne. Deren Satz dürfte eher bei 30 als bei 25 Prozent liegen. Wer auf die ...
Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 11/2006 (pdf, 178 kB), erschienen am 09.06.2006.
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