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Grauer Kapitalmarkt
Anleger im Visier der Steuerfahndung

von Ulrich Rieck, Steuerberater bei VRT Linzbach, Löcherbach & Partner, 53117 Bonn, www.vrt.de

Rund 600 Millionen Euro haben etwa 30.000 gutgläubige Anleger der Firma Phönix Kapitaldienst im Glauben an zweistellige Renditen anvertraut. Was daraus wurde, ist hinlänglich bekannt. Das Geld ist weg, ob und in welcher Höhe es Entschädigungen für Anleger gibt, ist unklar und die Bundesrepublik hat einen der größten Fälle von Anlagebetrug in der Nachkriegsgeschichte. Die Suche nach den Mitschuldigen wird eine ganze Schar von Juristen noch lange nähren. Für die geprellten Anleger kommt es aber noch dicker; denn hinter ihnen ist jetzt auch noch die Steuerfahndung her.
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Geldanlage-Brief„Kaufe nur, was Du auch wirklich verstehst.“
25 bis 30 Prozent Jahresrendite – und das stetig Jahr für Jahr und dann auch noch steuerfrei. Wer an solche Versprechungen glaubt, muss schon ein wenig naiv sein. Verstanden, in welches Anlagesystem er investiert und wie dieses funktionieren soll, hat er mit Sicherheit nicht. Die Phönix-Pleite bestätigt damit auf bittere Art und Weise, was eine Studie bereits vor einiger Zeit feststellte: Viele Deutsche sind „finanzielle Analphabeten“.
Das ist nicht nur vor dem Hintergrund der Altersvorsorge-Problematik mehr als tragisch. Viele Anleger hängen auch Jahr für Jahr am Fliegenfänger dubioser Vermittler und stehen vor dem finanziellen Ruin. Wer sich in Finanzdingen nur wenig auskennt, sollte daher wenigstens den Leitsatz von Investoren-Legende Warren Buffet respektieren: „Kaufe nur, was Du auch verstehst!“ Und damit: Finger weg von allen Graumarktanlagen. Außerdem: Niemals alle Eier in einen Korb legen, also die Risiken auf verschiedene Anlagen und Anlageformen streuen. So können Sie zumindest einen finanziellen Super-Gau verhindern.

Der Fiskus will Gewinne versteuern, die es nie gab
Das Tragische an der Phönix-Pleite ist auch das überaus zweifelhafte Vorgehen vieler Finanzämter. Anleger haben ihr Geld verloren und jetzt sollen Sie auf die ausgewiesenen, nur auf dem Papier bestehenden Scheingewinne auch noch Steuern zahlen. Grundlage ist die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, wonach auch Erträge aus Schneeballsystemen steuerpflichtig sind, die Anlegern gutgeschrieben wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Anleger wussten, dass sie einem betrügerischen Anlagesystem aufgesessen sind. Entscheidend ist, dass Anleger sich die gutgeschriebenen Gewinne auch tatsächlich hätten auszahlen lassen können, was bei Phönix der Fall war.

Die Finanzverwaltung forscht systematisch
Die Finanzverwaltung geht in Sachen Phönix-Anleger äußerst systematisch vor. So hat sie sich nach Insider-Informationen des Handelsblatts offenbar eine Aufstellung sämtlicher Anleger geben lassen. Diese Daten werden systematisch zur Jagd auf potenzielle Steuerhinterzieher und Schwarzgeld-Sünder eingesetzt. Dagegen ist wenig zu sagen, denn Schwarzgeld verschwindet nicht selten in halbseidenen Anlagetöpfen wie bei Phönix, um nach langen Jahren frisch gewaschen wieder aufzutauchen. Problematisch ist aber, wenn Anleger, die ihr sauer verdientes und versteuertes Geld bei Phönix verloren haben, nun auch noch die nie gesehenen Gewinne versteuern sollen.

Das sind Ihre Reaktionsmöglichkeiten
Als betroffener Anleger bleiben Ihnen letztlich nur zwei Möglichkeiten: sich Ihrem Schicksal zu fügen oder sich per Einspruch und gegebenenfalls Klage gegen einen Steuerbescheid zu wehren. Wenn Sie noch keinen Steuerbescheid vom Finanzamt bekommen haben, tun Sie gegebenenfalls gut daran, ... Den vollständigen Beitrag finden Sie im Geldanlage-Brief 03/2008 (pdf, 252 kB), erschienen am 15.02.2008.

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