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Steuern sparen
Steuerlich optimierte Kurzfristanlagen sind meist besser als Tagesgeld

von Ulrich Rieck, Steuerberater bei VRT Linzbach, Löcherbach & Partner, 53117 Bonn, www.vrt.de

Die Zinsen für Tages- und Festgeld sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Vier Prozent und mehr sind durchaus drin, vor allem für „frisches“ Geld. Wenn Sie den Sparerfreibetrag bereits ausgeschöpft haben und gegebenenfalls mit Ihren Zinseinkünften auch noch einem hohen Grenzsteuersatz unterliegen, bleibt gleichwohl real, das heißt nach Steuern und Inflation, kaum etwas übrig. Alternative Strategien sind gefragt.
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Geldanlage-BriefSubstitution von Zinserträgen durch Kursgewinne
Bis zur Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 laufen viele Steuerspar-Strategien darauf hinaus, laufende steuerpflichtige Zinserträge durch steuerfreie Kursgewinne zu substituieren. Wer seine Anlage über die Dauer der noch geltenden einjährigen Spekulationsfrist hinaus hält, für den sind Steuern auf Kursgewinne bekanntermaßen kein Thema.

Niedrigkuponanleihen und steueroptimierte Fonds
Für ganz konservative Anleger, die ihr Geld mit Sicherheit zurückhaben wollen, bieten sich daher Niedrigkuponanleihen an. Diese haben nur einen recht kleinen Kupon von zum Beispiel zwei Prozent und notieren dafür im Gegenzug deutlich unter dem Nominalwert von einhundert Prozent. Zum Laufzeitende wird die Anleihe stets zum Nominalwert zurückgezahlt. Der Ertrag setzt sich also aus steuerpflichtigem Zins sowie steuerfreiem Kursgewinn zusammen. Bei Renditen von derzeit zirka 4,25 Prozent müssen nur zirka zwei Prozent versteuert werden. Die Rendite nach Steuern liegt dann bei 42 Prozent Grenzsteuersatz zuzüglich Soli bei etwa 3,2 Prozent. Um diese Rendite nach Steuern zu erzielen, müsste ein vergleichbares Festgeld immerhin 5,75 Prozent bringen.
Wer sich nicht auf die Suche nach Einzelanlagen machen will, für den bietet der Markt spezielle steueroptimierte Geldmarkt- und Rentenfonds. Deren Zielrendite liegt zwar mit bis zu 3,5 Prozent etwas unter Geldmarktniveau, dafür bleiben aber meist etwa neunzig Prozent der Rendite steuerfrei. Auch hier bekommen Sie also eine vergleichbare Vorsteuerrendite von fast sechs Prozent. Viele Geldmarktfonds schütten außerdem quartalsweise aus und ähneln daher der Festgeldanlage.

Deep-Discount-Zertifikate
Wer bereit ist, ein Restrisiko in Kauf zu nehmen und sein Geld wiederum länger als zwölf Monate parken kann, für den bieten sich auch sehr defensiv ausgerichtete Discount-Zertifikate, zum Beispiel auf den Dax an. Wählt man zum Beispiel Zertifikate mit einem Cap im Bereich von etwa 2.000 Dax-Punkten, so sind hier steuerfreie Renditen von zirka 4,5 Prozent erzielbar (vergleichbare Vorsteuerrendite für Spitzenverdiener: zirka acht Prozent). Damit der Anleger Verluste macht, muss der Dax schon mehr als 50 Prozent fallen. Gleichwohl: Eine Kapitalgarantie haben Sie anders als bei niedrigverzinslichen Anleihen nicht.
Im Hinblick auf die Regelungen der Abgeltungssteuer muss im Übrigen auf jeden Fall eine Fälligkeit vor dem 1.7.2009 gewählt werden. Noch attraktiver erscheinen Fälligkeiten vor dem Jahresende 2008. Dann können Sie gegebenenfalls noch in 2008 erneut steueroptimiert im Hinblick auf die Abgeltungssteuer investieren (leider nicht mehr in Zertifikate).

Offene Immobilienfonds
Auch offene Immobilienfonds sind als „Geldersatz“ bei Steuersparern beliebt – immer vorausgesetzt, man muss keinen Ausgabeaufschlag berappen; sei es, weil man bei seiner Bank einen guten Stand hat oder sich ins Internet zu einer Fondsbank begibt. Bei offenen Immobilienfonds bleibt ein Teil der Ausschüttungen stets steuerfrei. Zum einen mindern die Gebäudeabschreibungen das steuerliche Ergebnis, zum anderen erzielen die Fonds steuerfreie Veräußerungsgewinne und Auslandserträge. Wenn Sie einen guten Fonds erwischen, erwirtschaften Sie gut fünf Prozent Ertrag per anno, von denen regelmäßig mindestens die Hälfte steuerfrei bleibt. Wenn Sie noch vor dem 1.1.2009 investieren, müssen Sie auch künftige Wertsteigerungen des Fonds nicht mit dem Fiskus teilen.

Verlagerungsstrategie
Mit Blick auf die Abgeltungssteuer bietet sich für Sie auch die Verlagerung von Zinserträgen in die Zeit nach dem 1.1.2009 an. Besonders geeignet für die Verlagerungsstrategie sind so genannte abgezinste Papiere, wie etwa zweijährige Finanzierungsschätze des Bundes, Bundesschatzbriefe vom Typ B, Zerobonds oder Stufenzinsanleihen. Allen gemein ist, dass sie keine oder nur sehr geringe laufende Zinsen ausschütten. Zins und Zinseszins werden vielmehr bis zum Jahr der Endfälligkeit oder dem Verkauf angesammelt. Dann fällt nur die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Wenn Sie hoch in der Progression liegen, sparen Sie also bis zu zwanzig Prozent Steuern.

Fazit: Zumindest bis zur Einführung der Abgeltungssteuer gilt: Steuern auf Zinserträge – das muss nicht sein. Je nach Risikoneigung können Sie ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 19/2007 (pdf, 197 kB), erschienen am 28.09.2007.

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